Fußball: Grün-Weiß zieht die Männermannschaft aus dem Spielbetrieb zurück

Ein trauriger Tag für Potzehne

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In Potzehne wird es vorerst keine Männermannschaft mehr geben, denn die Grün-Weißen ziehen das Team zurück.

Potzehne. Der Negativtrend, der derzeit im Männerfußball zu verzeichnen ist, setzt sich weiter fort. „Prominentestes Opfer“ aus altmärkischer Sicht war bislang Viktoria Uenglingen, doch jetzt hat es auch die westliche Altmark erwischt.

Seit Mittwochabend dürften die Fahnen in Potzehne auf Halbmast hängen, denn die Grün-Weißen ziehen ihre erste Männermannschaft aus dem Spielbetrieb zurück. „Das ist ein trauriger Tag für ganz Potzehne, wenn man bedenkt, dass hier seit 32 Jahren auf Bezirks- und Landesebene Fußball gespielt wurde“, so der stellvertretende Abteilungsleiter Fußball, Michael Jacobs.

Der Vorstand des SV Grün-Weiß Potzehne lud am Mittwochabend zu einer kurzfristigen Info-Veranstaltung ein, bei der sich insgesamt gut 40 Vereinsmitglieder einfanden. „Es kursierten ja schon länger die wildesten Gerüchte rund um unsere Männermannschaft. Daher wollten wir die derzeitige sportliche Situation darlegen. Es war eine sehr emotionale Stimmung, wobei auch heftig diskutiert wurde“, gewährte Jacobs einen Einblick in den Ablauf der Diskussion. Mit Stand 30. Juni umfasste der Landesklasse-Kader der Potzehner 16 Spieler inklusive Torhüter.

Nachdem sich Jan Küllmei kurzfristig in Richtung Haldensleber SC verabschiedete, meldete sich am Freitag auch noch Robert Klement ab. „Zudem haben sich zwei Spieler, von denen wir bereits Zusagen hatten, doch gegen uns entschieden. Im Endeffekt konnten wir aus zahlreichen Gesprächen seit Ostern lediglich einen Neuzugang unter Dach und Fach bringen“, so Jacobs.

Am Ende war es eine gemeinschaftliche Entscheidung der Mannschaft, mit diesem dünnen Kader nicht mehr in der Landesklasse anzutreten. „Uns hätte wahrscheinlich ein ähnliches Schicksal wie Uenglingen gedroht. Dem wollten wir aus dem Weg gehen, denn mit Blick auf die letzten 32 Jahre wäre das für Potzehne auch unwürdig gewesen“, kommentierte Jacobs die Entscheidung der Mannschaft.

Damit gelten die Potzehner laut Spielordnung des FSA in der kommenden Landesklasse-Saison als erster Absteiger und hätten in der Spielzeit 2016/2017 einen Startplatz in der Kreisoberliga. „Das ist alles noch kein Thema, denn keiner weiß, wie die Situation in zwölf Monaten aussieht“, unterstrich Jacobs.

Dennoch soll in der kommenden Saison in Potzehne Männerfußball gespielt werden. Die Grün-Weißen wollen versuchen, kurzfristig eine Altherren-Mannschaften ins Leben zu rufen, die in der 1. Kreisklasse auf dem Kleinfeld spielen soll. Außerdem sind die Frauen in der 1. Bördekreisklasse aktiv. Im Nachwuchsbereich schicken die Potzehner bei den G-, F-, E und D--Junioren jeweils eine Spielgemeinschaft ins Rennen. „Wir wollen das Vereinsleben unbedingt aufrecht erhalten, unabhängig vom Männerfußball“, machte Michael Jacobs deutlich.

2010 absolvierten die Potzehner ihre erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte. Die erste Männermannschaft und das Frauen-Team schafften den Aufstieg in die Landesliga, die zweite Männermannschaft realisierte den Aufstieg in die jetzige Kreisoberliga und die Alten Herren bejubelten den Kreispokal. Und das alles im 90. Jubiläumsjahr des SV Grün-Weiß Potzehne. Fünf Jahre später ist nun Schluss, zumindest im Männerbereich.

„Der Kern der Mannschaft hat dem Verein bis zum Schluss die Stange gehalten. Das muss man den Jungs hoch anrechnen“, so Jacobs abschließend.

Ob und wie es mit dem Potzehner Männerfußball weitergeht, steht indes noch in den Sternen. Momentan überwiegt im Potzehner Lager die Trauer und Enttäuschung aufgrund der jüngsten Entwicklungen.

Von Tobias Weber

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