Fußball: Lok übt nach dem Pokalspiel Kritik an Salzwedel und der medialen Berichterstattung

„Veranstalter hat zu spät reagiert“

Pyrotechnik am Rand, Fans auf dem Rasen: Beim Pokalspiel zwischen Eintracht Salzwedel und dem 1. FC Lok Stendal war der Gastgeber nicht immer Herr der Lage.
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Pyrotechnik am Rand, Fans auf dem Rasen: Beim Pokalspiel zwischen Eintracht Salzwedel und dem 1. FC Lok Stendal war der Gastgeber nicht immer Herr der Lage.
  • Tobias Haack
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Stendal. Das Landespokal-Achtelfinale zwischen Eintracht Salzwedel und dem 1. FC Lok Stendal, es wirkt nach. Allerdings nicht nur aufgrund des überraschenden 1:0-Sieges des großen Außenseiters aus der Landesklasse, sondern hauptsächlich wegen der Vorkommnisse am Spielfeldrand.

50 Polizeibeamte mussten unter anderem durch den Einsatz von Pfefferspray dafür sorgen, dass größere Ausschreitungen zwischen den beiden verstrittenen Fanlagern ausblieben und das Spiel halbwegs geregelt über die Bühne gehen konnte.

Salzwedel und Stendal haben Schlagzeilen gemacht, das jedoch nicht im positiven Sinne. 21 Platzverweise, 17 Strafanzeigen und das Abbrennen von Pyrotechnik auf beiden Seiten haben dafür gesorgt, dass neben den lokalen Medien auch der MDR, die Mitteldeutsche Zeitung und BILD online von den Geschehnissen beim Altmark-Derby berichteten. Eine Außendarstellung, die dem Stendaler Verbandsligisten ganz und gar nicht gefällt. „Ich bedauere das außerordentlich. Wir sind natürlich sportlich sehr enttäuscht, aber auch darüber wie es nach außen dargestellt wurde. Man kann schon von einer sehr einseitigen Berichterstattung sprechen“, zeigte sich Stendals Abteilungsleiter Ralf Troeger auch gestern noch verärgert über die medial zu harte Verurteilung des 1. FC Lok. „Während des gesamten Spiels wurde auf Salzwedeler Seite immer wieder mit Pyrotechnik hantiert. In der Pause kamen einige Fans zu uns rüber und haben sogar eine Fahne geklaut. Die Aggressionen und Provokationen gingen ganz klar von Salzwedel aus“, schilderte Troeger im Gespräch mit der Altmark Zeitung seine Wahrnehmung der Geschehnisse. Neben den üblichen verbalen Entgleisungen sei das erste und einzige ernsthafte Fehlverhalten auf Stendaler Seite – mit dem Abbrennen von zwei Leuchtstäben – laut Troeger auch erst in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit aufgetreten.

Wesentlich schlimmer sei da für die Stendaler Verantwortlichen schon der Platzsturm der Eintracht-Anhänger nach Abpfiff der Partie gewesen. „Wer konnte in dem Moment für die Sicherheit meiner Spieler garantieren“, fragte sich etwa Trainer Sven Körner. „Da weiß man überhaupt nicht, was passieren kann“, übte auch Troeger Kritik daran, dass die Salzwedeler Fans ungehindert auf das Spielfeld stürmen durften. Doch das waren bei weitem nicht die einzigen Missstände, die Lok im Nachhinein beklagte. „Ich hätte mir gewünscht, dass der Schiedsrichter oder der Stadionsprecher schon viel früher im Spiel eine Ansage an die Fans gemacht hätten. Der Veranstalter hat nach meinem Dafürhalten zu spät und sachlich unrichtig auf das Abbrennen der Feuerwerkskörper reagiert“, so Troeger weiter.

An einer Strafe seitens des Fußballverbandes werden beide Vereine nicht vorbeikommen – unabhängig davon, welche Partei mehr oder weniger zu den Ausschreitungen beigetragen hat. „Von unseren Fans wurden zwei Leuchtstäbe gezündet. Das ist zu verurteilen und dafür werden wir bestraft werden. Ich hoffe aber auch, dass gewichtet wird, dass die Provokationen von Salzwedel ausgingen“, erhofft sich Troeger im Namen des 1. FC Lok ein gerechtes Urteil.

Von Tobias Haack

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