LAUFSPORT Torsten Wagner nimmt am 39. „Ossiloop“ teil

Virtuell bis ans Meer

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Halbzeit: Am Dienstag absolvierte Torsten Wagner in heimischen Gefilden die dritte von insgesamt sechs Etappen des diesjährigen „Ossiloop“.

Altmark/Leer – Aktuell findet im Norden Deutschlands eine besondere und überaus traditionsreiche Laufveranstaltung statt. Zum mittlerweile 39. Mal wird nämlich der sogenannte „Ossiloop“ ausgetragen.

Dabei handelt es sich um einen Lauf mit insgesamt sechs Etappen mit unterschiedlichen Streckenlängen, die in drei Wochen absolviert werden müssen.

Das Interessante dabei ist, dass die Strecke von Leer in Ostfriesland bis nach Bensersiel an der Nordsee und somit direkt ans Meer führt. Diese Laufveranstaltung wurde bereits 1982 ins Leben gerufen und fand seitdem in jedem Jahr statt. Doch die aktuelle Situation rundum die Corona-Pandemie macht auch vor solch traditionsreichen Sportevents keinen Halt. Mit Blick auf die vorherrschenden Kontaktbeschränkungen war ein Lauf unter gewohnten Bedingungen nicht möglich, sodass die Organisatoren zum Handeln gezwungen waren.

Not macht bekanntlich erfinderisch und so wurde die 39. Auflage des „Ossiloop“ virtuell ausgeschrieben. Soll heißen: Die sechs Etappen, die in den drei Wochen zu absolvieren sind, bleiben bestehen. Allerdings laufen die Teilnehmer die Strecken allein für sich in heimischen Gefilden. Eine Auswertung gibt es jedoch trotzdem. Es wurde nämlich eigens für diesen Sonderfall eine App erstellt. Die Teilnehmer, die sich im Vorfeld anmelden mussten, bekommen einen Zugang für die App und können dort ihre gelaufenen Zeiten der jeweiligen Etappe speichern. Die Resonanz ist übrigens überwältigend, denn in diesem Jahr nehmen knapp 3.400 Aktive teil und begeben sich somit von Leer bis ans Meer, zumindest virtuell.

Virtuell von der Altmark nach Ostfriesland

Doch was hat diese Laufveranstaltung aus Ostfriesland nun mit der Altmark zu tun? Auf den ersten Blick zugegebenermaßen nicht wirklich viel. Doch bei genauerer Recherche schließt sich dann doch der Kreis, denn unter den zahlreichen Teilnehmern sind auch Altmärker zu finden. Einer von ihnen ist Torsten Wagner, passionierter Hobby-Läufer und Co-Trainer beim Handball-Verbandsligisten HSG Altmark West. „Im letzten Jahr habe ich jemanden kennengelernt, der mir von diesem Lauf erzählt und davon geschwärmt hat. Ich war interessiert und bin dann tatsächlich eine Etappe in Bensersiel an der Nordsee mitgelaufen. Die dortige Atmosphäre hat mich wirklich begeistert“, erzählt Wagner. „Als ich dann gehört habe, dass es in diesem Jahr sozusagen einen virtuellen Lauf gibt, brauchte ich nicht lange überlegen und habe mich direkt angemeldet.“

Am Dienstag stand schließlich die dritte Etappe auf dem Programm, die der 40-Jährige wie die beiden vorangegangenen, natürlich auch absolvierte. Dabei hat er ein ganz klares Ziel. „Ich will unbedingt das T-Shirt, das jeder Teilnehmer bekommt, der alle sechs Etappen bewältigt“, so Wagner. Dieses T-Shirt kommt dann mit dem Aufdruck „Dörloper“, plattdeutsch für Durchläufer, und kann sozusagen als Trophäe bezeichnet werden.

Am 15. Mai steht die letzte Etappe über 10,2 Kilometer auf dem Programm, die Torsten Wagner natürlich abspulen will, um das große Ziel, in diesem Fall das virtuelle Meer, zu erreichen. Im kommenden Jahr soll der „Ossiloop“ dann wieder ganz normal und in Realität ausgetragen werden. „Daran einmal wirklich teilzunehmen. wäre schon reizvoll. Allerdings ist das für mich wohl nicht machbar, denn ich habe natürlich keine Zeit innerhalb von drei Wochen alle paar Tage nach Ostfriesland zu fahren“, gibt Wagner zu.

Aber wenn alles glatt läuft, dann hat er den „Ossiloop“ Mitte Mai ja schon einmal bewältigt und das Meer erreicht, wenn auch nur auf virtuellem Weg in heimischen Gefilden.

VON TOBIAS WEBER

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