Fußball-Landesklasse: Heimstarkes Viktoria Uenglingen mit 4:1-Sieg gegen Saxonia Tangermünde

Unfreiwilliger Einsatz

Und der Rest schaut zu: Uenglingens Mittelfeldabräumer Christian Eich (links) attackiert den Tangermünder Florian Guhla. In punkto Zweikampfverhalten zeigten sich die Uenglinger besser. Foto: Post

Uenglingen. Eine Viertelstunde vor dem Ende verließ Sylvio Demuth seine Coaching-Zone und rannte in die Kabine. Er musste sich beeilen, um schnell seine Fußballschuhe hervorzuholen.

Fünf Minuten später stand der Trainer des Fußball-Landesklassisten Viktoria Uenglingen im Trikot mit der Nummer 14 und geeignetem Schuhwerk auf dem Spielfeld. „Ich wollte in dieser Saison gar nicht mehr spielen“, erklärte Demuth nach seinem zehnminütigen unfreiwilligen Einsatz gegen Saxonia Tangermünde. Der Coach, in drei Wochen wird er 50 Jahre jung, fuhr mit seinen Jungs am Sonnabend aber den 4:1 (2:1)-Sieg sicher nach Hause.

Die Personalnot machte den Uenglingern nichts aus, um ihren zehnten Sieg im elften Heimspiel der Spielzeit einzufahren. Demuths Kurzeinsatz kam ausgerechnet zustande, da sich Matchwinner Christoph Rau in der 75. Minute am Knie verletzte und kein weiterer Ersatzspieler zur Verfügung stand – zuvor wurde schon Jan-Hendrik Lange für Steven Schmalz in die Partie gebracht. Rau erzielte das 1:0 in der 12. Minute, legte zum 2:0 nach (30.) und markierte kurz vor seiner Verletzung in Minute 70 noch das 4:1. Nach seiner Verletzung humpelte der Stürmer noch fünf Minuten mit, ließ sich dann jedoch auswechseln. Da der Viktoria das Verletzungspech derzeit treu bleibt – fünf Mann fehlten gegen Tangermünde –, war es für Demuth umso erfreulicher, dass seine verbleibenden Kicker auf dem Feld positiv auffielen. „Heute haben wir keinen Ausfall gehabt“, sagte der Übungsleiter über die Leistung seiner Mannschaft.

Zudem war Uenglingen effektiver. Die Chancenauswertung sei besser gewesen als zuletzt, hob Demuth hervor. Viktoria nahm sogar den Tangermündern das Tore schießen ab. Viktoria-Abwehrmann Michael Köppe bugsierte den Ball kurz vor dem Halbzeitpfiff in den eigenen Kasten – 1:2. Zugeschrieben wurde der Treffer allerdings Gäste-Stürmer Steven Wiedemann. Wo die Uenglinger noch Punktsieger waren und damit einen elementaren Part des Fußballspiels erfüllte: Das Zweikampfverhalten war stärker. Vor allem im Mittelfeld gewannen die Uenglinger Abräumer Oliver Bartels und Christian Eich Duelle gegen die Tangermünde-Achse Martin Gödecke und Florian Guhla und leiteten mit Pässen über die Außenbahnen oder direkt in Spitze die Angriffe ein. „Uenglingen war in den Zweikämpfen aggressiver“, merkte Saxonia-Trainer Heiko Gödecke an. Als Tangermünde zu sehr austeilte, erhielt Viktoria auch noch einen Strafstoß. In der 64. Minute riss Saxonen-Verteidiger Daniel Gassel den durchgestarteten Bartels um. Vom Elfmeterpunkt verwandelte Uenglingen-Kapitän Christian Müller-Bollenhagen sicher zum 3:1 (65.).

Gassel stand Minuten später noch einmal im Mittelpunkt: Sekunden vor dem 4:1 köpfte Gassel gegen den Pfosten – die beste Möglichkeit der Tangermünder. „Wir machen uns das Leben selbst schwer. So ist Fußball“, beurteilte Coach Gödecke die Darbietung seines Teams. Nach drei Siegen in Folge soll die erste Niederlage in 2013 der Saxonia aber nicht zu sehr zusetzen. „Das haut uns nicht um“, erklärte Gödecke. Sein Kollege Demuth atmete nach seinem Auftritt erst einmal durch. „Der Sieg war okay“, stellte der 49-jährige fest. Seine Kickschuhe hatte er dabei schon nicht mehr an, sondern stand frisch geduscht in Freizeitkleidung.

Von Benjamin Post

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