FUSSBALL Trainer Martin Obst hört beim 1. FC Lok Stendal II im Guten auf

Von Null auf Hundert

Legt sein Traineramt mit erfüllten Zielen nieder: Martin Obst, der den 1. FC Lok Stendal II von der Fußball-Kreisoberliga in die Landesklasse führte und seinen Posten mit guten sportlichen Erinnerungen abgibt. Foto: nowak
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Legt sein Traineramt mit erfüllten Zielen nieder: Martin Obst, der den 1. FC Lok Stendal II von der Fußball-Kreisoberliga in die Landesklasse führte und seinen Posten mit guten sportlichen Erinnerungen abgibt.

Stendal – Der 1. FC Lok Stendal hat kürzlich darüber informiert, dass Martin Obst sein Traineramt bei der Lok-Reserve, die in der Fußball-Landesklasse spielt, niederlegt und Steffen Säger den Posten übernimmt.

Im Gespräch mit der Altmark-Zeitung verdeutlicht Obst, dass er mit dieser Entscheidung leben kann und den Platz an der Seitenlinie im Guten abgibt. Zudem zeigt er sich glücklich über die positive Entwicklung der Zweitvertretung der Eisenbahner.

„Ich habe da jetzt auch keine Probleme mit“, gibt Obst, der jetzt die Zeit mit der Familie genießen will, zu. Das Wichtigste für den 31-Jährigen ist, dass das Reserveteam des 1. FC Lok, das als Aufsteiger in der Landesklasse über dem Strich steht, in eine sportliche Zukunft ohne Hindernisse geht. Auch ohne Obst auf der Trainerbank. „Man versucht, die zweite Mannschaft so aufzustellen, dass sie für die Erste eine Unterstützung ist.“ Diesen besonderen Auftrag wird von nun an Steffen Säger als neue Bezugsperson übernehmen.

Obst, der für den Post SV Stendal und den SV Medizin Uchtspringe II spielte, übernahm „notgedrungen die Verantwortung“, wie er sagt, bei der zweiten Mannschaft der Mediziner. Zeitgleich stand Jörn Schulz, heutiger Cheftrainer von Lok Stendals Oberliga-Elf, bei der ersten Uchtspringer Vertretung an der Seitenlinie. Nachdem Schulz zu Barleben wechselte und dann im November 2018 als Coach des 1. FC Lok Stendal vorgestellt wurde, bot sich für Obst die Chance, die Zweitvertretung der Eisenbahner in der Saison 2019/2020 zu coachen. „So war der Kontakt schon da“, meint Obst, der Stendals Vorstand von Schulz als Lok II-Trainer vorgeschlagen wurde.

Martin Obst und seiner Mannschaft gelang auf Anhieb der Aufstieg in die Fußball-Landesklasse. Dabei war es in der Vergangenheit nicht immer einfach mit dem 1. FC Lok Stendal II. Gerade personell. Doch Obst und der Verein als Gesamtheit haben die Probleme gelöst und so den sportlichen Lohn für die gute Arbeit erhalten. „Nach einer Weile hat das funktioniert. Man ist da schon stolz darauf, dass man da etwas geschaffen hat. Es ist schon von Null auf Hundert eigentlich gewesen“, blickt Obst auf die vergangenen anderthalb Jahre zurück.

Dennoch kam es für ihn „überraschend“, dass plötzlich Schluss ist. Bedingt durch die Corona-Pandemie habe die Entscheidung abflachend gewirkt. Es sei für ihn nicht schlimm gewesen, unterstreicht Obst. Dennoch sei es schade, dass man die ganze Arbeit „jetzt einfach schnell abgibt“. Entscheidend ist, dass der scheidende Coach mit dem Verein im Guten auseinandergeht.

Für Martin Obst war es eine spannende, lehrreiche und vor allem erfolgreiche Zeit. Dies hat auch der 1. FC Lok Stendal registriert und den 31-Jährigen auf seiner Facebookseite öffentlich mit warmen Worten verabschiedet. „Ich bin mir sicher, auch der Verein schätzt das, was in den letzten anderthalb Jahren passiert ist“, erklärt Obst.

Gleichzeitig haben ihn die schönen Worte von Jörn Schulz („Menschenfänger“, Anm. d. Red.) berührt. „Jörn ist in dem Fall sozusagen auch ein Freund. Das hat auch immer gut gepasst in jeglicher Hinsicht. Von daher ist es schön, so etwas zu hören, ganz klar.“ Wie es für Martin Obst in der Fußball-Altmark weitergeht, bleibt offen. Er selbst hat noch keine konkreten Pläne, setzt sich nicht unter Druck und freut sich auf die vorerst fußballfreie Zeit.

VON PATRICK NOWAK

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