FUSSBALL Mamadou Alio Diallo und sein gefühlvoller Jubel

Premierentor löst Emotionen beim TSV Kusey aus

Mamadou Aliou Diallo vom TSV Kusey bejubelt sein or zum 6:1 gegen den Möringer SV
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Überglücklich: Mamadou Aliou Diallo vom TSV Kusey. Nach seinem ersten Tor für den westaltmärkischen Fußball-Landesklassisten zum 6:1 in Möringen kannte der Jubel bei ihm und seinen Teamkollegen keine Grenzen.
  • Florian Schulz
    VonFlorian Schulz
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Er traf zum 6:1 in der 90. Minute. Und jubelte ausgelassen. Die Rede ist von Mamadou Alio Diallo, der mit seinem Premierentor für den TSV Kusey wahre Emotionen auslöste.

Kusey - Nicht umsonst heißt es immer wieder: Solche Geschichten schreibt nur der Fußball... Manche davon können so schön sein. Wie diejenige, die am Sonnabend in Möringen geschrieben wurde. Nämlich von einem Akteur des TSV Kusey im Rahmen der Fußball-Landesklasse, Staffel 1. Mamadou Aliou Diallo, ein 23-jähriger Flüchtling aus Guinea, traf zum 6:1-Endstand im Spiel beim MSV. Die Szenen danach: unbeschreiblich.

„Mamadou ist erst seit dieser Saison bei uns. Er ist der deutschen Sprache noch nicht ganz so mächtig und weiß ab und an noch nicht, was wir beispielsweise im Training von ihm möchten“, verrät Kuseys Trainer Klaus-Dieter Steckhan. Doch er macht auch deutlich: „Wir führen ihn langsam heran.“ Dass Diallo nach zuvor mehreren Kurzeinsätzen auf einem guten Weg ist, bewies er vor wenigen Tagen. Anstelle von René Armgart kam der Afrikaner in der 82. Minute in die Partie – und kurz vor Ultimo war er erfolgreich zum sechsten TSV-Tor. Beim Jubel zog er sich das Trikot vom Leib, all seine Mitspieler gratulierten und herzten ihn.

TSV Kuseys Trainer Klaus Steckhan freut sich für Mamadou Alio Diallo.

Es ist einfach schön, dass die Jungs ihn so aufnehmen und unterstützen. Auch mich freut es sehr.

Klaus Steckhan (Trainer TSV Kusey)

Mamadou Aliou Diallo: Gelbe Karte ist kein Problem

Die Gelbe Karte dafür nahm er gern in Kauf. „Es ist einfach schön, dass die Jungs ihn so aufnehmen und unterstützen. Auch mich freut es sehr“, so Steckhan. „Man merkt: Ihm fehlt noch ein ganzes Stück, um mitzuhalten, aber ich finde es sehr gut, dass er sich integrieren möchte, immer zum Training kommt und sich bemüht“, fügt der Kuseyer Dirigent an. Umso schöner, dass Diallo das Vertrauen seines Trainers prompt zurückzahlte. „Es hat den tollen Tag abgerundet“, gibt Steckhan zu.

Florian Bratz nahm Diallo mit zum TSV Kusey

Doch wie kam der 23-jährige überhaupt in die beschauliche westaltmärkische Ortschaft? Der Afrikaner ist schon seit mehreren Jahren im Flüchtlingsheim im niedersächsischen Brome untergebracht, befindet sich aber im zweiten Lehrjahr in der Firma von Florian Bratz in Kusey, seines Zeichens Spieler beim TSV. „Florian hat ihn dann mal mit zum Training genommen“, verrät Klaus-Dieter Steckhan. In Deutschland hatte Diallo zuvor nicht im Verein gespielt. Doch beim TSV fasste er schnell Fuß. „Er ist ein purer Offensivspieler, der auf der Außenbahn von seiner Geschwindigkeit profitiert“, berichtet der Coach.

Mamadou ist lernwillig. Es wird zwar bei ihm sicher noch eine Weile dauern, doch Fortschritte sind definitiv schon erkennbar.

Klaus Steckhan (Trainer TSV Kusey)

Das Verteidigen sei hingegen nicht seine Stärke. Aber: „Mamadou ist lernwillig. Es wird zwar bei ihm sicher noch eine Weile dauern, doch Fortschritte sind definitiv schon erkennbar. Manchmal ist er noch etwas ängstlich, etwas falsch zu machen. Das müssen wir bei ihm noch irgendwie rausbekommen.“ Steckhan, der übrigens auch den Fahrdienst von Brome nach Kusey übernimmt, sieht in ihm einen Mann für die Zukunft. Und wer weiß: Vielleicht arbeitet Mamadou Aliou Diallo ja weiterhin an sich und seiner Entwicklung, sodass er beim TSV Kusey in Zukunft womöglich noch mehr Einsatzzeiten und somit Chancen auf weitere Tore erhält...

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