52-Jähriger coacht neuerdings die Regionsoberliga-Herrenmannschaft

Handballfreunde Altmark-Wendland: Urgestein Frank Beckmann ist zurück

Zurück auf der Trainerbank: Frank Beckmann trägt nun die Verantwortung bei der Herrenmannschaft der Handballfreunde Altmark-Wendland in der Regionsoberliga.
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Zurück auf der Trainerbank: Frank Beckmann trägt nun die Verantwortung bei der Herrenmannschaft der Handballfreunde Altmark-Wendland in der Regionsoberliga.
  • Florian Schulz
    VonFlorian Schulz
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Ruhig ist es in den letzten Jahren um den Handball in Salzwedel geworden – speziell nach dem Abstieg der ersten Herrenmannschaft aus der Landesliga in die Regionsoberliga. Geändert hat sich seitdem genau genommen nur der Vereinsname: Aus dem SVT Uelzen/Salzwedel wurden die Handballfreunde Altmark-Wendland.

Salzwedel – Konkret: Der SV Eintracht Salzwedel kooperiert offiziell nicht mehr mit dem SV Teutonia Uelzen, sondern mit dem SC Lüchow. Ein gutes Bündnis – findet auch der neue (alte) Männer-Trainer Frank Beckmann. „Etwas Besseres hätte nicht passieren können. Beide Vereine profitieren voneinander“, schätzt er nach fast drei Jahren Zusammenarbeit ein.

2017 hatte sich Beckmann damals zurückgezogen – als Abteilungsleiter und Trainer beim damaligen SVT. „Ich brauchte einfach mal eine Pause“, denkt das Salzwedeler Urgestein – seit fast 20 Jahren Teil des Klubs – zurück. Besagte Pause tat dem heute 52-Jährigen nach vielen intensiven Jahren gut. Auch wenn er als Schiedsrichter und Berater für die neue Abteilungsleitung mit Christin Kersten an der Spitze weiterhin zur Verfügung stand. Doch große Bedenken hatte Beckmann nicht, als er sich (vorübergehend) zurückzog, um sich auch selbst in gesundheitlicher Hinsicht etwas Gutes zu tun und in dieser Zeit vor allem durch sportliche Aktivitäten eine weitreichende körperliche Veränderung erzielte. „Die Arbeit wurde ja auf mehrere Schultern verteilt, und die entsprechenden Personen machen es wirklich gut“, verdeutlicht der ehemals starke Mann bei der Eintracht. Mit Beginn der neuen Saison kehrte er zurück – als Trainer des Herrenteams. „Mein jüngster Sohn Clemens hat mich dazu motiviert. Ich wollte ihn und das Team einfach unterstützen“, erklärt er. Zuvor hatte der 52-Jährige bereits das Sagen bei der Herren-Zweitvertretung der Handballfreunde, die aber personalbedingt aufgelöst wurde. Auch während seiner Abwesenheit ist an der Jeetze viel passiert. Nicht nur die Männer bekamen quasi ein neues Gesicht, sondern auch im Nachwuchs – aktuell verfügt der noch recht junge Fusionsverein über eine gemischte E- und D- sowie eine männliche B-Jugend – wurde an einigen Schrauben gedreht. Zwar ist noch längst nicht alles so wie früher, aber auch Frank Beckmann sieht das altmärkisch-wendländische Bündnis auf einem guten Weg. „Wir haben in den einzelnen Mannschaften, sowohl was die Spieler als auch die Trainer angeht, eine gute Mischung aus beiden Vereinen. Es ist klar, dass wir nicht alle Altersklassen im Jugendbereich besetzen können, weil uns einfach die Kinder fehlen. Aber gerade in den jungen Jahrgängen sind wir gut vertreten“, verrät der Rückkehrer. Zwei Jahre verfügten die Handballfreunde auch über eine zweite Männermannschaft, die ihre Heimspiele in Lüchow austrug, nun allerdings aufgrund zahlreicher Abgänge nicht mehr gemeldet ist. Der aktuelle Kader der Herren-Erstvertretung umfasst 15 Spieler – der Großteil davon ist übrigens auch geimpft. Letzteres spielt gerade in aktuellen Zeiten eine tragende Rolle. „Es gibt verständlicherweise auch in unseren Reihen Leute, die Bedenken an 3G- oder auch 2G-Regelungen und sich daher auch etwas zurückgezogen haben“, erklärt Beckmann. Dennoch erfreut sich der neue Steuermann stets einer guten Trainingsbeteiligung sowie einer tollen Stimmung in der Mannschaft. Was fehlt, sind aktuell „nur“ noch die nötigen Punkte in der Regionsoberliga. „Wir wollen in dieser Liga bleiben und daher auch nicht unten mitspielen. Ich traue es den Jungs zu, im Mittelfeld mitzuspielen. Sonst hätte ich mich auch nicht breitschlagen lassen, die Verantwortung zu übernehmen“, verdeutlicht der 52-Jährige.

In seinem Aufgebot tummeln sich Akteure verschiedenster Altersklassen. Auf der einen Seite die Routiniers wie Daniel Kolley, Mathias Delius, Björn Drangmeister oder auch Jeffrey Reichardt (alle über 30), auf der anderen Seite die „Mitte-Zwanziger“ Karsten Jana, Julian Arnold oder Gustav Gercke und dazu die absoluten Jungspunde wie Niklas Klocke, Clemens Beckmann und Sven Schulze. „Es ist eine gesunde Mischung, und glücklicherweise ziehen auch alle an einem Strang“, freut sich Beckmann. Er ist froh, „dass ich die ‘alten Säcke’ noch dabei habe“. Zu ihnen zählt übrigens auch Holger Urban, der die 50er-Grenze bereits überschritten hat, aber noch immer für den Notfall zur Verfügung steht. Die Alteingesessenen sollen die Jungen führen und möglichst auch noch mindestens so lange zur Stange halten, bis die jetzige B-Jugend aufrückt. „Ich denke, da kommt noch etwas Hoffnungsvolles nach – vorausgesetzt, die Spieler bleiben uns auch erhalten“, so Beckmann.

Frank Beckmann ist froh, dass die Spielzeit in Niedersachsen – anders als in Sachsen-Anhalt – zunächst einmal fortgeführt wird: „Ich befürworte das ganz klar und bin froh, dass wir nicht wieder so eine lange Pause wie im letzten Jahr haben.“ Der Niedersächsische Handball-Verband (HVN) möchte die Spielzeit auch in der aktuellen Corona-Situation unbedingt fortführen – notfalls auch durchgängig mit einer 2G-Regelung. „Ich hoffe, dass wir auch weiterspielen können“, so der Salzwedel-Lüchower Trainer. Beeindruckt war er zuletzt von der Maßnahme des Kontrahenten MTV Tostedt, der noch am Tag des direkten Duells Testungen vor Ort durchführte und den Handballfreunden dann „grünes Licht“ gab. „Wenn alle mitmachen, funktioniert das auch“, ist sich Beckmann sicher. Das nächste Heimspiel am 4. Dezember gegen die HSG Heidmark II tragen die Altmark-Wendländer übrigens in Lüchow aus. Und der Verein versucht demnächst auch, im Internet wieder präsenter zu sein. Eine Facebook-Plattform besteht bereits, dazu steht auch die neue Homepage kurz vor der Fertigstellung. Man merkt: Auch wenn es vielleicht etwas ruhiger um den Salzwedeler Handball geworden ist, wird hinter den Kulissen noch immer fleißig für eine erfolg- und aussichtsreiche Zukunft gearbeitet.

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