Nachwuchsfußball: Umstellung auf Futsal fällt Vereinen schwer / KFV ohne Spielraum

„Unsere Schonzeit ist vorbei“

Erst Futsal, dann Fair-Play-Liga. Die Nachwuchsfußballer im KFV Altmark Ost müssen sich weiterhin auf diverse Neuerungen gefasst machen.
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Erst Futsal, dann Fair-Play-Liga. Die Nachwuchsfußballer im KFV Altmark Ost müssen sich weiterhin auf diverse Neuerungen gefasst machen.
  • Tobias Haack
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Altmark. Sinnvolle Neuerung oder völlig unnötige Umstellung? Im Kreisfachverbandes (KFV) Altmark Ost gehen die Meinungen über die Einführung des Futsals, der fortan bei Jugend-Hallenmeisterschaften den klassischen Fußball ablöst, auseinander.

Neben einem neuen Ball, der nicht verspringen kann, wurden auch einige Regeln und die Anzahl der Schiedsrichter verändert. Von der D- bis zur A-Jugend werden in dieser Saison die Hallenmeisterschaften im Futsal ausgetragen. Durchgedrückt hat diese Neuerung der Deutsche Fußballbund (DFB). Einverstanden sind damit längst nicht alle Vereine, der KFV jedoch hat diesbezüglich keinen Spielraum.

„Das kommt von ganz oben. Ich habe lange versucht, mich zu wehren, aber so langsam ist unsere Schonzeit vorbei“, erklärte der KFV-Jugendausschussvorsitzende Werner Johlke gestern auf Nachfrage der AZ. Die Einführung des Futsals ist dabei erst der Anfang. Ab der kommenden Saison sollen die F-Junioren ihren Spielbetrieb auf eine so genannte „Fair-Play-Liga“ umstellen. Demnach werden die Kleinsten ohne Schiedsrichter und ohne Trainerunterstützung um Punkte spielen. Auch hier scheinen Proteste der Vereine vorprogrammiert.

Der KFV jedoch ist zur Umsetzung der DFB-Vorgaben verpflichtet und versucht seinen Aufgaben bestmöglich nachzukommen. Im Falle des Futsals wurden sämtliche Vereine rechtzeitig über die Neuerungen informiert. Die Umsetzung gestaltete sich dennoch nicht so unkompliziert wie erhofft. „Wir haben das Problem, dass viele Vereine nicht regelmäßig in ihr elektronisches Postfach gucken oder die Informationen nicht an die Trainer weitergeleitet wurden. Deshalb kamen bei den Turnieren einige Verantwortliche auf uns zu, die von nichts wussten“, berichtete Johlke. Da beim Futsal zwei Schiedsrichter die Spiele leiten erhöhen sich zudem die Kosten für den KFV.

Und auch den Spielern fällt der Umgang mit neuem Spielgerät und neuem Regelwerk nicht leicht. „Die Umstellung verläuft sehr schwer. Wir spielen bis Anfang Dezember draußen Fußball, gehen dann in die Halle und müssen auf Futsal umstellen. Dafür haben wir kaum Vorbereitungszeit“, erläutert Post Stendals Jugendleiter Björn Kleinschmidt die Startschwierigkeiten in der praktischen Umsetzung.

Derweil sind die ersten Kreismeisterschaftsvorrunden im Futsal halbwegs reibungslos über die Bühne gegangen. Neben den Schwächen kamen dabei auch die Vorteile des neuen Spiels zum Vorschein. „Für technisch versierte Spieler ist das wirklich attraktiv! Futsal ist an sich eine gute Erfindung, aber man hätte es langsam einführen müssen“, so Kleinschmidt abschließend.

Von Tobias Haack

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