Fußball, 3. Liga: 1. FC Magdeburg fährt den ersten Sieg ein / Michel Niemeyer in der Startelf

„Wahnsinn, einfach nur Wahnsinn“

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Die FCM-Spieler klatschten nach Abpfiff Beifall für ihre Fans, die sie das ganze Spiel über grandios unterstützt hatten.

Magdeburg. Sie lagen sich in den Armen, sie jubelten, klatschten und sangen mit ihren Fans. Nach Abpfiff gab es für die Spieler des 1. FC Magdeburg kein Halten mehr.

Nach einem Spiel mit Tiefen in der ersten Halbzeit und einem starken Comeback in Halbzeit zwei hat die Mannschaft von Trainer Jens Härtel die ersten drei Punkte eingefahren. Sicher ein Sieg mit dem Quentchen Glück am Ende, weil Lars Fuchs den Siegtreffer erst in der 89. Minute erzielte, aber auch kein unverdienter. In der Startelf auch Neuzugang Michel Niemeyer. Der geborene Salzwedeler gab sein Profi-Debüt.

„Wahnsinn, einfach nur Wahnsinn.“ Michael Niemeyer konnte es kaum glauben. Nach Abpfiff ließ sich der 19-Jährige von mitgereisten Fans umarmen. Riesenfreude, aber auch Erleichterung standen dem Abwehrspieler ins Gesicht geschrieben. Vor solch einer Kulisse hat der gebürtige Salzwedeler noch nie gespielt. Dass ihm Trainer Jens Härtel von Beginn an sein Vertrauen geschenkt hat, erfüllt Niemeyer mit Stolz, lässt ihn aber keineswegs die Bodenhaftung verlieren. Auch auf dem Rasen hätte er Freitagnacht noch länger bleiben können.

Was war das für ein Saisonauftakt! Emotional getragen von den enthusiastischen Fans. Auch als der FCM nach einem vom Erfurter Mario Erb in der 31. Minute direkt verwandelten Freistoß in Rückstand geriet, ließen die Blau-Weißen nicht nach mit ihren Anfeuerungsgesängen. Ihre Mannschaft agierte indes ein wenig ängstlich. Teilweise fahrig, nicht mutig genug, wie Härtel hinterher resümierte. Bei Standardsituationen bekamen die Magdeburger die Wucht der Thüringer zu spüren, Erfurt übernahm die Kontrolle über das Spiel.

Nach der Halbzeitpause kam ein völlig anderer FCM aus der Kabine. Die Jungs trauten sich mehr zu, präsentierten sich offensiver. Die besseren Möglichkeiten waren nun auf ihrer Seite. Als Christian Beck in der 60. Minute nach einer Ecke den Ball bekam und ihn ins Erfurter Netz köpfte, wurde die Arena zu einem Hexenkessel und in ein blau-weißes Fahnenmeer gehüllt.

Nach dem Ausgleich „hat eigentlich jeder gedacht, das Spiel plätschert so dahin“, konstatierte Härtel. Doch Lars Fuchs gelang es kurz vor dem Schlusspfiff, nach einem Erfurter Fehlpass an den Ball zu kommen und ihn eiskalt in die Maschen zu schießen. Grenzenloser Jubel entbrannte, als kurze Zeit später der Abpfiff ertönte. Michel Niemeyer, der in der 79. Minute ausgewechselt wurde, rannte auf den Rasen. Erstes Spiel in Liga drei, erster Sieg. Besser hätte der Auftakt nicht sein können.

• Tore: 0:1 Erb (31.), 1:1 Beck (60.), 2:1 Fuchs (89.).

• 1. FC Magdeburg: Glinker – Butzen, Schiller, Handke, Niemeyer (79. Schlosser), Löhmannsröben, Sowislo, Fuchs, Farrona-Pulido (46. Razeek), Hebisch (75. Chahed), Beck.

• Rot-Weiß Erfurt: Klewin – Odak, Laurito, Eichmeier, Erb, Menz, Bichler, Pigl (67. Bergmann), Tyrala, Aydin (60. Szimayer), Kammlott (84. Uzan).

• Zuschauer: 21079.

Von Sabine Lindenau

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