AZ-SERIE DER LETZTE MANN

Tobias Maier und das besondere Arneburg-Endspiel

Tobias Maier rollt im Trikot von Rot-Weiß Arneburg den Ball ab
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Tobias Maier ist Arneburger durch und durch und spielt seit seinem sechsten Lebensjahr bei den Rot-Weißen. Als Feldspieler angefangen, fand er später den Weg ins Tor.
  • Patrick Nowak
    VonPatrick Nowak
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Tobias Maier hütet das Tor des Landesklassisten Rot-Weiß Arneburg, gewann drei mal den Altmarkstrompokal. Ein Finale bleibt ihm dabei ganz besonders in Erinnerung.

Arneburg – Er kann mal der rettende Held sein, mal der verfluchte Versager. Seine Position ist Fluch und Segen zugleich. Mal wird er gefeiert, mal ausgepfiffen. Der Torhüter wandelt stets auf dem schmalen, oder eben torbreiten Grat zwischen Triumph und Niederlage. Dadurch nimmt er im Fußball eine ganz besondere Rolle ein. In unserer neuen AZ-Serie widmen wir uns dem „letzten Mann“ auf dem Rasen.

Tobias Maier ist Arneburger durch und durch. Seit seinem sechsten Lebensjahr spielt der heute 32-Jährige bei Rot-Weiß Arneburg. Seine endgültige Position im Tor hatte er erst nach der D-Jugend gefunden, er agierte zunächst als Feldspieler. Ein Zufall führte ihn dann dazu, sich die Torwarthandschuhe anzuziehen und erstmals den Platz zwischen den Pfosten einzunehmen. Als sich der eigentliche Schlussmann verletzte, musste Maier ran. Und machte seine Sache gut.

Die Faszination für mich am Torwart ist, diesen Ball halten zu wollen. Im Spiel dann die letzte Chance zu vereiteln, das finde ich als Torwart mega

Tobias Maier (Torhüter Rot-Weiß Arneburg)

„Dann sollte ich ins Tor, habe gut gehalten und seitdem war ich Torwart.“ Und diesen Platz auf dem Rasen wollte er ab diesem Zeitpunkt auch nicht mehr hergeben. Auch er kennt die Tücken und Nachteile des Torwartspiels. Wird ein Fehler gemacht, wird dieser meistens bestraft. Das passiert jedem mal. Auch Maier. Dennoch steht er gerne zwischen den Pfosten, weiß um seine klare Aufgabe auf dem Platz. „Die Faszination für mich am Torwart ist, diesen Ball halten zu wollen. Mit dem Ball am Fuß macht es natürlich auch Spaß. Im Spiel dann die letzte Chance zu vereiteln, das finde ich als Torwart mega.“

Tobias Maier als Held im Elfmeterschießen

Steigerungsbedarf haben für Maier aber dennoch die Spiele, wo die Entscheidung nicht nach der regulären Spielzeit und Verlängerung fällt. Ein Elfmeterschießen ist immer eine 50:50-Sache. Sowohl für den Schützen vom Punkt als auch für den Mann im Tor. Wenn man dann noch die tragende Rolle für seine Mannschaft spielen kann, ist es umso schöner. Auch diesen Aspekt durfte Maier im Trikot des Rot-Weiß Arneburg erleben. In der Saison 2014/2015 standen er und seine Elf in Bismark im Endspiel des Altmarkstrompokals. Gegner war der SV Medizin Uchtspringe.

Wir sind halt eine Pokalmannschaft, wenn man sich die letzten Jahre anguckt.

Tobias Maier

Nach 0:1-Rückstand rettete sich Rot-Weiß in die Zusatzschicht. Diese ließ keine Tore folgen. In der herbeizuführenden Entscheidung vom Punkt konnte sich Maier dann als Held feiern lassen. „Da habe ich ja den entscheidenden Elfmeter gehalten. So etwas behält man immer im Kopf“, so der Keeper, der in diesem Moment darauf achtet, ob er Schütze Links- oder Rechtsfuß ist und wie er zum Ball anläuft. An diesem Tag im Juni 2015 hatte Maier das richtige Gespür. Nach diesem Triumph sollten für ihn noch zwei weitere Titel im Altmarkstrompokal im RWA-Trikot folgen. „Wir sind halt eine Pokalmannschaft, wenn man sich die letzten Jahre anguckt“, weiß Maier.

In der Regel ist ein Torwart in der heutigen Zeit groß. Bei Tobias Maier fällt die Körpergröße etwas kleiner aus. Ein erheblicher Nachteil ist es für den Arneburger Keeper, der 1,82m misst, allerdings nicht. Er versucht sich daraus einen Vorteil zu verschaffen und setzt auf andere Fähigkeiten, die ihm auf seiner Position helfen. „Ich bin jetzt nicht der größte Torhüter, aber das hatte ich eigentlich noch nie als Problem. Die Reaktion und das Eins-gegen-Eins waren schon immer meine Stärken“, erklärt Maier.

Als besonders gewinnbringend fand er die Einheiten mit dem damaligen Torwarttrainer Manuel Mauritz, der den Schwerpunkt auf die Reaktionsfähigkeit und das Eins-gegen-Eins legte. „Das hat mir immer ganz gut gefallen“, so Maier, der sich mit 32 im besten Torwartalter befindet und trotz Coronazwangspause den Spaß zwischen den Pfosten nicht verloren hat: „Ich denke, paar Jährchen werden da noch gehen. So schnell wollte ich noch nicht mit dem Fußball aufhören.“

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