Altmärker Fabian Zittlau zurück in neuer Rolle beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg

Verantwortung beim Club

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Der Neue im Test: Fabian Zittlau (vorne) hatte es in der FCM-Dreierkette mit Braunschweigs Mushaga Bakenga zu tun.

Gifhorn. Fabian Zittlau versteckte sich nicht an diesem nasskalten Abend in Gifhorn.

Der 24-Jährige stand in der zweiten Halbzeit hinten links sicher auf dem Platz, dirigierte mit den Händen, gab lautstarke Kommandos, spielte sein Spiel; bekam es gegen Eintracht Braunschweig immerhin mit erstligaerfahrenen norwegischen Stürmern wie Hardvard Nielsen oder Mushaga Bakenga zu tun. Beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg muss Zittlau seine Rolle noch finden, doch Verantwortung ist dem gebürtigen Salzwedeler nicht fremd. Das war schon beim 0:0-Testkick gegen den Zweitligisten zu sehen. Der einstige Jugendspieler aus der Altmark ist der einzige Winterneuzugang des FCM. In Zittlau wechselte vor einer Woche der Kapitän des Südwest-Regionalligisten Eintracht Trier an die Elbe.

Der Weg von Südwest nach Nordost führt manchmal über die Heide. In Gifhorn bestritt der Altmärker sein erstes wichtiges Spiel für die Magdeburger. Noch in einer Nebenrolle. „Wichtig ist, dass man spielt“, sagt Zittlau. Beim FCM gilt es für ihn erst einmal seinen Platz zu finden – oder wiederzufinden. Ab 2002 kickte der Neue nach seinen Juniorenstationen TSV Adler Jahrstedt und VfB Klötze schon einmal beim traditionsreichen Club, von dem es über die Jugend von Hansa Rostock 2010 nach Trier ging. Seit dem Sommer kickte Zittlau mit der Binde um den Arm, zu Jahresbeginn der Wechsel zurück nach Sachsen-Anhalt, nahe der Heimat. Die großen Ansprüche stellt der 1,83 Meter große Linksverteidiger nach seiner Rückkehr zu den Magdeburgern nicht. „Es geht darum, sich einen Platz zu erarbeiten“, nennt Zittlau sein (erstes) Ziel beim FCM. Im defensive Mittelfeld oder als linker Abwehrmann kann es Zittlau auf dem Rasen. „Für mich geht es erst einmal darum, mich zu integrieren“ , merkt er im leisen Ton an.

Kommt Zeit, kommt mehr Verantwortung. Dass er die schon als Kapitän in Trier in seinen jungen Jahren übernommen hat, ist kein Nachteil. Verantwortung auch beim Club? „Das wäre wünschenswert“, findet FCM-Trainer Jens Härtel. Solche Spieler sind ihm wohlgesonnen. „Jeder Spieler der Verantwortung übernimmt, ist herzlich willkommen“, stellt Härtel fest. Zittlaus Einsatz gegen Braunschweig, sein zweiter nach dem 6:1-Test gegen den SV Förderstedt, hatte der Coach natürlich genau beobachtet. „Er hat das über weite Phasen in der zweiten Halbzeit ordentlich gemacht“, erklärte Härtel.

Das Magdeburger Modell einer Dreierabwehrkette, die defensiv zu einer Fünferkette gerät, sei „Neuland für ihn“. Zittlau fand den Auftritt „okay“. Für seinen Neuen stehe zunächst an, dass er in den „Rhythmus reinfindet“, fügte sein Übungsleiter hinzu. Zittlau fand sich schon bei seiner ersten Partie gegen einen namhaften Gegner nicht nur ein, sondern übernahm hinten schon ein wenig Verantwortung. Der Mann kann dem FCM weiterhelfen (auf dem Weg in die 3. Liga?). „Sonst hätten wir es nicht gemacht“, betont Härtel zum Transfer des Altmärkers, der sich ordentlich präsentierte.

Von Benjamin Post

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