Elbdeichmarathon-Sieger Marco Piec erklärt im AZ-Interview seinen Erfolg

„Traum ist wahr geworden“

Lokalmatador Marco Piec setzte sich beim Marathon in Tangermünde durch. Für ihn ist der Erfolg das Größte, was er bisher in seiner Laufkarriere erreicht hat.
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Lokalmatador Marco Piec setzte sich beim Marathon in Tangermünde durch. Für ihn ist der Erfolg das Größte, was er bisher in seiner Laufkarriere erreicht hat.
  • vonBenjamin Post
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Tangermünde. Im normalen Leben ist Marco Piec Bankkaufmann. Ansonsten läuft er. Und das ziemlich gut. Am Sonntag kam Piec an seinem Höhepunkt an. Er gewann als Starter des Tangermünder LV den 10. Elbdeichmarathon in Tangermünde.

Im Interview mit AZ-Sportredakteur Benjamin Post spricht der 44-jährige Lokalmatador über seinen Sieg, seine Vorbereitung und seine Laufkarriere.

Interview

Im Vorjahr verpassten Sie in Tangermünde den Sieg. Bei der Rekordauflage in diesem Jahr hat es geklappt. Was bedeutet Ihnen der Erfolg?

Für mich war es immer ein Traum. Ich bin jetzt das dritte Mal hier den Marathon gelaufen. Das erste Mal war es der undankbare vierte Platz, letztes Jahr war es der zweite. Und dieses Jahr war der Wunsch da, den ersten zu machen, und es hat geklappt. Der Traum ist wahr geworden. Für mich war das der Höhepunkt meiner bisherigen Laufkarriere.

2016 gewann Jens Santruschek, nun drehten Sie den Spieß um.

Er wollte den Streckenrekord angehen. Er hat das von seiner Leistungsfähigkeit auch sicherlich drin. Für ihn hat es am Sonntag nicht gepasst. Für mich war es das Glück, dass ich am Ende mehr Kraft hatte und mir die Strecke besser eingeteilt habe. Auf den letzten zwei Kilometern hat es sich entschieden.

Was sagen Sie zu ihrer Zeit von 2:49:29,2 Stunden?

Die Zeit ist minimal schlechter als letztes Jahr (2.48.58,1 Stunden). Bei den Witterungsbedingungen (17 Grad im Schatten, 25 Grad in der Sonne) ist das normal. Letztes Jahr hatten wir, glaube ich, fünf, sechs Grad weniger. Wenn du über 15 Grad hast beim Marathon, dann ist die Gefahr, dass die Zeit drunter leidet. Der Körper bekommt dann Probleme, gerade auf der zweiten Runde. Das habe ich auch gemerkt, dass du hinten raus nicht mehr die Zeit laufen kannst, die du dir vornimmst, als wenn die Temperaturen um die zehn Grad sind.

Für die 15 000 Zuschauer herrschte Kaiserwetter, für die 167 Marathonis war es zu warm?

Richtig. Für die 10-Kilometer-Läufer war es noch okay. Aber für die Marathon-Läufer, wenn du in die Mittagszeit reinläufst, ist es einfach zu warm.

Sie haben sich ihre Kraft gut eingeteilt.

Ich habe mich ernährungsmäßig vier Wochen intensiv darauf vorbereitet. Ich habe die Ernährung ein Stück weit umgestellt und bestimmte Sachen nicht gegessen. Es war insgesamt mein 13. Marathon. Mittlerweile kennst du deinen Körper. Du weißt, was du essen kannst und was nicht. Und trinken ist sowieso wichtig, gerade am Tag vorher, am Morgen und unterwegs.

Sie machten auch nach dem Zieleinlauf einen guten Eindruck.

Seit sechs Jahren laufe ich regelmäßig lange Strecken, im Training über 30 Kilometer. Ich versuche in der Marathon-Vorbereitung fünf Mal in der Woche zu trainieren, drei Mal unter der Woche, zwei Mal am Wochenende. Der Körper ist darauf vorbereitet. Ich laufe regelmäßig auch Halbmarathon. Marathons mache ich maximal zwei pro Jahr. Mir geht es darum, eine gute Zeit zu erreichen. Da kannst du maximal zwei im Jahr laufen.

Folgt noch ein Marathon in diesem Jahr?

Vielleicht im Herbst. Das wäre nochmal möglich, wenn es passt. Das ist jetzt aber kein fester Plan.

Sie sind 44. Wie wirkt sich das Alter auf Ihre Leistung aus?

In dem Alter muss man schauen, dass man seine Leistung noch hält. Große Verbesserungen sind schon schwer. Du musst, um die gleiche Leistung zu erreichen, von Jahr zu Jahr intensiver trainieren.

Welche Ziele haben Sie noch?

Dass alle in der Familie, meine Frau und meine zwei Kinder, gesund bleiben. Sportlich habe ich mir vorgenommen, mal einen Olympischen Triathlon zu machen, aber nur ankommen. Den will ich mal in Wischer machen. Das ist mal sportlich anders, nicht nur laufen. Es muss ja immer noch Spaß machen. Wenn es irgendwann keinen Spaß mehr macht, höre ich auf.

10. Elbdeichmarathon in Tangermünde: die Bilder

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