AZ-SERIE – TORGARANTEN Christian Wernecke zum Auftakt im Blickpunkt

Torjägerkanone als Highlight

Persönliches Highlight: Mit 26 Saisontreffern sicherte sich Christian Wernecke die Torjägerkanone der Saison 2018/2019 in der Fußball-Landesklasse. Foto: Weber
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Persönliches Highlight: Mit 26 Saisontreffern sicherte sich Christian Wernecke die Torjägerkanone der Saison 2018/2019 in der Fußball-Landesklasse.

Letzlingen – Robert Lewandowski, Cristiano Ronaldo oder auch Lionel Messi – würde man im Lexikon unter „Torgarant“ nachschlagen, dürften diese Namen schon Erklärung genug sein.

Diese drei Fußballer sind international ohne Frage die Speerspitze der Spieler mit dem eingebauten Torriecher. Doch auch in der Altmark gibt es sie: Die Torgaranten, die für ihre Vereine praktisch nicht zu ersetzen sind. In unserer neuen Serie nehmen wir die altmärkischen Torgaranten genauer unter die Lupe. Los geht es in der westlichen Altmark, genauer gesagt in Letzlingen. Wenn man dort einen Torgaranten sucht, wird man schnell fündig. Christian Wernecke ist ein waschechter Vollblutstürmer und hat sich nicht nur im Heide-Dorf einen Namen gemacht.

Mit Braunschweig in der Bundesliga

Die sportliche Laufbahn begann dann auch mit sieben Jahren in Letzlingen beim FSV Heide, ehe in der B-Jugend der Wechsel zu Eintracht Braunschweig folgte. „Ich wurde damals im Rahmen einer Fußballferienschule gesichtet“, erinnert sich Wernecke. In Braunschweig spielte der Stürmer in der B-Jugend-Bundesliga, wurde schnell zum Stammspieler und avancierte ebenso schnell zum Goalgetter. „Die Zeit in Braunschweig hat mich schon sehr geprägt. Besonders mit Blick auf den taktischen Bereich und das Spielverständnis konnte ich mich dort gut entwickeln. Das war schon eine tolle Zeit, allerdings auch ein sehr hoher Aufwand“, so der Letzlinger. „Als ich zu den A-Junioren kam, wurde mir dann aber auch schnell klar, dass ich kein Profi werden würde“, gibt er ehrlich zu.

Rückkehr zu den altmärkischen Wurzeln

Er ging dann zurück nach Letzlingen und spielte als A-Jugendlicher schon bei den Letzlinger Männern, die damals in der Landesklasse aktiv waren. Werneckes Fähigkeiten blieben dabei natürlich nicht unbeobachtet. Dieter Förster, damaliger Trainer der SG Eintracht Mechau, wurde auf den jungen talentierten Stürmer aufmerksam und holte ihn nach Mechau. Drei Jahre ging Wernecke für die SGE in der Landesliga auf Torejagd, ehe er eine neue sportliche Herausforderung suchte. „Bei mir war damals der sportliche Reiz immer da, denn ich wollte einfach sehen, wie weit es für mich gehen kann“, berichtet der heute 36-Jährige.

Von Mechau ging es dann zum Haldensleber SC und zum TSV Völpke, wo er jeweils in der Verbandsliga spielte. „In dieser Zeit hatte ich jedoch mit vielen kleineren Verletzungen zu kämpfen und kam nicht wirklich zum Zug. Trotzdem war es natürlich eine schöne Erfahrung“, erinnert er sich. Schließlich kehrte Christian Wernecke vor der Saison 2012/2013 zum FSV Heide Letzlingen zurück.

Torjägerkanone als persönliches Highlight

Wernecke profitiert noch heute von seiner sehr guten technischen Ausbildung. „Ich denke, in dem Punkt bin ich gut auf der Höhe und bin im Strafraum am gefährlichsten. Distanzschüsse sind hingegen nicht so meine Sache“, so Wernecke über seine Spielweise. Und in seiner langjährigen Karriere hat er schon einiges erlebt. „Für mich persönlich war natürlich der Gewinn der Torjägerkanone in der Saison 2018/2019 ein echter Höhepunkt“, muss Wernecke nicht lange überlegen.

Und das hat auch einen Grund, denn diese Saison endete mit einer verrückten Partie. Im letzten Punktspiel trafen die Letzlinger auf den MTV Beetzendorf. Rein sportlich hatte diese Partie kein Gewicht mehr, denn der Staffelsieg der Heide-Kicker stand bereits fest. Und doch sollte es kurios werden, denn die Letzlinger gewannen am Ende mit 10:3. Wernecke steuerte sage und schreibe neun Tore bei und sicherte sich mit insgesamt 26 Saisontreffern noch die Torjägerkanone. „Das war schon verrückt. Aber an das Spiel werde ich mich wohl noch lange zurückerinnern.“

Doch auch wenn ein Stürmer in erster Linie an Toren gemessen wird, stellt sich Christian Wernecke immer in den Dienst der Mannschaft. „Als Stürmer musst du natürlich Tore schießen, bist aber auch ein Teil des Teams. Für mich persönlich ist es egal, ob ich die Tore mache, oder einer meiner Mitspieler. Wichtig ist, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind“, sagt Wernecke.

Pokalsiege mit Mechau und Letzlingen

Mannschaftlich gesehen waren für den Letzlinger die Kreispokalsiege mit der SG Eintracht Mechau und zuletzt auch der Titelgewinn mit dem FSV Heide Letzlingen die Höhepunkte. „Speziell der Pokalsieg mit Letzlingen gegen Salzwedel war für uns und auch den gesamten Verein sehr wichtig“, weiß Wernecke, der verletzungsbedingt zum Zuschauen verdammt war. Unabhängig von Corona ist für Wernecke derzeit an aktiven Fußball nicht zu denken, denn der Stürmer plagt sich noch immer mit einer Knieverletzung herum.

„Derzeit bin ich noch weit weg vom Rasen, sodass an Fußball noch nicht zu denken ist. Wenn es meine Fitness zulässt, würde ich jedoch schon noch einmal spielen wollen“, hat Wernecke die Fußballschuhe noch längst nicht an den Nagel gehangen. Für die Zeit nach der aktiven Karriere, hat der Letzlinger jedoch schon die Weichen gestellt. „Wenn es auf dem Platz vorbei ist, geht es an der Seitenlinie weiter“, so Wernecke, der bereits als Nachwuchstrainer aktiv ist.

„In der Zukunft kann ich mir auch durchaus vorstellen, eine Männermannschaft zu trainieren“, verrät er. Doch bis es so weit ist, will Christian Wernecke schon noch einmal selbst die Töppen schnüren und den einen oder anderen Treffer für den FSV Heide Letzlingen erzielen. Ganz im Stile eines echten Torgaranten.

VON TOBIAS WEBER

Vollblutstürmer: Christian Wernecke.

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