Fußball – Oberliga: Lok unterliegt Inter mit 0:4 und rutscht ab

Teufel im Detail

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Niklas Opolka (links) und Inter Leipzig waren dem 1. FC Lok Stendal in vielen Belangen überlegen. Martin Krüger (rechts) war noch eine der wenigen positiven Erscheinungen.

Stendal. Dass im Fußball Kleinigkeiten entscheidend sein können, musste der 1. FC Lok Stendal gestern Nachmittag auf besonders schmerzhafte Art erfahren. Gegen den FC Inter Leipzig unterlag die Mannschaft von Trainer Sven Körner vor 365 Zuschauern im „Hölzchen“ mit 0:4 (0:1).

Da die Konkurrenz im Tabellenkeller der Oberliga kollektiv gewinnen konnte, rutschte Lok sogar auf einen möglichen Abstiegsplatz ab.

Eines der entscheidenden Details spielte sich unter den Füßen der Akteure ab. Während Inters Spieler auf lange Stollen setzten, liefen einige Lok-Akteure trotz tiefem Geläuf mit kurzen Nocken auf. Diese scheinbar belanglose Kleinigkeit führte dazu, dass Stendal trotz starker Anfangsphase nach 19 Minuten in Rückstand geriet. Johannes Mahrhold rutschte aus, Leipzig-Torjäger Kimmo Hovi brach durch und schob locker zum 1:0 ein. „Da kriege ich einen Hals. Das ist für mich amateurhaft“, prangerte Lok-Trainer Sven Körner die Nachlässigkeit seines Innenverteidigers an.

Zuvor hatte Lok den Gegner mit starkem Pressing beschäftigt und durch Martin Krüger die erste Großchance der Partie (7.). „Wir hatten in den ersten Minuten mit ihrer Intensität zu kämpfen. Ich will nicht wissen, was passiert, wenn Stendal das 1:0 macht“, atmete Inter-Trainer Heiner Backhaus durch. Nach der Führung fand seine Mannschaft ins Spiel und hätte ohne Weiteres zur Pause schon höher als 1:0 führen können.

Nach dem Seitenwechsel versuchte Stendal erneut ins Pressing zu kommen, fing sich aber ein schnelles 2:0. Christopher Misaki köpfte nach einem perfekten Flügelangriff ein (51.). Nur zwei Minuten später ereignete sich die zweite bedeutende Kleinigkeit des Nachmittags. Vincent Kühn brachte seinen Gegenspieler im Laufduell unglücklich und eher auch unfreiwillig zu Fall. Schiedsrichter Frank Heinze interpretierte die Szene als Foul und schickte den Stürmer mit Gelb-Rot vom Platz. „In dem Moment macht es der Schiedsrichter zu einem Trainingsspiel für Leipzig“, beklagte Körner fehlendes Fingerspitzengefühl.

Mit seiner Einschätzung behielt er Recht. Inter spielte Führung und Überzahl nun eiskalt runter. Ogün Gümüstas stellte per Doppelpack (71., 74.) auf 4:0. „Wir mussten in der zweiten Halbzeit über die Physis kommen. Man hat dann gemerkt, dass wir mehr trainieren können als Stendal“, stellte Backhaus den Hauptunterschied zwischen beiden Teams heraus. „Meine Mannschaft hat eine passable Leistung gezeigt, gegen einen Gegner mit überragender individueller Qualität“, erklärte Körner, dass es am Ende nicht nur an Kleinigkeiten lag.

Von Tobias Haack

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