Wunsch erfüllt: Kapitän Thomas Eckstedt geht mit dem SV Grieben ungewöhnlich in den Landesfußball

Viel besser als nix

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Thomas Eckstedt, noch 36, ist bereit für die Herausforderung Landesklasse – die hat er sich immer gewünscht.

Grieben. Auf der Kino-Leinwand war der SV Grieben, der einer Fußball-Mannschaft im Film ihren Namen gab, schon eine große Nummer. Der wahre SV Grieben hat Erfolg im wirklichen Fußballer-Leben. Einer vom echten SV Grieben ist Thomas Eckstedt (36).

Und der Kapitän des Aufsteigers in die Fußball-Landesklasse weist eine außergewöhnliche Fußball-Vita auf.

Denn allzu lange spielt „Ecki“, wie sie ihn in der Ostaltmark kennen, noch gar nicht Fußball. Erst mit 23, in der Saison 2003/2004, stieg der heutige Abwehr-Chef des Meisters in den Herren-Spielbetrieb ein – in der Kreisoberliga. Das Ziel war schon vorher klar: Ich will in den Landesfußball. 14 Jahre später hat es geklappt. Mit dann 37 Jahren (in zwei Wochen ist es soweit) spielt Eckstedt seine erste Saison auf Landesebene. „Ich habe mir immer gewünscht, mit Grieben in der Landesklasse zu spielen“, freut sich der Routinier, dass es jetzt endlich so weit ist. Für ihn sei es „eine sportliche Ehre“.

Früher war er mal Jugendspieler bei Empor Tangermünde, dem Vorgängerverein der heutigen Saxonia. Dann kam lange nichts, bis sich Eckstedt entschloss, für den kleinen Dorfverein die Fußballschuhe zu schnüren. Er ist bereit für die Herausforderung Landesklasse. „Ich fühle mich gut“, sagt Eckstedt und lacht. Eckstedt hängt die Fußballlose Zeit einfach hinten dran. „Wir haben uns das verdient“, spricht der Kapitän – er selbst hat sich seinen Wunsch mit dem Aufstieg erfüllt.

Die Zeit in der Kreisoberliga war keine einfache. Mit Eintracht Schinne hatten die Griebener bis zum letzten Spieltag einen harten Konkurrenten. „Schinne war ein guter Gegner. Wir sind dem Druck standgehalten“, erklärt Eckstedt. Eben diese Schinner fügten dem SV zwei der drei Niederlagen zu, standen am Ende aber einen Punkt hinter dem Meister.

Nach der zweiten Niederlage zum Rückrundenauftakt nahm die Erfolgstory des SVG richtig Fahrt auf. Angestachelt von der 1:3-Heimpleite gewann die Mannschaft von Trainer Andreas Witte 14 Spiele in Folge. Ein bisschen erschöpft ist der fitte Eckstedt nach dem Saisonende schon. „Die letzten Wochen waren sehr anstrengend“, räumt er ein.

Das kleine Grieben mit seinen 759 Einwohnern, das 2014 schon Filmkulisse war in „Besser als nix“ mit Wotan Wilke Möhring als SVG-Trainer Carsten Rasmus, setzte der starken Rückrunde mit dem 5:0 am letzten Spieltag gegen Germania Klietz die Krone auf – und hielt die Schale in den Händen.

„Wir haben die Chance genutzt“, merkt Eckstedt sachlich an. Für die Mannschaft um den Routinier, aber auch die jungen Spieler wie die Brüder Aaron und Bennet Kaul sowie Marvin und Torben Konau, wird in der achten Liga eine solche Siegesserie wohl schwer zu erreichen sein. Doch der SV Grieben ist sich seiner Situation bewusst. „Für uns zählt nur der Klassenerhalt. Es wird interessant. Wir werden das Beste für unser Dorf geben“, gibt sich Eckstedt optimistisch. Der Kader soll zusammen bleiben und gegebenenfalls noch ergänzt werden.

Einer wie Abwehrchef Eckstedt wird sich in der neuen Liga voll reinhauen. „Wir freuen uns“. sagte er. Der echte SV Grieben dreht seinen eigenen Film.

Von Benjamin Post

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