Fußball: 1. FC Magdeburg gelingt Überraschungssieg beim VfL Wolfsburg

Trotz 4:3 kein Überschwang

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Luiz Gustavo (am Ball) verlor mit dem VfL Wolfsburg gestern das Testspiel gegen den Drittligisten 1. FC Magdeburg (r., Tarek Chahed, der den 3:3-Ausgleich besorgte, mit 3:4.

Wolfsburg. Alles andere als eine Niederlage wäre eine Überraschung gewesen. Und genau die gelang dem 1. FC Magdeburg gestern Nachmittag im Testspiel im AOK Stadion in Wolfsburg.

Der Drittliga-Aufsteiger gewann beim deutschen Fußball-Vizemeister und amtierenden Pokalsieger mit 4:3 (3:1), nachdem er die Partie gedreht hatte.

Überschwang oder tiefe Depression war allerdings auf beiden Seiten nach dem kurzfristig vereinbarten Test nicht angesagt. „Wir sind froh, dass wir dieses Spiel machen durften“, erklärte FCM-Trainer Jens Härtel lediglich dazu. Sein Gegenüber Dieter Hecking gab verständlicherweise eine zweigeteilte Meinung ab. „In der ersten Halbzeit haben wir sehr gut gespielt. In der zweiten weniger gut“, erklärte der VfL-Coach. Klaus Allofs, Sportchef der Wolfsburger, befand zur Pleite: „Das ist nicht ganz so tragisch.“ Die B- und später C-Elf des VfL (mit Ausnahme von Mittelfeldchef Luiz Gustavo) zeigte den Magdeburgern, die schon Wettkampf erprobt sind mit zwei Liga-Spielen, nur in der ersten Halbzeit einen Zwei-Klassen-Unterschied auf.

Bei allen drei Toren in Durchgang eins waren temporeiche und präzise Aktionen vorausgegangen. Allerdings präsentierte sich auch der FCM aus einer Konterstellung in der Offensive: Gefährlich wurde es, wenn einsatzfreudige Christian Beck im Sturm am Ball war, er erzielte mit einem satten 25-Meter-Schuss auch den zwischenzeitlichen Ausgleich. Der VfL um seine ordnende Hand Gustavo, für den der Härtetest und zugleich Generalprobe für das erste Bundesliga-Spiel am Sonnabend im der benachbarten Volkswagen Arena gegen Eintracht Frankfurt nach überstandener Knieverletzung veranstaltet wurde, hatte allerdings noch in der ersten Spielhälfte die Kontrolle über das Geschehen.

Beim FCM stand in Halbzeit zwei eine komplett andere Mannschaft auf dem Platz - mit einem neuen Gesicht. Probespieler André Hainault gab den Linksverteidiger nachdem er für den Salzwedeler Michel Niemeyer eingewechselt wurde. Hainault (29) spielte bis zum Sommer beim Zweitliga-Absteiger VfR Aalen und ist kanadischer Nationalspieler. Erster Eindruck: solide. „Das war in Ordnung“, urteilte Härtel. Bei den Wolfsburgern durfte sich der Stendaler Paul Seguin eine halbe Stunde lang auf der Mittelfeldsechs präsentieren. „Ich habe mich gefreut, gegen den FCM zu spielen“, sagte der 20-Jährige. Er war jedoch dabei, als sich die Partie für den schwächeren VfL ins Negative drehte. Niklas Brandt per Flachschuss, ein überlegter Abschluss von Tarek Chahed und ein Kopfballtreffer von Silvio Bankert – und fertig war der Überraschungssieg. Das ganze vier Tage vor dem Liga-Spiel am Sonntag gegen den Erzrivalen Hallescher FC...

• Tore: 1:0 Daniel Caligiuri (9.), 1:1 Christian Beck (13.), 2:1 Bendtner (20.), 3:1 Aaron Hunt (44.), 3:2 Niklas Brandt (67.), 3:3 Tarek Chahed (70.), 3:4 Silvio Bankert (82.).

• Schiedsrichter: Skorczyk (Salzgitter).

• Zuschauer: 2205.

• VfL Wolfsburg: Grün – Jung, Ascues, Knoche, Schäfer, Träsch (61. Seguin), Gustavo (77. Conde), F. Rodriguez, Caligiuri (61. Stolze), Hunt (77. Donkor), Bendtner (71. Putaro).

• 1. FC Magdeburg: Glinker – Butzen, Handke, Schiller, Niemeyer, Reimann, Löhmannsröben, Razeek, Farrona Pulido, Fuchs, Beck (46. Tischer, Bankert, Puttkammer, Schlosser, Malone, Brandt, Kruschke, Hebisch, Chahed, Bremer, Hainault).

Von Benjamin Post

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