VIRTUELLER LAUF Tangermünder Idee bleibt im Internet beliebt

„Das war vorher nie da“

Im April erfrischend, heute im Internet zu finden: mittlerweile sind T-Shirts und Medaillen für sämtliche virtuelle Läufe online verfügbar. Der Tangermünder Elbdeichmarathon hatte diese Idee früh erfolgreich umgesetzt. Foto: sensenschmidt

Tangermünde – Virtuelle Läufe sind nach wie vor in aller Munde. So kann man sich im Internet per Mausklick auf den Warenkorb für den morgigen „Original Lissabon Fado Run“ einkleiden und erhält eine Startnummer, eine Urkunde und die Lissabon-Medaille.

Dieser Prozess kommt einem noch recht bekannt vor. Genau diesen Weg wählte Carsten Birkholz, Finanzwart vom Tangermünder Elbdeichmarathon e. V. , mit seinem Organisationsteam bereits während des ersten Lockdowns im Frühjahr. Das Resultat: ein virtueller Lauf, der unter dem Namen „Coronathon“ durchgeführt wurde. Allerdings weisen diese heutigen Veranstaltungen wenige Gleichmäßigkeiten zu dem aus der Not heraus geborenen Tangermünder Herzensprojekt auf.

Birkholz’ Umsetzung war im April ein voller Erfolg gegen die Absagenflut. Der Lohn folgte kürzlich mit der Auszeichnung mit dem ersten Platz der „Sterne des Sports“ in Bronze. Daran schloss sich dann der Sieg auf Landesebene samt Qualifizierung für den Bundesentscheid im kommenden Januar an. Birkholz hat den weiterfortführenden Trend der virtuellen Läufe ebenfalls registriert und beobachtet dieses Szenario seit einem längeren Zeitraum. „Bei Facebook bekomme ich jede Woche einen neuen virtuellen Lauf angezeigt. Das war vorher noch nie da.“

Birkholz kennt die Laufszene ganz gut und mutmaßt, dass die Sportler mittlerweile das Interesse an solchen Veranstaltungen verloren haben. Schließlich war die Tangermünder Idee des „Coronathons“ vor etwas mehr als einem halben Jahr zu Zeiten des ersten Lockdowns und der Flut an in Massen abgesagten Veranstaltungen noch relativ neu, unbekannt und ein positives Zeichen an die treue Laufgemeinschaft. „Es war Frühling, alle wollten raus. Alle wussten nicht mit dieser Situation umzugehen“, erinnert sich Birkholz.

Von dieser Umsetzung zeigten sich nicht nur Läufer angetan, die mit der Altmark heimatverbunden sind, sondern auch darüber hinaus. So war es unter anderem Fritz Rietkötter, den Birkholz im damaligen Gespräch mit der Altmark Zeitung „einen der treuesten Begleiter“ des Elbdeichmarathons nannte, der sich auf Anhieb für diese Umsetzung begeistern konnte. Sein Lauftreff aus Wildeshausen zögerte nicht, diese Idee mit zahlreichen Teilnehmern zu unterstützen.

Derzeit läuft auf der Vereinsseite des Tangermünder Elbdeichmarathons der Countdown bis zum nächsten Lauf, der für den 18. April 2021 terminiert ist. Ob er umgesetzt werden kann – egal in welcher Form, ist aufgrund der aktuellen Corona-Situation fraglich. Zumal Birkholz und sein Organisationsteam mehrere Monate für die Planung benötigen. „Wir haben es noch nicht endgültig entschieden, aber bisher hat keiner die weitere Idee, das nächstes Jahr noch mal virtuell zu machen. Es hat sich auch überholt.“ Die aktuellen Lauftrends hält Birkholz für „unpersönlich“, mit dem Wissen, dass der damalige Tangermünder Weg eine Herzensangelegenheit für die Gemeinschaft war: „Wir werden uns dem nicht anschließen, um Geld zu machen.“

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