FUSSBALL – LANDESKLASSE – 1:1 in Tangermünde reicht nicht

SVE verpasst den Aufstieg

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Diskussionsbedarf: Salzwedels Gregor Roth (l.) will die Entscheidung des Schiedsrichtergespanns um Stefan Dehmel nicht akzeptieren. Roth und seiner Elf wurde gegen Tangermünde ein Tor nach Wiederanpfiff aberkannt.

Tangermünde – Tränen. Trauer. Wut. Enttäuschung. Das ist nur ein Bruchteil der vermeintlichen Gefühlslage der Spieler von Fußball-Landesklassist SV Eintracht Salzwedel und Trainer Helge Kietzke.

Mit dem 1:1-Remis beim FSV Saxonia Tangermünde hat Salzwedel am Sonnabend im Saisonfinale den Aufstieg in die Landesliga verspielt. Statt auf dem Platz zu feiern, lagen die Salzwedeler auf dem Boden und vergruben ihre Gesichter in den Händen. Eintracht-Coach Kietzke schlich mit gesenktem Kopf alleine über den Platz. Ein Schiedsrichterpfiff und das nicht ausreichende Ergebnis beschäftigten Kietzke noch Minuten nach der Partie.

Auch zwei Tage nach dem Spiel fiel es dem Eintracht-Coach schwer, die richtigen Worte zu finden. „Das ist schon enorm schwer zu verkraften. Man hat der Mannschaft insbesondere in der ersten Halbzeit die Nervosität angemerkt, denn es war für die meisten Spieler eine völlig neue Situation“, blickte Kietke zurück und spielt damit auf den durchaus vorhandenen Druck an.

Tangermünde zeigte sich gewillt, das Fernduell um den Aufstieg zwischen Salzwedel und dem Möringer SV so offen wie möglich zu gestalten. Saxonia-Coach Steffen Lenz: „Es war ein intensives Spiel muss ich sagen. Ich denke, dass zwei gute Mannschaften auf dem Platz gestanden haben, die zurecht auf diesen Tabellenplätzen stehen.“

Beide Teams begannen offensiv und fanden in der Anfangsphase die Wege in die gegnerische Hälfte. Nennenswerte Torchancen blieben jedoch zunächst aus. Tangermündes Janis Kämpfer suchte Lars Korte in der Mitte, dann kam Friedrich Lenz an den Ball – wurde aber geblockt. Nach einer ausgeglichenen ersten Viertelstunde ergab sich eine große Möglichkeit für Salzwedel. Lenz spielte einen Fehlpass und Stefan Heuer brachte den Ball zu Mitspieler Pascal Kreitz, der an Saxonia-Keeper Ingo Arndt scheiterte (20.).

Die Saxonen ließen sich auf eigenem Platz nicht hinten hineindrängen, konnten aber keine gefährlichen Szenen kreieren. Sebastian Bäther konnte ein schweres Zuspiel nicht zielgenau verarbeiten (27.), Richard Wehrmann schoss nach Korte-Ablage drüber (28.). Auf der anderen Seite verhinderte ein zweifacher Pfostenschuss durch Niklas Gille und Gregor Roth das 1:0 für die Gäste (35.). Das Tor machte dann Tangermünde. Vor der Pause köpfte Daniel Groß eine Freistoßflanke von Franz Döhmann ein (42.).

Direkt nach Wiederanpfiff wurde es emotional. Salzwedels Hannes Pietscher schlug von links einen Ball ins Zentrum. Doch weder Groß noch Roth berührten den Ball. Als Fabian Beck von rechts an den Ball kam und ihn ins Tor beförderte, entschied der Linienrichter auf Abseits (46.). Und auf Salzwedeler Seite wusste keiner warum. „Diese Entscheidung grenzt an eine Katastrophe. Wenn wir in der Phase das 1:1 machen, dann gewinnen wir auch“, ist sich Kietzke sicher. Die Eintracht gab sich aber nicht auf.

Die Gäste rannten wütend an, wollten das 0:1 und den nicht gegebenen Treffer korrigieren. Heuer wurde per Heber bedient, vergab aber (68.). Tangermünde verpasste es ebenso, die Gelegenheiten durch Kämpfer (72.) und Korte (77.) zu nutzen. Salzwedel kam durch Julian Seehausen zum späten 1:1 (90.+5). Kurz darauf war Schluss. Der Salzwedeler Aufstiegstraum war geplatzt. „Fakt ist aber, dass wir das nicht am letzten Spieltag verspielt haben“, sagte Helge Kietzke.

VON PATRICK NOWAK

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