Altmärkische Sprinthoffnung Thomas Barthel nach Vorbereitung für die Saison in guter Form

Urlaub sieht anders aus

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Eisen statt Meer: Gewichte stemmen zählte auch zum Trainingssinhalt von Thomas Barthel, der das auf Teneriffa immerhin mit schönem Ausblick machen durfte.

Magdeburg. 30 Grad morgens um 9 Uhr. Das ist dann auch wieder zu viel des Guten. Über das Wetter wollte Thomas Barthel aber nicht meckern. Auf Teneriffa ging es auch nicht um Urlaub und Erholung, sondern um seine Zukunft als Leichtathlet.

Die altmärkische Sprinthoffnung bereitete sich Trainingslager sich unter anderem auf der kanarischen Insel auf die Freiluft-Saison vor. Der 18-Jährige aus Neuermark-Lübars hat in diesem Sommer schließlich einiges vor.

Die Hitze auf den Kanaren erlebte Barthel freilich nicht am Strand, sondern im Stadion. Einem „Hexenkessel“, wie er sagt, denn es „war schon zu warm“. Doch die Athleten-Gruppe des SC Magdeburg um Barthel musste schon bei der morgendlichen Einheit da durch. Dennoch, dass zehntägige Trainingslager als Höhepunkt der Vorbereitung, die seit März läuft, hat sich gelohnt. „Ein Trainingslager ist auch eine Motivation. Vor Ort sind wir sehr gut gelaufen“, schätzt Barthel ein.

Und das wochenlange, intensive Training sollte nicht umsonst sein. Beim Stadion-Sportfest am Wochenende in Haldensleben sprintete Barthel die 100 Meter gleich mal in 10,60 Sekunden. „Mit so einer Zeit bin ich noch nie eingestiegen“, freut sich der Sprinter. Damit liegt er in seiner Altersklasse U20 in der Bestenlisten schon wieder vorne mit dabei, der beste derzeit (Julian Wagner) weist 10,56 Sekunden auf. Die Europameisterschafts-Norm erfüllte Barthel mit seiner Einstiegszeit auf Anhieb. „Es hat schon ausgezahlt“, so Barthel über seine Leistung nach den Trainingsstrapazen.

Barthels 10,50 Sekunden vom Juni des Vorjahres stehen und könnten in diesem Sommer geknackt werden – das ist das Ziel. „Es muss unter 10,50 Sekunden gehen“, gibt er sich ehrgeizig. Die 10,40 Sekunden könnten „angeknackt“ werden. Doch in einer Outdoor-Saison kommen viele Kompenenten zusammen. Eigene Tagesform, Wetter, Konkurrenz. „Das muss von vorne bis hinten alles passen“, weiß der Athlet. Seine hervorragende 60 Meter-Zeit aus der Hallen-Saison (6,74 Sekunden), die ihm den deutschen Hallen-Titel Ende Februar in Sindelfingen bescherte, hilft ihm nun auch draußen. „Das Potenzial liegt in der Beschleunigung“, erklärt Barthel.

Die ersten 30 Meter, die sogenannten Start- und Push-Up-Phase, zählten im Vorjahr noch zu seinen Schwächen, da geht noch mehr. „Hinten raus habe ich keine Probleme“, merkt er an. Doch er muss seine Mitläufer auch auf den weiteren 70 Metern im Blick haben. Die Konkurrenz ist selbst auf nationaler Ebene schon groß.

An Christi Himmelfahrt (25. Mai) trifft Barthel in dieser Saison erstmals auf die Großen, beim 18. Zeulenroda-Meeting. Deutschlands Nummer eins Julian Reus (10,01 Sekunden) etwa, wenngleich Barthel erst mal seine U20-Konkurrenten im Visier hat. Dabei wird der Hochsommer heiß: Weitere wichtige Etappen in seiner Sprint-Saison im Einzel und in der Staffel sind die 21. Bauhaus-Gala in Mannheim (beim weltgrößten Junioren-Meeting kamen seine 10,50 Sekunden zustande), die Erwachsenen-DM in Erfurt, die Junioren-EM in Grosseto/Italien im Juli und die nationalen Titelkämpfe in Ulm Anfang August.

Wenn der Sommer wirklich heiß wird, ist Barthel bestens vorbereitet.

Von Benjamin Post

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