E-Soccer – 7:2 im Finale / Mirko Völkel: „Wollen eine Duftmarke setzen und nicht hinterherlaufen!“

Los Vatos Locos holen Turniersieg

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Team „Los Vatos Locos“, bestehend aus Tom Kühnemann (links) und Chris Weiß aus Stendal, holte sich in Bismark den Pokal beim „Game of Goals“ nach einem 7:2-Sieg im Endspiel.

Bismark. Am vergangenen Sonnabend hat in der Bismarker Mehrzweckhalle das erste E-Soccer Turnier unter dem Namen „Game of Goals“ in der Altmark stattgefunden.

Der „elektronische Sport“ sieht sich trotz des Medienrummels und der Massenbegeisterung durch die E-Sports-Szene auch vielen Vorurteilen ausgesetzt (AZ berichtete). An diesem Tag war die E-Sports-Gemeinde aber unter sich und ermittelte den Sieger im weltweit bekannten Sportspiel FIFA 18. Im Finale gewann das Team Los Vatos Locos (Chris Weiß/Tom Kühnemann aus Stendal) mit 7:2 über das Zweier-Gespann vom FC Drösch, das Patrice Böhm und Florian Flehmer (Tangermünde) bildeten. Damit qualifizierten sich die Sieger für den FSA-Landespokal im E-Soccer.

Warum in Zweier-Teams gegeneinander gespielt wurde, erklärt Mirko Völkel. Er ist einer der Organisatoren vom Fußballverein TuS Schwarz-Weiß Bismark und trat mit seinem Partner Philipp Grempler ebenfalls an. „Man muss mit zwei Mann taktisch spielen, viel miteinander kommunizieren und sich auf seinen Partner verlassen können“, so Völkel über die Besonderheit der gewählten Turnierform, während einer kurzen Pause, in der er gerade nicht selbst aktiv an der Konsole ins Geschehen eingriff.

Doch bevor es für die beiden an die Konsolen ging, sahen sie sich einer Menge Arbeit ausgesetzt. Die Vorbereitungen liefen seit mehreren Tagen auf Hochtouren. Neben dem Verein aus Bismark wirkten der Fußballverband Sachsen-Anhalt und POWERPLAY EVENTS an diesem Projekt mit. Besonders Thomas Schulze, Jugendausschuss des Fußballverbandes, lobte das Engagement des Fußball-Landesligisten. „Die Hauptarbeit hat der TuS Schwarz-Weiß Bismark überragend gemacht. Was hier aufgebaut wurde, hat eine Woche gedauert“, sagt Schulze über die Vorbereitungen und klärt auf, wie es nach dem Auftaktturnier weitergeht: „Daraufhin werden wir Regionalturniere organisieren und das heutige Event sollte dazu dienen, das Ganze kennenzulernen.“

Damit es überhaupt richtig losgehen konnte, musste die benötigte technische Ausrüstung in Form von Spielkonsolen, Monitoren und allem, was dazugehört, angeschafft werden. Hierfür sorgte POWERPLAY EVENTS. Inhaber Marco Biedermann und seine Mitarbeiter „veranstalten seit einem Jahr FIFA-Turniere in ganz Deutschland und schauen, dass vor Ort alles funktioniert.“ Nach dem erfolgreichen Kick-off-Turnier scheint eine künftige und engere Zusammenarbeit durchaus möglich. Dass es in Zukunft weitergehen soll, beweist die Denkweise von Mirko Völkel, der mit der Premiere eines solchen Events in der Altmark, ein klares Ziel hat: „Wir wollen für Sachsen-Anhalt eine Duftmarke setzen und nicht nur hinterherlaufen!“

Völkels Teampartner Philipp Grempler schließt sich ihm an und zeigt auf, was ihn am E-Sports fasziniert. „Für mich ist das interessant, weil es für manche noch unbekannt ist. Das ist eine wachsende Branche, die immer größer werden wird“, blickt Grempler bereits in die Zukunft, bevor er kurze Zeit später an der Konsole wieder selbst ran musste. Nicht nur Grempler, sondern auch Thomas Schulze sieht im Hier und Jetzt den richtigen Zeitpunkt, um auf den E-Sports-Zug aufzuspringen. „Für uns ist es wichtig, dass wir schauen müssen, Mitglieder in die Vereine zu bekommen. Und das wir den Anschluss an die Szene, die jetzt so am Wachsen ist, nicht verpassen“, begründet Schulze die Ausrichtung des Projekts.

Da draußen gibt es viele E-Sports-Gegner, die überhaupt nicht nachvollziehen können, warum E-Sports bei Jugendlichen so beliebt ist. Schulze liefert eine Antwort, die nicht so sehr überrascht. „Die Jugend und der Nachwuchs verändern sich komplett. Es wird immer mehr digitalisiert“, macht Schulze die Hauptgründe für die Massenbegeisterung rund um das Thema E-Sports aus und liefert eine Prognose, die nicht gerade unrealistisch ist: „Die Szene wird nicht verschwinden, sondern sich weiter ausbauen.“

Für die Organisatoren gilt nun folgendes Motto: Nach dem Auftakt ist vor dem ersten Regionalturnier. Insgesamt werden ab Oktober sieben solcher Wettkämpfe ausgetragen. Thomas Schulze gibt einen Vorgeschmack, was die Zocker-Gemeinde ab Herbst konkret erwartet. „Das erste Turnier findet in Bismark statt und endet dann mit dem Finale in Magdeburg in der MDCC-Arena mit 64 Teams. Der Sieger fährt dann zu den Deutschen Meisterschaften, die der DFB in Hamburg ausrichtet“, verrät er.

Bis dahin können sich die E-Sportler an der Konsole in Topform bringen. Selbst wenn Skeptiker den Kopf schütteln, sollten sie dem eine Chance geben und nicht vorher verurteilen. Sicher ist: Die Spieler werden nicht in eine Parallelwelt flüchten. Sie bleiben am Ende in der Realität, trotz der Spielsimulation an der Konsole. „Verlieren ist weniger schön und das Gewinnen ist noch schöner“, sagt Grempler passend zum Abschluss. Im Prinzip ist es das Gleiche wie auf dem realen Fußballplatz auch. Oder etwa nicht?

Von Patrick Nowak

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