Fußball, Altmarkstrompokal – Achtelfinale: Möringen nach 2:5 verärgert über TuS-Brasilianer

„Zu viele Schauspieler“

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Foul oder Schwalbe? Diese Frage stand im Achtelfinale zwischen Möringen (links, Philipp Kühne) und dem TuS Wahrburg (rechts, Luiz Adriano) oft im Raum.

Möringen. Vor über 200 Zuschauern in der heimischen Pappelarena ist der Möringer SV am Sonntagnachmittag im Achtelfinale des Altmarkstrompokals gegen den TuS Wahrburg ausgeschieden.

Die Mannschaft von Trainer Steffen Säger unterlag den „Blauen Bullen“ verdient, aber etwas zu deutlich, mit 2:5 (2:3). Thema des Tages waren einmal mehr die brasilianischen Legionäre der Gäste.

„Wahrburg hat für mich ein gutes Team mit zu vielen Schauspielern“, schimpfte MSV-Coach Säger nach der Partie. Wie bereits etliche Mannschaften vor ihnen störten sich die Möringer am vermeintlich unfairen Spiel der Südamerikaner. „Was die Brasilianer auf den Platz gebracht haben, ist sehr unfair gelaufen“, wetterte Säger. In der Tat war auch das Achtelfinal-Derby zwischen dem MSV und dem TuS nicht frei von Nickligkeiten – allerdings auf beiden Seiten. Der Unparteiische zückte insgesamt neun Gelbe Karten: sechs für Möringen, drei für die Gäste.

Zum Glück für die zahlreichen Zuschauer wurde in Möringen aber auch Fußball gespielt – und das ziemlich unterhaltsam. Nach einem haarsträubenden Torwartfehler brachte Kevin Beyer die Hausherren frühzeitig in Führung (16.). Diese währte allerdings nicht lange. Niklas Wendt vertändelte den Ball, Felix Belling schloss trocken zum 1:1 ab (20.). Was folgte, war für Säger und die Möringer spielentscheidend. Nachdem Philipp Kühne im Strafraum per Ellenbogenschlag niedergestreckt worden war, blieb ein möglicher Pfiff aus. „Klarer Strafstoß und Rote Karte“, schätzte Säger ein und erhielt dafür im Nachgang sogar Zustimmung von Wahrburger Seite. Stattdessen gab es den Elfmeter auf der Gegenseite. Fernab des Balles stellte MSV-Innenverteidiger Steffen Kumpe Wahrburgs Markus Bröker ein Bein. Ein Strafstoß der Kategorie „denkbar unnötig“. Der Gefoulte trat selbst an und versenkte (29.). Per Sonntagsschuss erhöhte Escobar Rodas wenig später auf 3:1 (36.), nachdem Möringen unmittelbar zuvor am Pfosten gescheitert war. Den Schlusspunkt eines turbulenten ersten Durchgangs setzte Patrick Huch per Kopfballtreffer nach einem Eckstoß – 2:3 (41.).

Im zweiten Abschnitt schafften es beide Teams nicht, die hohe Schlagzahl an Höhepunkten zu halten. Die Chancen wurden deutlich weniger, verloren aber nicht an Qualität. Huch etwa scheiterte freistehend am TuS-Keeper (57.). Auf der Gegenseite köpfte Rocha Santos nach einem Eckstoß freistehend über den Kasten (59.), ehe er bei seinem Abstauber zum entscheidenden 4:2 (75.) keine Mühe mehr hatte. Joker Clayton Roberto nickte in der Nachspielzeit nach einem sauberen Angriff noch zum 5:2-Endstand ein. „So wie das Spiel gepfiffen wurde, war es ein verdienter Sieg für Wahrburg“, fasste Säger verbittert zusammen.

• Tore: 1:0 Kevin Beyer (16.), 1:1 Felix Belling (20.), 1:2 Markus Bröker (29./FE), 1:3 Escobar Rodas (36.), 2:3 Patrick Huch (41.), 2:4 Rocha Santos (75.), 2:5 Clayton Roberto (90.+2).

• Möringer SV: Ziesmann - Klipp (46. Jäger), Genderjahn, Kumpe, Ehricke (73. Eggert) - Schönburg, Wendt, Kühne - Beyer, Huch, Reiter (63. Lübke).

• TuS Wahrburg: Leonardo - Thiago, Luiz Adriano (81. Gomes Dinez), Rocha Santos, Escobar Rodas - Schröder (40. Oliviera), Braga Catharino, Belling, Beckmann (71. Clayton Roberto) - Bröker, Prenzel.

Von Tobias Haack

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