FUSSBALL – OBERLIGA Lok Stendals Präsident Weise entkräftet Fan-Vorwürfe

„Der Verein ist nicht pleite“

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Bietet einen Austausch an: Thomas Weise, Präsident des Fußball-Oberligisten 1. FC Lok Stendal, will das Gespräch mit den Fans suchen.

Stendal – Die Sportredaktion der Altmark Zeitung hat am gestrigen Dienstag folgenden Brief empfangen: „Der 1.

FC Lok Stendal hat kein Geld mehr! Am Mittwoch wird die Mannschaft informiert!

Nicht Corona; sondern die Misswirtschaft ist schuld; die Mannschaft zu teuer; 4 Vertragsspieler; hat keiner! Wo ist das Geld vom Pokal geblieben? Wir Fans der Waldseite werden es uns nicht bieten lassen: Siehe Körner und Tröger!“ Als Absender des Briefes geben sich zweifelsfrei „treue Fans der Waldseite“ zu verstehen. Thomas Weise, Präsident des 1. FC Lok Stendal, entkräftet die Inhalte und gibt Entwarnung.

Fans der Waldseite stellen sich Fragen und äußern Vorwürfe.

Weise kenne das Schreiben nicht und habe es auch nicht erhalten. Dann beginnt der Präsident die Sachlage richtigzustellen. „Der Verein ist nicht pleite und hat wie jedes Jahr wenig Geld. Für uns ist es viel schwerer als für die Berliner Mannschaften, mit denen wir in der Liga spielen, ausreichend Sponsoren zu bekommen.“

An diesen Baustellen arbeitet Weise mit seinen Mitstreitern in Loks Führungsetage. Es sei die Aufgabe des neuen Vorstands solche großen Firmen anzusprechen. Zuletzt habe es „hochinteressante Gespräche mit den Sponsoren“ gegeben, versichert Weise. Aufgrund der Corona-Pandemie herrscht in dieser Hinsicht momentan Stillstand. Weise bleibt bemüht, um Lösungen für die Zukunft der Eisenbahner zu finden. „Das Geld ist knapp, der Verein ist aber schuldenfrei. Wir müssen halt sehen, dass wir ihn langfristig auf gesündere Beine stellen und haben deshalb viele neue Ideen.“

So wurde kürzlich das Unterstützungsprojekt www.support-lok-stendal.de als Internetauftritt ins Leben gerufen. Die Verbundenheit zwischen Fans und Verein soll verstärkt werden. Dabei kann aktiv in Form der Vereinsarbeit mitgeholfen werden oder als passives Mitglied, das finanziell unterstützt. Bislang sei es gut angenommen worden, erklärt Weise. Für das letzte ausgefallene Heimspiel seien vom Stendaler Anhang fiktive Bratwürste und Kaffee gekauft worden. Das Geld sei dem Verein zugekommen, bedankt sich der Präsident.

Diese Form der Unterstützung kann Weise nur begrüßen. Fan-Vorwürfe in Form von anonymen Briefen jedoch nicht. Jeder könne seine Meinung äußern. Schade sei nur, dass dahinter geschrieben werde: die Fans der Waldseite, zeigt sich der Präsident des altmärkischen Fußball-Oberligisten enttäuscht. „Da wird sich dann versteckt“, bedauert Weise und bietet den eigenen Fans gleichzeitig einen Austausch an: „Das Angebot des Vorstandes steht. Wir sind gerne bereit, mit den Leuten ein Gespräch zu führen.“

Zur Frage, wo das Geld aus dem DFB-Pokal geblieben sei, kann Weise nicht viel sagen. „Da sind wir die falschen Ansprechpartner“, verweist er darauf, dass sich diese Angelegenheit im August 2018 und vor seiner Amtszeit und der seiner Vorstandskollegen, die im November vergangenen Jahres begann, abgespielt hat. Damals standen Prof. Dr. Ulrich Nellessen als Präsident und Ralf Troeger als Sport-Vorstand beim 1. FC Lok, der zu der Zeit von Sven Körner trainiert wurde, in der Verantwortung.

Heute steht ein Meeting an, das vor der Corona-Ausbreitung geplant war. Dieses soll in Form einer Skype-Konferenz abgehalten werden, um Interna mit der Mannschaft zu besprechen. Zuvor haben sich Trainer Jörn Schulz und Vize-Präsident Guido Klautzsch beraten, wie der Kader für das kommende Jahr aussieht und welches Geld zur Verfügung steht. „Wir haben einen Antrag für die nächste Saison gestellt“, plant Weise für eine weitere Spielzeit in der Oberliga und betont: „Am Ende hat noch niemand gesagt: Halt. Wir wollen nicht mehr.“ Sowohl der Verein als auch der Trainer streben eine längerfristige Zusammenarbeit an, so Weise. „Es ist ein fester Wille von beiden Seiten.“

VON PATRICK NOWAK

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