AZ-Serie „Heimliche Stars“: Michael Dietrich ist bei den Bogenschützen das große Organisationstalent

Ein Volltreffer für den BC Bellingen

Wenn es die wenige Freizeit erlaubt, greift Organisationstalent Michael Dietrich auch selbst noch zum Recurve-Bogen. Foto: Buchholz

Bellingen. Pressesprecher, Jugendwart, Sportlicher Leiter, Platzwart – Michael Dietrich ist beim Bogenclub (BC) Bellingen das Allroundtalent. Nebenbei schießt er auch noch und ist in seinem Heimatdorf stellvertretender Wehrleiter.

Keine Frage: Freizeit ist im Leben des 26-jährigen Diplom-Ingenieurs ein kostbares Gut. Darunter leiden zwar die sportlichen Erfolge, doch Dietrich ist bei den Bellinger Bogenschützen trotzdem unverzichtbar.

1999 hat er seine Leidenschaft für Pfeil und Bogen entdeckt, beim Dorffest in Bellingen auf dem Vereinsgelände des BCB. „Das hat Spaß gemacht, deshalb bin ich dabei geblieben“, erinnert sich der Konstrukteur, der nach seinem Maschinenbau-Studium in Magdeburg arbeitet. Dort hat er den Schreibtisch immer voll, mindestens einmal in der Woche versucht es Dietrich dennoch zum Training zu kommen.

Auch um mit seinen Vereinskollegen in engem Kontakt zu bleiben. Mit Wolfgang Voigt – er gehört zusammen mit Peter Keijzer und Ingeborg Kranz zu den aktivsten und vor allem erfolgreichsten Bellinger Bogenschützen – arbeitet Dietrich eng zusammen. Besonders wenn es um Meldungen für Turniere geht, sind die beiden die Hauptansprechpartner im Verein. „Mittlerweile sind wir nicht mehr ganz so viele Mitglieder, deshalb haben wir damit nicht mehr ganz so viel zu tun.“

Dietrich stapelt tief, das weiß auch die Bellinger Vereinschefin Doreen Bartel-Olitzsch. Nicht umsonst sagt sie: „Michael ist meine sichere Bank, auf ihn ist immer Verlass. Wenn ich Michael im Verein nicht hätte, wäre ich wahrscheinlich keine Vorsitzende“. Gerade bei der Organisation und Durchführung großer Turniere ist der 26-Jährige immer ganz eng mit eingebunden. Einmal im Jahr versuchen die BCB-Schützen, auf ihrem Vereinsgelände ein größeres Turnier auszurichten. Drei Deutsche Meisterschaften, unzählige Landestitelkämpfe und in jedem Jahr das eigene Windturnier haben die Bellinger mit tatkräftiger Unterstützung von Dietrich ausgerichtet.

„Es packen aber noch einige andere mit an“, sagt der Recurveschütze bescheiden. Viel Arbeit lastet dennoch auf wenigen Schultern, doch das ist laut Dietrich kein Problem. „Wichtig ist doch, dass man sich auf die Leute verlassen kann, die mithelfen.“ Der Multifunktionär ist eben kein Mann großer Worte, sondern lässt Taten sprechen.

Das wird auch am Wochenende 25./26. Mai vonnöten sein, wenn der BC Bellingen den Deutschen Verbandspokal für Erwachsene ausrichtet, einen sportlichen Vergleich unter den Bundesländern. Aufgeregt ist Dietrich trotz des Großereignisses aber keineswegs. „Wir wissen wie der Hase bei solchen Veranstaltungen lang läuft.“ Er bleibt dabei vollkommen gelassen. In den zurückliegenden Jahren hätten der Verein und seine Mitglieder genügend Erfahrungen gesammelt und dabei festgestellt, dass solche Großereignisse einfacher zur organisieren sind als eigene Turniere. „Vom Landes- oder Bundesverband werden wir ganz ordentlich unterstützt“, erklärt der Bellinger.

Im vergangenen Jahr bei den Landesmeisterschaften im Altmark-Dorf war das ausnahmsweise mal nicht der Fall, wie Dietrich enttäuscht berichtet. „Aber das haben wir mit dem BSSA (Bogensportbund Sachsen-Anhalt, Anm. d. Red.) kritisch ausgewertet“, ergänzt er.

Michael Dietrich wird beim Verbandspokal nicht mit an den Start gehen, zu stark ist die Konkurrenz in der Herren-Altersklasse im Land. „Bei dem wenigen Training, das ich mache, ist das nicht drin“, räumt er ein.

Dafür könnte Ingeborg Kranz den BC Bellingen vertreten. Sportlich hat sie das Zeug dazu, doch genauso wie Dietrich ist ihr vielmehr an einem gelungenen Ablauf des Verbandspokals gelegen. „Einer muss sich doch um die Versorgung der Sportler kümmern“, sagt sie. Michael Dietrich schmunzelt, hat für das Problem aber natürlich eine Lösung angekündigt, so dass Kranz starten kann. Er kümmert sich eben um alle Belange im Verein.

Von Christian Buchholz

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