1. az-online.de
  2. Sport
  3. Altmark-Sport

SVO-Handballer mit positiver Entwicklung

Erstellt:

Von: Renee Sensenschmidt

Kommentare

Ein mann mit Bart
Trainer Christian Herrmann zeigte sich mit der Entwicklung der Handballer des SV Oebisfelde in der Sachsen-Anhalt-Liga zufrieden. © Staade

Oebisfelde – Eine ungewöhnlich lange Spielzeit liegt hinter den Handballern des SV Oebisfelde, die die Saison in der Sachsen-Anhalt-Liga kürzlich auf dem dritten Tabellenplatz abgeschlossen haben. Trainer Christian Herrmann stellte sich den Fragen der Altmark-Zeitung.

Ihre Mannschaft hatte sich freiwillig aus der Oberliga zurückgezogen. Sie waren sogar dagegen. War dieser Schritt im Nachhinein richtig?

Ja definitiv war es der richtige Schritt. Wir mussten uns im Mittelblock komplett neu einspielen und mussten uns auch im Angriff etwas einfallen lassen. Wir hatten nicht die „Shooter“ für einfache Tore aus dem Rückraum, deswegen habe ich versucht das Spiel mehr in Isolationen und damit mehr auf Zweikämpfe umgestellt. Auch das Kreisläuferspiel haben wir für uns umgestellt. Mehr mit Gegenziehen und Lauftäuschungen gearbeitet, als mit Sperren, was geläufiger ist im Handball. Die Jungs haben das richtig gut mit umgesetzt und angenommen, das hat man dann auch im Verlauf der Saison gesehen.

Wie haben Sie sich wieder motiviert, wie konnten Sie ihre Jungs motivieren?

Mich hat besonders die Systemumstellung im Angriff motiviert. Das war eine Herausforderung, die ich unbedingt annehmen wollte. Damit verbunden die Weiterentwicklung der Spieler in den Schlüsselpositionen im Rückraum. Wir haben uns vor der Saison vorgenommen, dass wir oben mitspielen wollen und das was jetzt im Nachhinein die richtige Zielsetzung.

Welche Schwierigkeiten und Probleme musstet ihr meistern?

Ich denke alle Mannschaften, egal in welcher Liga, hatten die gleiche Schwierigkeit. Corona hat uns sehr gehemmt, in den Planungen und der Trainingsgestaltung zurückgeworfen. Da war es im November und Dezember schwieriger die Motivation hochzuhalten, als vor der Saison. Wir haben ins Ungewisse trainiert mit keinem wirklichen Ziel wann es weitergeht oder ob es weitergeht. Und genau das war dann in den letzten vier Wochen wieder das Problem. Dieser Rucksack mit allen Verschiebungen der Spiele war wirklich belastend. Urlaube von Spielern waren geplant und dann gab es immer die Gefahr der Infektion. Mit welcher Mannschaft fahren wir los? Diese Frage wurde manchmal erst 30 Minuten vor dem Treffen beantwortet. Aber ich finde, wir haben das sehr gut gemacht. Und da muss ich mich auch bei den ganzen Ehemaligen bedanken. Michael Meichsner an vorderster Front, der sich noch mal komplett zur Verfügung gestellt hat, bei Florian Kamm, Jannik Rips und Daniel Schliephake. Auch die gute Zusammenarbeit mit unserer zweiten Mannschaft ist da zu nennen, ob es gemeinsame Trainingseinheiten oder Aushilfen waren.

Welche Spiele waren die positiven Höhepunkte, welche Spiele möchten Sie am liebsten verdrängen?

Verdrängen möchte ich die Auswärtsspiele in Kühnau und Halle. In Kühnau ohne Klister ist es schwer, aber wie wir dieses Spiel verlieren, ist mir bis heute ein Rätsel. In Halle haben wir überhaupt nicht ins Spiel gefunden und auch völlig zurecht verloren.

Ganz klarer positiver Höhepunkt war das Spiel im Januar in Staßfurt. Was meine Jungs da abgeliefert haben, war wirklich mit Abstand die beste Leistung und das nach der langen Unterbrechung. Auch das Auswärtsspiel in Burgenland, gegen die vermeintliche Reserve die an diesem Sonntag mit fünf Drittligaspielern aufgefüllt haben, war besonders. Wir sind dort mit acht Feldspielern angereist und sehen dann, wer auf dem Protokoll steht. Das Heimspiel gegen Calbe war für mich auch ein Besonderes, da haben wir nach klarer Führung in der kritischen Phase den Kopf und das Zepter behalten.

Wie sehen Sie die Entwicklung der Mannschaft und was muss besser werden, um sportlich wieder in die Oberliga zurückkehren zu können?

Ich bin mit der Entwicklung schon zufrieden. Es war einfach viel, was wir verändert haben, aber da ist noch Luft nach oben ganz klar. Wir müssen diese Liga einfach annehmen und gegen jeden Gegner voll motiviert ins Spiel gehen, um bestehen zu können. Staßfurt hat das dieses Jahr gezeigt, wie man es macht in den vermeintlich einfachen Partien.

Wir haben uns in meinen Augen mit drei Akteuren vom HF Helmstedt richtig gut verstärkt, um uns zu steigern und zu verbessern. Mit Sven Vogel haben wir einen erfahrenen und intelligenten Linkshänder verpflichten können, der uns auf ein anderes Level heben kann. Torben Wanzek kommt für den linken Rückraum. Er hat im Training durch seine Abwehrarbeit und Wurfkraft aus den linken Rückraum überzeugt. Als dritten Neuzugang kann ich jetzt auch Jan-Luca Schülke verkünden, der uns auf der linken Außenposition verstärkt. Diese Position wollte ich unbedingt mit einem gelernten Spieler füllen. Da hatten wir Bedarf, auch wenn wir das mit den Rückraumspielern gut kompensiert haben.

Auch interessant

Kommentare