Fußball, Verbandsliga: Lok Stendal vor Pflichtübung gegen das Schlusslicht

Unterbewusstsein spielt mit

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Das Heimspiel gegen Askania Bernburg II könnte für Reservist Richard Liebisch (Mitte) die Chance bieten, sich für die kommenden Wochen zu empfehlen.

Stendal. Es ist keine allzu kühne These, zu behaupten, dass der 1. FC Lok Stendal auch nach dem morgigen 8. Spieltag Tabellenführer der Fußball-Verbandsliga bleiben wird.

Zwar treffen die Verfolger Haldensleber SC, SV Dessau sowie IMO Merseburg allesamt auf schlagbare Gegner, doch leichter als die Stendaler hat es keiner. Der 1. FC Lok empfängt ab 14 Uhr den TV Askania Bernburg II und damit den aktuellen Tabellenletzten, der eine ganz und gar katastrophale Bilanz vorzuweisen hat. Seit ihrem 2:1-Erfolg über Grün-Weiß Piesteritz am 1. Spieltag haben die Bernburger fünf Partien am Stück verloren, bei einer Tordifferenz von 1:12. Ein Stolperstein für die formstarken Altmärker dürfte also wahrlich anders aussehen.

Trainer Sven Körner wird trotz der vermeintlich niedrigen Hürde nicht übermütig und stellt im Vorfeld der Partie klar, die Zügel unter der Woche keineswegs schleifen gelassen zu haben. „Wir werden weiterhin mit der Akribie an die Partie herangehen, wie wir es die ganze Saison schon getan haben“, verspricht der Trainer. Aber auch Körner ist lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass gerade in scheinbar klaren Kräfteverhältnissen eine nicht zu unterschätzende Gefahr schlummert. Das Unterbewusstsein der erfolgsverwöhnten Stendaler Spieler könnte dem Trainer einen Streich spielen. Die Gefahr ist groß, den Kontrahenten zu unterschätzen. Noch in der vergangenen Saison ließen die Altmärker nicht selten Zähler gegen die vermeintlichen Leichtgewichte der Liga liegen. Damit ähnliche Nachlässigkeiten morgen ausbleiben, gibt der Coach einen klaren Plan für das Spiel vor, wobei er von einer sehr defensiven Ausrichtung der Gäste ausgeht. „Wir wollen und müssen Bernburg ständig unter Stress setzen und zu Fehlern zwingen, während wir gleichzeitig das eigene Tor sichern“, so Körner. Ob er dabei auf das gewohnte 4-4-2 setzt oder auf eine gänzlich neue Formation vertraut, ist noch offen. Beim Testspiel unter der Woche gegen Medizin Uchtspringe (1:0) versuchten sich die Stendaler durchaus ansprechend an einem Rauten-System.

Personell dürfte der morgige Kader eine solche Umstellung allerdings kaum hergeben. Der Einsatz des angeschlagenen Philipp Groß ist ebenso ungewiss wie der von Rechtsverteidiger Martin Gebauer, der zuletzt das Training abbrechen musste. Obendrein fehlen neben den Langzeitverletzten auch die Breda-Zwillinge, Max Salge, Martin Hermenau und Franz Erdmann.

Von Tobias Haack

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