ANALYSE – Trainer Jörn Schulz vermisst Explosion durch Führung

Lok hat Unentschieden satt

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Zwei gute Szenen: Niclas Buschke (links) vom 1. FC Lok Stendal zeigte sich als Vorlagengeber und Torschütze beim 2:2 gegen Tasmania Berlin und Julian Loder.

Stendal – Trainer Jörn Schulz und Linksverteidiger Felix Behling haben am Sonntag wohl für den gesamten 1. FC Lok Stendal gesprochen. Der Fußball-Oberligist hat die vielen Punkteteilungen langsam satt. Das 2:2 (1:1) gegen Aufsteiger SV Tasmania Berlin war das siebte Remis.

Folge: Der 1. FC Lok schafft keine großen Sprünge in der Tabelle und versackt im Keller. Warum das so ist, zeigt die AZ-Analyse in fünf Punkten.

Die Bedingungen im Stendaler „Hölzchen“ waren nicht einfach. Damit hatten nicht nur die Gastgeber zu kämpfen. Auch Tasmania Berlin mühte sich auf dem tiefen Rasen. Die Hauptstädter zeigten aber simple Mittel auf, um Loks Abwehr zu knacken und spielten sich häufig ins letzte Drittel der Eisenbahner. Beide Gegentore resultierten aus dem gleichen Schema: Sie fielen über Stendals linke Seite.

Zwei Mal kam der Pass von rechts. Beide Male hatte Romario Hartwig völlig unbedrängt einfaches Spiel. Torwart Bryan Giebichenstein konnte aus der kurzen Distanz nichts machen. „Das erste Tor nehme ich mehr auf meine Kappe, als das Zweite. Beim zweiten flankt er aus dem Stand um mich herum“, sagte Stendals Behling, der die Eingaben nicht unterbinden konnte und die fehlende Zuteilung kritisierte.

Den Platzherren boten sich aber auch eigene Möglichkeiten. Vermehrt durch Konter. Es fehlte aber an Präzision. Viele Bälle gingen ins Nichts. Für Loks Flügelspieler Niclas Buschke und Martin Krüger war das sehr undankbar. „Wir müssen die Bälle besser anbringen“, ärgerte sich Krüger über die Konterschwäche. Dennoch blitzte das Können der beiden Offensivmänner hin und wieder auf. Beim 1:1 traute sich Buschke etwas zu, tankte sich durch und fand Krüger, der zum Ausgleich traf. „Dann macht es der Gastgeber überragend, wie sie uns ausspielen“, erklärte Tasmania-Coach Tim Jauer.

Zuvor hatte seine Elf den Ball verloren. Es war einer der wenigen Konter, den Lok effektiv zu Ende spielte. Ein Manko, das es den Altmärkern nicht leichter macht, da sie das Spiel nicht kontrollieren können. Die Konterausbeute muss besser werden.

Nach dem Seitenwechsel zeichnete sich Giebichenstein mehrfach aus. Von Lok kam nicht mehr viel. Es musste ein Standard her. Und genau darauf legte Jörn Schulz unter der Woche großen Wert. Mit Erfolg. Tim Kolzenburg legte eine flache Eckballvariante auf Buschke ab, der direkt zum 2:1 abzog. „Wir haben dann diese Eckballsituation die ganze Woche trainiert. Dass das dann aufgeht zum 2:1, ist dann auch Glück“, sagte Schulz auf der Pressekonferenz.

Stendal lag 2:1 vorn. Auf eigenem Platz. Doch es gelang nicht, dieses Ergebnis ins Ziel zu bringen. Durch eigenes Verschulden reichte es wieder einmal nur zum Punkt. „Wenn man schon mal 2:1 führt, wo man weiß, dass die Basics einfach nur wegverteidigen sind, dann ist es schade, dass man sich nicht belohnt“, konnte Behling nicht zufrieden sein. Trainer Schulz ging einen Schritt weiter. Und vermisste einen speziellen Aspekt: „Das sind so Momente, da muss die Mannschaft explodieren zu Hause, wenn man weiß, dass man letzte Woche 5:0 verloren hat.“ Der Auftrieb durch die Führung blieb aus.

In der Halbzeit sammelte Lok Spenden, um finanzielle Mittel für die Geldstrafe aus dem Charlottenburg-Spiel zu generieren. Unnötige Bemerkungen Richtung Tasmania Berlin machte der Lok-Anhang dennoch. Jauer hatte einen einfachen Rat an die Fans der Eisenbahner: „Ich glaube, wenn die ihre Kräfte nutzen würden, um die Mannschaft anzufeuern, als auf das gegnerische Team zu schauen, dann wäre die Lok-Mannschaft noch weitaus stärker.“

VON PATRICK NOWAK

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