HANDBALL – VERBANDSLIGA Stendal empfängt Seehausen zum Derby

Unterschiedliche Vorzeichen

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Es ist Derbyzeit in der Handball-Verbandsliga: Eric Leinung und der HV Lok Stendal (links) erwarten heute am späten Nachmittag die SG Seehausen, hier mit Alexander Söhnel.

Stendal – In der Verbandsliga-Tabelle trennen sie fünf Plätze. Die SG Seehausen steht derzeit auf Platz fünf, hegt aber Ambitionen, im Endklassement mindestens die Top drei, vielleicht sogar Platz zwei zu erreichen.

Bei noch vier ausstehenden Partien ist das Ziel durchaus erreichbar. Der HV Lok Stendal ist momentan Zehnter, muss aber in seinen letzten beiden Saisonspielen punkten, um die Klasse zu halten.

Und so gehen die beiden ostaltmärkischen Mannschaften heute Nachmittag mit unterschiedlichen Vorzeichen ins Derby. Anpfiff in der Bürgerparkhalle ist um 17 Uhr.

„Wir treten in Bestbesetzung an, alle sind an Bord“, blickt Frank Ziekau dem Derby zuversichtlich entgegen. Zumal die Trainingsbeteiligung sehr gut war und sich der HV Lok optimal vorbereiten konnte. Der Stendaler Trainer weiß aber natürlich auch, dass das heutige Heimspiel gegen die SG Seehausen ein anderes sein wird. „Es ist schon in den Köpfen der Jungs“, spricht er den Derbycharakter an. Anders als die Auswärtsniederlage in Glinde. Diese sei längst vergessen. Und das müsse sie auch. Denn für die Ziekau-Sieben gilt es, von Anfang an konzentriert zu agieren, um die Begegnung nicht erneut in den ersten zehn Minuten abzuschenken.

Genau das ist in der Vorwoche beim Tabellenführer passiert, als der HV Lok mit 27:34 unterlegen war. „Aber im Heimspiel erinnert man sich auch immer an das letzte Heimspiel“, weiß Ziekau. Und das haben seine Schützlinge gegen den HSV Haldensleben (aktuell Tabellendritter) fast schon sensationell mit 40:35 gewonnen.

Für die Kreisstädter gelte es, an diese Leistung anzuknüpfen. „Wir haben nur noch zwei Spiele, wir brauchen vier Punkte“, spricht Ziekau die existenzielle Bedeutung des Derbys für die Mannschaft an. Zwar rangiert der HV Lok Stendal noch auf Platz zehn. Doch ihn trennen lediglich zwei Punkte vom Tabellenletzten. Der Klassenerhalt könnte zum Ritt auf der Rasierklinge werden. Ein Sieg heute könnte die Weichen in die angestrebte Richtung stellen. Die Stendaler werden alles reinwerfen, um den Abstieg vielleicht schon heute abwenden zu können. Dass es schwer werden wird, ist Ziekau bewusst. Zumal der heutige Gegner auch nicht anreist, um Punkte abzuschenken.

Für die SG Seehausen gibt es in dem Auswärtsspiel nur ein Ziel: „Wir wollen gewinnen.“ Frank Leo weiß aber auch, dass das Derby keinesfalls ein Spaziergang werden wird. Zumal dem Seehäuser Trainer mehrere Spieler nicht zur Verfügung stehen, weil sie dienstlich oder privat verhindert sind. Doch die dünne Kaderdecke soll keine Ausrede sein. Im Gegenteil. Die Spieler, die auflaufen, werden Vollgas geben, um zwei wichtige Punkte auf dem Weg zurück in die Top drei der Verbandsliga einzufahren.

Leo schwört sein Team darauf ein, an die erste Halbzeit des Spiels vor Wochenfrist gegen Güsen anzuknüpfen. Doch der SG-Coach weiß um den Derby-Charakter der Begegnung. „Da ist es egal, ob du vorher gut oder schlecht gespielt hast.“ Seehausen stand zuletzt wieder auf der guten Seite, konnte die vergangenen drei Spiele für sich entscheiden. „Wir gehen mit breiter Brust raus“, sagt der Trainer mit Blick auf die Ergebnisse.

Was zum Problem werden könnte, ist das Harz. Das ist in der Bürgerparkhalle verboten. Während es für die Stendaler normal ist, die Hände nicht zu harzen, müssen sich die Seehäuser erst wieder daran gewöhnen. „Wir haben das aber trainiert“, sagt Leo. Er überlässt heute nichts dem Zufall. Auch mit einer „Rumpftruppe“ soll der Auswärtssieg her. Gelingt dieser, können die Wischestädter zumindest schon einmal einen Platz nach oben klettern. Denn die vier Spitzenteams duellieren sich untereinander. Der Zweite, die HSG Altmark West, empfängt Tabellenführer Glinder HV und der Vierte, der Post SV Magdeburg, erwartet den Dritten, den HSV Haldensleben. So nehmen sich die Top vier die Punkte gegenseitig weg. Und: Sie haben alle mindestens schon eine Partie mehr absolviert als Seehausen.

VON SABINE LINDENAU

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