Der 1. FC Magdeburg und das schwierige zweite Jahr in der 3. Liga / Auftakt gegen Köln

Die Ungewissheit vor dem Start

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Im Vorjahr kassierten Christian Beck (l.) und der FCM gegen Fortuna Köln die erste Saisonniederlage.

Magdeburg. Wird es das viel zitierte „verflixte zweite Jahr“ oder die Fortsetzung einer beispiellosen Erfolgsgeschichte seit Trainer Jens Härtel vor zwei Jahren das Ruder beim 1. FC Magdeburg übernommen hat.

Der Drittligist aus der Landeshauptstadt steht vor dem Start der neuen Saison, morgen ab 14 Uhr in der MDCC-Arena gegen Fortuna Köln, am Scheideweg. Nach Wochen der harten Vorbereitung fühlt sich der FCM zwar gut gewappnet, doch da überwiegend gegen unterklassige Gegner getestet wurde, weiß an der Elbe niemand, wo die Blau-Weißen in der neuen Spielzeit sportlich einzuordnen sind.

Nach Platz vier im Vorjahr und einer überragenden Bilanz im eigenen Stadion träumen im Umfeld des Klubs nicht wenige von einem weiteren Schritt nach vorn. Der Aufstieg ist zumindest bei den Fans ein Thema. Von den Verantwortlichen um Trainer Härtel und Geschäftsführer Sport Mario Kallnik sind derartige Träumereien nicht zu vernehmen. Sie bleiben realistisch und wollen, wie schon im abgelaufenen Jahr, zuerst die nötigen Punkte für den Klassenerhalt einfahren.

Personell wurde für dieses Ziel im Sommer einiges verändert. So mussten etliche Dauerreservisten den Verein verlassen. Identifikationsfiguren wie Lars Fuchs, Matthias Tischer und Silvio Bankert beendeten ihre Laufbahn. Der ballsichere Burak Altiparmak schloss sich dem türkischen Erstligisten Denizlispor an. Verpflichtet wurden im Gegenzug hauptsächlich junge Spieler mit Perspektive. Einzig Spielmacher Gerrit Müller vom Absteiger Stuttgarter Kickers fällt mit 32 Jahren deutlich aus dem Beuteschema des FCM. Angreifer Maurice Exslager, der schon bei zahlreichen höherklassigen Vereinen unter Vertrag stand, soll Christian Beck die Last des alleinigen Torjägers abnehmen und dürfte die interessanteste Personalie bei den Domstädtern sein. Ein gefühlter Neuzugang ist Rechtsverteidiger Lukas Novy, der in der Vorsaison wegen diverser Verletzungen nicht ein Liga-Spiel absolviert hatte und nun neu angreift.

Ähnliches hatte auch Aufstiegsheld Felix Schiller vor. Nach einem Achillessehnenriss warf ihn in der Vorbereitung aber ein Außenbandriss zurück. Er steigt erst in der kommenden Woche wieder voll ein und wird weiter auf sein Comeback warten müssen. Ebenfalls noch im Krankenstand befinden sich Michel Niemeyer (Meniskuseinriss), Tobias Schwede (Mittelhandbruch), Manuel Farrona Pulido (Muskelfaserriss) und seit Mittwoch Kapitän Marius Sowislo (Außenbandeinriss im Knie). Vor der morgigen Partie gegen Köln sollen die Ausfälle aber keine Rolle spielen. „Wir haben einen großen Kader und in alle Spieler das vollste Vertrauen“, sagte Vorstands-Assistent Maik Franz jüngst in einem AZ-Interview.

Wohin die Reise des FCM geht, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Ein guter Start wie im Vorjahr würde die gewünschte Richtung vorgeben.

Von Tobias Haack

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