Fußball: Die Gewinner und Verlierer des ersten Saisondrittels in der östlichen Altmark

Von Torhunger und Verzweiflung

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Der Kreveser SV um Kapitän Andreas Thiede (links) hat bereits nach zehn Spieltagen kaum noch realistische Chancen auf den Klassenerhalt – ein Verlierer der laufenden Saison.

Altmark. Das erste Drittel der Fußball-Saison 2016/17 ist gespielt. Es gab Überraschungen, es gab Enttäuschungen, vieles war vorherzusehen.

Die AZ zieht eine Zwischenbilanz für die ostaltmärkischen Teams von der Verbands- bis zur Kreisoberliga und erklärt ihre Gewinner und Verlierer der ersten zehn Spieltage.

Gewinner

Die Abwehr des 1. FC Lok Stendal

Spielerisch konnte der 1. FC Lok Stendal in den vergangenen Jahren schon immer mit der Spitze der Verbandsliga mithalten. Dass sich das Potential der ranghöchsten altmärkischen Mannschaft nun auch in der Tabelle – aktuell Rang zwei – niederschlägt, ist einer weiteren Verbesserung zu verdanken: Die Körner-Elf steht inzwischen defensiv wesentlich besser. Neue Spieler wie Tim Schaarschmidt oder Marcel Werner haben der Abwehr in den vergangenen Monaten mehr Stabilität verliehen. Sieben Gegentore bedeuten den zweitbesten Wert der Liga.

Die Neuzugänge des SSV Havelwinkel Warnau

Nach dem Abgang der brasilianischen Leistungsträger im Sommer war gerätselt worden wie der SSV diese Verluste wird auffangen können. Verpflichtet wurde ein Sextett aus Rathenow, das Warnau inzwischen zu einem Titelanwärter in der Landesklasse gemacht hat. Das Trio Torsten Meier, Christian Bresigke und Kevin Schmoock steuerte bislang 17 der 27 Treffer bei.

Die Offensive des SV Grieben

Der SV Grieben ist schon seit einigen Jahren ein Titelanwärter der Kreisoberliga. In dieser Saison hat sich der SVG erneut ganz oben festgesetzt und überzeugt vor allem offensiv. 59 Tore in zehn Spielen sind der beste Wert aller altmärkischen Fußballteams überhaupt. Überragend: Griebens Torjäger Torben Konau mit 21 Treffern.

SV Krüden/Groß Garz

Auch wenn es zuletzt aus fünf Spielen nur einen Punkt gab, bleibt der SV Krüden/Groß Garz die große Überraschung der Landesklasse. Als Abstiegskandidat Nummer eins starteten die Nordaltmärker furios in die Saison und legten 16 Zählern in sechs Spielen vor. Im Vorjahr reichten 17 Punkte bereits zum Klassenerhalt.

Verlierer

Kreveser SV

Zehn Spiele, zehn Niederlagen. Der Saisonstart des Kreveser SV war eine einzige Katastrophe. Die Chancen auf den Klassenerhalt in der Landesliga sind nach einem Drittel der Saison nur noch theoretischer Natur. Ein heftiger Absturz eines Teams, dass sich zwei Jahre lang tapfer in der 7. Liga behauptet hatte.

TuS Wahrburg

Man wolle mehr erreichen als nur den Klassenerhalt, tönte der amtierende Kreismeister vor seiner Rückkehr in die Landesklasse. Inzwischen muss der TuS Wahrburg seine Ziele revidieren und kleinere Brötchen backen. Mit sieben Zählern stehen die Stendaler auf einem Abstiegsplatz und haben große Probleme, sich in der neuen Liga zu etablieren. Einzig der 5:1-Sieg in Havelberg deutete die Qualitäten des Liga-Neulings an.

Die Zuschauer in Bismark und Stendal

Der 1. FC Lok Stendal verweist immer wieder stolz auf seine für die Verbandsliga hohe Zuschauerzahl, doch es gibt auch eine Schattenseite. Nirgends sonst in der Altmark ist das Publikum so unsportlich zu Schiedsrichtern und Gegnern wie im „Hölzchen“. Ein Problem für die Außendarstellung der sportlich so erfolgreichen Lok.

Ärger über den eigenen Anhang herrscht auch beim TuS Bismark vor. Durch nachhaltig gute Arbeit hat sich der Verein längst als fußballerische Nummer zwei der Altmark etabliert, bloß honoriert wird dieser Erfolg nicht. Bei Heimspielen kommt der TuS selten auf mehr als 50 Zuschauer. Selbst einige Kreisoberligisten locken mehr Leute auf ihre Sportplätze.

FSV Havelberg

Der FSV Havelberg stand noch vor zwei Jahren für erfolgreichen, spektakulären Offensivfußball. Inzwischen trifft der Landesklassist zwar immer noch recht manierlich, bloß in der Defensive werden die Probleme immer größer und Lösungen dafür scheint der FSV nicht zu finden. 37 Gegentreffer sind der mit Abstand schlechteste Wert der Liga und bedeuten akute Abstiegsgefahr.

Von Tobias Haack

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