Handball – Weltmeisterschaft: DHB-Auswahl bestreitet heute das erste Spiel

„Der Termin ist eher suboptimal“

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Ab heute wird es ernst: Patrick Wiencek (rechts) und die deutsche Nationalmannschaft bestreiten das WM-Auftaktspiel gegen Korea.

Altmark – Am heutigen Donnerstag beginnt die Handball-Weltmeisterschaft, die bekanntlich in Deutschland und Dänemark stattfindet. Die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) steht dabei direkt im Auftaktspiel in der Pflicht und muss heute um 18.15 Uhr in Berlin gegen Korea antreten.

Freut sich auf die WM: Nationaltrainer Christian Prokop.

In der Vorrundengruppe A bekommt es die Mannschaft von Nationaltrainer Christian Prokop neben dem Auftaktgegner noch mit Brasilien, Frankreich, Russland und Serbien zu tun. Wollen die Männer um Kapitän Uwe Gensheimer den Sprung in die zweite Gruppenphase schaffen, dann muss die DHB-Auswahl in der Gruppe A mindestens Platz drei erreichen.

Grassiert das WM-Fieber bereits in der Altmark? Die Sportredaktion der Altmark-Zeitung hat bei Handball-Trainern in der westlichen und östlichen Altmark nachgefragt.

Vom SC Magdeburg dabei: Matthias Musche.

Bei Marco Weis zum Beispiel ist der Funke noch nicht wirklich übergesprungen und der Trainer der HSG Altmark West erklärt auch warum. „Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mich mit dem Thema Weltmeisterschaft noch gar nicht wirklich befasst habe. Ich finde den Termin eher suboptimal, denn die Spieler befinden sich ja noch mitten in der Saison. Da läuft das im Fußball ganz anders“, klärt Weis auf und sieht damit weitere Probleme, auch für den DHB-Coach. „Christian Prokop hat im Prinzip keine Zeit, ein Team zu formen. Ich halte ihn für einen guten Trainer, aber er hat kaum eine Chance, seine Philosophie umzusetzen und das finde ich wirklich schlimm“, macht der HSG-Trainer deutlich. Auf der anderen Seite denkt er aber auch an die Spieler. „Sie kommen praktisch direkt von ihren Teams, spielen die Weltmeisterschaft und steigen danach direkt wieder in die Punktspiele ein. Da ist doch eine Regeneration, die immens wichtig ist, nur sehr schwer möglich“, sieht Weis die Belastung für die Spieler äußerst kritisch.

Nichtsdestotrotz glaubt Marco Weis, dass die DHB-Auswahl die Vorrunde durchaus überstehen wird. „Ich denke die Gruppe ist moderat und auf jeden Fall machbar. Im weiteren Verlauf ist zudem das Halbfinale realistisch“, glaubt der HSG-Trainer. Doch die Spiele der deutschen Nationalmannschaft wird er wohl eher selten live im Fernsehen verfolgen können. „Meistens haben wir ja zur gleichen Zeit selbst Training. Auch wenn wir während der Weltmeisterschaft pausieren, geht es ja auch für uns dann mit den Punktspielen in der Verbandsliga weiter. Daher sind mir unsere Trainingseinheiten auf jeden Fall wichtiger“, unterstreicht der Coach der HSG Altmark West.

In der östlichen Altmark sieht man das DHB-Team übrigens ebenfalls in Richtung Halbfinale marschieren. „Ich finde, wir haben mit Serbien und Frankreich die starken Gegner in der Vorrundengruppe. Die Hauptrunde schaffen wir aber auf alle Fälle und Russland schlagen wir auch. Ich glaube, wir kommen ins Halbfinale“, so Florian Skorz. Der Mannschaftsverantwortliche der HSG Osterburg sieht übrigens Frankreich sowie Spanien mit den besten Titelchancen und hat mit Norwegen zudem einen Geheimfavoriten.

Ähnlich sieht es auch Frank Ziekau. „Wir schaffen die Vorrundengruppe und dann geht es bis ins Halbfinale“, ist sich der Trainer des HV Lok Stendal sicher, der Frankreich, Spanien und auch Dänemark gute Titelchancen bescheinigt. Ob sich die Verbandsliga-Sieben des HV Lok Stendal die Spiele der DHB-Auswahl geschlossen anschauen wird, steht indes noch nicht fest. „Das entscheidet sich aus dem Bauch heraus. Vielleicht werden es nicht die ersten Spiele sein, aber dann, wenn es spannend wird“, beschreibt Frank Ziekau.

Von Tobias Weber und Patrick Nowak

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