Fußball – Oberliga: 1. FC Lok verliert in Jena und muss wieder nach unten schauen

Unglücklicher geht’s kaum

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Verteidiger Tim Schaarschmidt unterlief in Jena das folgenschwere Eigentor zur unnötigen 0:1-Niederlage des 1. FC Lok Stendal.

Jena. Dem 1. FC Lok Stendal bleibt das Pech auf fremden Plätzen in der Fußball-Oberliga weiter treu. Beim SV SCHOTT Jena kassierten die Altmärker am Sonnabend ihre siebente Auswärtsniederlage im zwölften Spiel.

Die Mannschaft von Trainer Sven Körner unterlag auf denkbar ärgerliche Art und Weise aufgrund eines Eigentors von Tim Schaarschmidt mit 0:1 (0:0). Dass der 1. FC Lok aber über die gesamten 90 Minuten eines seiner besten Gastspiele der Saison ablieferte, blieb wertlos.

Die Stendaler gingen mit zwei Überraschungen in der Startelf in die Partie. Im Mittelfeld bekam Lukas Breda den Vorzug vor Franz Erdmann. Im Angriff rückte Martin Gödecke ins Team, da Benedikt Nellessen mit einer Muskelverletzung kurzfristig passen musste. Zudem fiel Rechtsverteidiger Martin Gebauer aus. Am klassischen Stendaler 4-4-2 in der Grundformation änderte sich allerdings nichts.

Trotz der teils unfreiwilligen Umstellungen fand der 1. FC Lok perfekt ins Spiel. Von Beginn an war zu erkennen, dass die Stendaler die bessere Spielanlage zu bieten hatten. SCHOTT Jena, das im Abstiegskampf auf einen Heimsieg angewiesen war, trat hingegen äußerst bieder auf. Auf Stendaler Seite war es vor allem der rechte Flügel, der für die Gefahrenmomente sorgte. Kapitän Philipp Groß und Martin Krüger kombinierten sich immer wieder durch, fanden mit ihren Eingaben jedoch keinen Abnehmer. „In der Box waren wir nicht präsent. Generell hat uns in der letzten Linie die Konsequenz gefehlt“, brachte Trainer Sven Körner das alte Stendaler Leid auf den Punkt. Was dem 1. FC Lok fehlt, ist nach wie vor ein waschechter Mittelstürmer. So auch in Jena.

Zwar gelang es den Gästen – auch ohne einen echten Torjäger – zu Hochkarätern zu kommen, doch die Chancenverwertung war letztlich mitverantwortlich für die Niederlage. Vor der Pause vergab Lukas Breda die größte Stendaler Gelegenheit. Auf der Gegenseite verhinderte Lukas Kycek nach dem einzigen gelungenen Angriff der Hausherren den Rückstand.

Nach der Pause hätten Niclas Buschke und Vincent Kühn die Altmärker ohne Weiteres in Führung schießen können, doch sie scheiterten freistehend. Die Entscheidung fiel letztlich in der 70. Minute. Jena konterte und brachte eine Flanke in den Strafraum, die laut Körner „an Freund und Feind vorbeigegangen wäre.“ Innenverteidiger Schaarschmidt ging dennoch zum Ball und köpfte ihn ins eigene Tor.

Aus heiterem Himmel sah sich die Körner-Elf nun einem Rückstand ausgesetzt und versuchte zu antworten. Christos Iereidis (75.) und Petro Alergush (85.) scheiterten mit den besten Ausgleichschancen jedoch an der Querlatte. Es blieb beim mehr als schmeichelhaften Jenaer Erfolg. „Das tut richtig weh. Es war eine der bittersten Niederlagen der Saison“, war Körners Stimmung nach dem Spiel gedrückt.

In der Tabelle zog SCHOTT obendrein noch an Stendal vorbei. Loks Vorsprung auf den möglichen Abstiegsplatz 13 ist zudem auf zwei Zähler geschrumpft, da Wismut Gera einen 2:1-Überraschungssieg gegen Spitzenreiter Bischofswerda landen konnte. Der Abstiegskampf nimmt somit wieder Fahrt auf.

• Tor: 1:0 Tim Schaarschmidt (70./ET).

• SV SCHOTT Jena: Gheorghiu - Wiswe (81. Mart. Rennert), Haupt (70. Mar. Rennert), Erbarth, Bismark, Arnold, Voigt, Schade, Buckler (53. Vogel), Kretzer, Lelle.

Von Tobias Haack

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