FUSSBALL – OBERLIGA Lok sucht den neuen starken Mann

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Nachfolger in Sicht? Ulrich Nellessen hofft, dass sich für den 1. FC Lok Stendal zeitnah ein neuer Präsident findet.

Stendal – Der 1. FC Lok Stendal hat auf der Suche nach einem neuen Präsidenten noch keine signifikanten Fortschritte zu verkünden.

Nachdem der bisherige Amtsinhaber Ulrich Nellessen vor gut einem Monat erklärt hatte, bei der kommenden Vorstandswahl nicht mehr kandidieren zu wollen, steht der Verein vor der Aufgabe, noch bis Ende des Jahres einen Nachfolger zu finden und diesen auf einer Mitgliederversammlung ins Amt wählen zu lassen.

Nellessens seinerzeit gegenüber der Altmark Zeitung geäußerten Befürchtungen, dass sich die Suche nach einem Nachfolger schwierig gestalten könnte, haben sich bislang als wahr herausgestellt. Wie aus Vereinskreisen zu vernehmen war, laufen die Gespräche mit möglichen Kandidaten zwar auf Hochtouren, doch der eine oder andere Auserwählte hat dem 1. FC Lok auch schon eine Absage erteilt.

Kurzum: Einen Durchbruch kann das noch amtierende Gremium um Nellessen und Finanzvorstand Torsten Pfeiffer Stand jetzt nicht vermelden. Die Arbeit an einer Lösung ist aber intensiv und auch die Zuversicht, das Bestmögliche für den Verein zu erreichen, ist bei den Verantwortlichen zu hundert Prozent gegeben. So gänzlich erfolglos scheinen die Gespräche auch gar nicht zu laufen. Der Klub hält sich offiziell zwar bedeckt, doch die fällige Mitgliederversammlung soll voraussichtlich am 8. November über die Bühne gehen. Da dieser Termin nicht mehr allzu weit entfernt ist, dürfte eine Lösung wohl in Reichweite sein.

Gesucht wird eine Person aus Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft, die wie der scheidende Präsident eine gewisse Reputation mitbringt. Nun wachsen solche Leute bekanntlich weder auf Bäumen noch reißen sie sich darum, am „Hölzchen“ ins vorderste Glied der Entscheidungsträger zu rücken. Dabei hat der Verein durchaus einige Pfunde, mit denen er in die Verhandlungen ziehen kann. Unter Nellessen hat sich der Klub wirtschaftlich stabilisiert. Die chaotischen Zeiten mit Zahlungsunfähigkeit und Insolvenzen gehören längst der Vergangenheit an.

Der 1. FC Lok Stendal ist in der elfjährigen Nellessen-Ära seriöser geworden, hat an Bodenständigkeit und Realismus gewonnen. Ausgenommen der turbulenten Hinserie der Vorsaison wird beim 1. FC Lok über Jahre mit Ruhe und Besonnenheit gearbeitet. Positive Auswirkungen hatte dies nicht zuletzt auf den sportlichen Erfolg. Landesmeisterschaft, Aufstieg, DFB-Pokal-Teilnahme, mittlerweile absolvieren die Altmärker ihre dritte Oberliga-Saison am Stück. Die Zuschauerzahlen gehören zum oberen Drittel der Staffel. Auch wirtschaftlich hat der Traditionsverein zuverlässige Partner an seiner Seite, wenngleich Lok im Vergleich zur Konkurrenz eher ein kleiner Fisch der 5. Liga ist. Letzteres zu ändern wäre aber vielleicht eine reizvolle Aufgabe für den kommenden starken Mann des 1. FC Lok.

VON TOBIAS HAACK

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