TISCHTENNIS Das bittere Aus von Landesligist TSV Tangermünde

„Was nicht ist, das ist nicht“

Trauriges Ende: Die Zeiten, in denen Stefan Bindemann mit dem TSV Tangermünde höherklassig das Niveau mitbestimmte, sind vorerst vorbei.
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Trauriges Ende: Die Zeiten, in denen Stefan Bindemann mit dem TSV Tangermünde höherklassig das Niveau mitbestimmte, sind vorerst vorbei.

Tangermünde – Es war eine Nachricht, die einschlug und einer Zäsur für den Tischtennis-Sport in der Region gleichkommt.

Der TSV Tangermünde, stolzer Verein und über Jahre ein sportlich erfolgreiches Aushängeschild, hat unlängst seine erste Herren-Mannschaft mit sofortiger Wirkung aus dem Spielbetrieb der Landesliga zurückgezogen.

Die personellen Probleme waren zu groß geworden. Eine Lösung nicht mehr in Sicht. „Die Mannschaft war nicht mehr zu halten. Uns haben zu viele Spieler verlassen. Wir hätten zwar weiter mit Spielern aus der zweiten und dritten Mannschaft auffüllen können, aber so kannst du in der Landesliga nicht mehr mithalten“, erklärte TSV-Sportwart Olaf Riemann auf AZ-Nachfrage. Beim TSV haben sie das bereits seit Monaten andauernde Problem nun pragmatisch gelöst. Abmeldung. Freiwilliger Abstieg. Schlussstrich.

Ein Schritt, der schmerzt, denn die Ansprüche des TSV waren einmal andere. Die Kaiserstädter spielten in der Verbandsliga, hatten mit Stefan Bindemann einen Landesmeister in ihren Reihen, bestimmten mit dem TuS Bismark das Niveau in der Altmark. „Dass wir so hoch gespielt haben, hat viele Spieler angelockt. Jetzt, wo wir nur noch in der Landesliga waren, sind die Spieler weitergezogen“, sagt Riemann enttäuscht. Ein bisschen mehr Loyalität zu ihrem Verein, das hätten sich die TSV-Verantwortlichen von dem einen oder anderen Aktiven gewünscht.

„Noch im Sommer haben alle Spieler erklärt, Landesliga spielen zu wollen. Als die Saison dann lief, waren unsere Nummer eins und zwei gleich nach dem Beginn weg“, blickt Riemann etwas verbittert zurück. Mit dem unerwarteten Verlust der Topspieler ging der Absturz in den Landesliga-Keller einher. Die Personalsorgen wurden noch größer, nun gab der Verein auf. „Natürlich ist da jetzt Wehmut dabei. Aber was nicht ist, ist halt nicht“, meint Riemann trocken.

Die Abmeldung des Landesliga-Teams hat für den Verein nun weitreichende Folgen. Positive und negative. Zum einen musste nun auch die dritte Mannschaft (Kreisliga) abgemeldet werden. Zum anderen hat der TSV jetzt die Möglichkeit, seine Reserve personell zu verstärken und so die Chancen im Abstiegskampf der Kreisoberliga zu verbessern. Aktuell ist Tangermünde II dort Vorletzter.

Beim TSV hat sich die Geschichte dieser Tage im Schnelldurchlauf wiederholt. Bereits im vergangenen Sommer hatte der Verein sein überaus erfolgreiches Damen-Team abmelden müssen. Es sind auch die Folgen des demografischen Wandels, die der Klub besonders schmerzhaft zu spüren bekommt. „Wenn es die Jugend nicht mehr in der Altmark hält, kannst du nichts machen“, stellt der TSV-Sportwart resignierend fest.

Wie es für die Tischtennis-Abteilung des Vereins in der kommenden Saison weitergeht, ist aktuell völlig offen. Riemann: „Wir führen Gespräche und hoffen auf den einen oder anderen Rückkehrer. Vielleicht spielen wir mit einer Mannschaft in der Bezirksliga und mit einer in der Kreisklasse.“ Langfristig möchte sich der TSV von externen Spielern unabhängig aufstellen und sein Wohl verstärkt über die eigene Jugend definieren.

„Wir müssen unseren Nachwuchs in die höheren Mannschaften bekommen. Das ist unser Ziel und die Perspektiven sind da. Bei der heutigen Jugend ist es aber nicht ganz so einfach, weil natürlich viel Disziplin dazugehört“, sagt Riemann, der mit dem TSV schon bald wieder positivere Schlagzeilen schreiben möchte. Mit dem Tischtennis in Tangermünde wird es weitergehen, wenn auch vorerst ohne den ganz großen Glanz vergangener Tage.

VON TOBIAS HAACK

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