Lok-Vereinspräsident Dr. Ulrich Nellessen lobt Fans für Choreografie und zieht positive Bilanz

„Werbung für Stendal gemacht“

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Die Spieler des 1. FC Lok Stendal überzeugten auf dem Platz, die Fans taten es ihnen auf den Rängen mit einer ansehnlichen Choreografie gleich. Dafür hatte Präsident Nellessen viel Lob übrig. 

Stendal. Der Fußball-Oberligist 1. FC Lok Stendal kehrte am Sonntagnachmittag mit viel Euphorie auf die DFB-Pokalbühne zurück. Auf das Duell mit Zweitligist Arminia Bielefeld (0:5) in der 1. Pokalrunde hatten die Stendaler Anhänger lange gewartet.

Am Sonntag war es dann endlich so weit. Bekanntlich hat der Pokal ja seine eigenen Gesetze. Diese beliebte Fußball-Floskel ließ die zahlreichen Zuschauer im Stendaler „Hölzchen“ auf eine Überraschung hoffen. Lok trat als Außenseiter an und verpasste eine Sensation. In der Endbetrachtung störte dies an diesem besonderen Tag niemanden. Nach dem Abpfiff wurden die Lok-Kicker von den Fans für eine beachtliche Leistung gefeiert. Das 0:5-Ergebnis spielte in diesem Moment keine tragende Rolle. Die Oberliga-Fußballer schienen ebenso zufrieden gewesen zu sein wie die Fans auf den Rängen.

Neben all dem Trubel gab es für den Verein im Vorfeld einige Aufgaben zu bewältigen. Lok-Vereinspräsident Prof. Dr. Ulrich Nellessen sieht den Tag als gelungen an, betrachtet die Dinge in seiner Bewertung aber auch aus zwei Perspektiven. „Man muss das Sportliche und das Logistische trennen“, sagt Nellessen zu Beginn und zieht schließlich allgemein ein positives Fazit: „Es war eine erfolgreiche Veranstaltung für die Stadt. Für einen kleinen Verein wie uns ist das schwierig gewesen.“ Dabei weist Nellessen auf die 81-seitige Auflage des DFB (Deutscher Fußball-Bund) hin, damit das Spiel überhaupt in Stendal ausgetragen werden konnte. Dieses Dokument hatte es ordentlich in sich und hat Stadt und Verein intensiv gefordert. Mit vereinten Kräften sei es nach Nellessen allen Beteiligten gelungen, ein „organisatorisches und logistisches Fußballfest“ auf die Beine zu stellen. „Wir sind solche Auflagen nicht gewohnt. Wenn man das ganze aber ins Kalkül zieht, lief es ganz gut“, so Nellessens Bilanz.

Der Ablauf war optimal und die Besucher fanden sich früh auf ihren Plätzen ein, sodass sich die Zuschauerränge im „Hölzchen“ bereits vor Anpfiff füllten. Vor dem Spiel gab es noch eine nette Geste des Vereins, als Präsident Nellessen Martin Gebauer und Benedikt Nellessen standesgemäß verabschiedete. Die Fans gaben den beiden Spielern den letzten verdienten Applaus. Nellessen zeigte sich von der Kulisse beeindruckt und hatte lobende Worte für die Lok-Anhänger übrig. „Unsere Fans waren sehr friedlich und diszipliniert“, erklärt er. Und dies war auch ein wichtiger Punkt. Schließlich waren sämtliche große und deutschlandweit bekannte Medien und Fernsehanstalten im „Hölzchen“ vor Ort. Eine ganze Nation hatte die Möglichkeit, ein Auge auf Stendal zu werfen. Negative Fanauftritte hätte sich der Verein ungerne geleistet. Solch ein Fehlverhalten blieb aus. Und die Stendaler Waldseite setzte noch einen drauf und überzeugte mit einer Choreografie, die auch Nellessen nicht entgangen ist.

Die Spieler des 1. FC Lok Stendal überzeugten auf dem Platz, die Fans taten es ihnen auf den Rängen mit einer ansehnlichen Choreografie gleich. Dafür hatte Präsident Nellessen viel Lob übrig. 

„Wir haben heute Werbung für Stendal gemacht. Die Choreografie der Fans fand ich gut und sehr einfallsreich“, sagte Nellessen über die Kreativität der Lok-Zuschauer. Zum einen spielten sie mit einem schwarzen „Pokalschreck“-Banner in roter Schrift auf die erfolgreiche DFB-Pokal-Saison an, als die Altmärker erst im Viertelfinale an Bayer Leverkusen nach Elfmeterschießen scheiterten. Zusätzlich färbte sich die komplette Waldseite in Stendals schwarz-roten Vereinsfarben, als die Fans ein großes Tuch hervorholten und somit ihren gelungenen Auftritt krönten.

Einige Plätze blieben leer. Dies störte den Vereinspräsidenten vom 1. FC Lok Stendal keinesfalls. „Wir konnten bis zu 3100 Karten verkaufen. Am Ende waren 98 Prozent weg. Für mich persönlich war das Spiel ausverkauft und gut gefüllt“, meint Nellessen, der sich auch bei den vielen Helfern im Hintergrund bedankte: „Wir haben das toll gemacht und hatten 40-50 Helfer.“ Ohne die Unterstützung und die enge Zusammenarbeit wäre solch ein Fußballfest in Stendal nicht möglich.

Nellessen ist sichtlich zufrieden. Der Verein verkaufte sich trotz des 0:5 auf dem Rasen gut. Die Fans standen dem auf den Tribünen in nichts nach. Somit feierte Lok eine gelungene Rückkehr auf die DFB-Pokalbühne und kann sportlich als auch organisatorisch ein solides Fazit ziehen. Dem entfernten Fußballfan ist Stendal ab dem vergangenen Sonntag nicht mehr fremd. Die Erinnerungen an dieses Spiel werden bleiben. Ebenso wie der gute Eindruck von der Stadt und der Region.

Von Patrick Nowak

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