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Tangerhütter Laufsportler erklären ihren Team-Erfolg

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Von: Tobias Haack

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Kupferschmidt, Daverhuth und Gänger präsentieren ihre Medaillen.
Stolz auf ihr Team (v. l.): Danny Kupferschmidt, Michaela Daverhuth und Mathias Gänger. © Verein

Die Laufgruppe des SV Germania Tangerhütte hat zum dritten Mal in Serie die Teamwertung des Elbe-Ohre-Cups gewonnen. Im Gespräch mit der AZ erklären zwei Protagonisten das Erfolgsgeheimnis.

Zum ersten Mal seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat es vor Kurzem wieder eine offizielle Ehrungsveranstaltung des Elbe-Ohre-Cups, der bedeutendsten Laufserie im Norden Sachsen-Anhalts, gegeben. Strahlende Gewinner waren die Sportlerinnen und Sportler des SV Germania Tangerhütte, die das Kunststück fertig gebracht haben, im dritten Jahr in Folge die begehrte Mannschaftswertung für sich zu entscheiden. AZ-Sportredakteur Tobias Haack hat beim scheidenden SVG-Laufgruppenleiter Danny Kupferschmidt und dessen Nachfolger Mathias Gänger nachgefragt, worin das Geheimnis der Konstanz ihres Teams besteht.

Herr Kupferschmidt, Herr Gänger, geben Sie mir doch bitte einen Rückblick auf die Saison. Was waren die Höhepunkte? Was lief vielleicht nicht ganz so rund?

Gänger: „Da ich quasi neu in der Laufgruppe bin und 2022 meine erste richtige Saison war, waren für mich eigentlich alle Läufe ein Höhepunkt. Unsere eigenen Veranstaltungen möchte ich hier aber mal hervorheben, besonders den Tangerlauf, der eine wirklich schöne Strecke hat. Ob die Natur ringsum, oder die Streckenführung, der Lauf passt einfach.“

Kupferschmidt: „Der Höhepunkt war aus meiner Sicht ganz klar der dritte EOC-Titelgewinn in Serie. Da die Ehrungsveranstaltung endlich mal nicht Corona zum Opfer fiel, konnten wir endlich auch einen Lohn für die zahlreichen Mühen der letzten drei Jahre in Empfang nehmen. Nicht so rund liefen meiner Meinung nach einige interne Absprachen im Orga-Team, sowie die Kommunikation gegenüber unseren Mitgliedern.“

Sie haben zum wiederholten Mal den EOC-Mannschaftstitel gewonnen, dabei ist die Konkurrenz nicht ohne. Was macht die Laufgruppe des SV Germania so stark und woher kommt die Konstanz?

Gänger: „Unsere Motivation war sicher die Aussicht, den Titel das dritte Mal nach Tangerhütte zu holen, sodass der Pott auch bei uns bleibt, und jedes einzelne Teammitglied wollte seinen Beitrag zu diesem Erfolg leisten. Ob Alt oder Jung, jeder hat nach seinem Leistungsstand die für ihn möglichen Punkte geholt und so zum Gesamterfolg beigetragen.“

Kupferschmidt: „Wir haben uns, im Gegensatz zu manch anderen Vereinen, von Corona nicht ausbremsen lassen und sowohl unsere eigenen EOC-Veranstaltungen durchgeführt, als auch die anderen Wettkämpfe weiterhin zahlreich besucht. Auch die Jugendarbeit haben wir stets aufrechterhalten. Die anderen Vereine taten sich schwerer, wieder in alter Stärke aus ihrem Winterschlaf zu kommen, diesen Vorsprung konnten wir nutzen. Zudem konnten wir in jeder Saison durch unsere gestiegene Attraktivität als Laufgruppe auch überregional neue Mitglieder gewinnen. Verluste durch Corona an der Basis, die es natürlich auch bei uns gab, konnten wir ausgleichen.“

Zu einer guten Mannschaftsleitung gehören immer auch herausragende Einzelleistungen. Wen kann man beim SV Germania in dieser Saison hervorheben und warum?

Gänger: „Jeder hat sicher seinen Teil zum Erfolg geleistet, besonders möchte ich aber Liesa Synder und Carsten Aßmann hervorheben. Beide haben mit 22 Events die meisten EOC-Läufe der Saison absolviert und somit wichtige Punkte beigesteuert. In der Jugend ist Emma Tadewald besonders zu erwähnen, die in der U14 an 21 Läufen teilgenommen hat.“

Kupferschmidt: „Jede Einzelleistung ist unterschiedlich zu werten, daher könnte man ganz viele unserer Mitglieder hervorheben. Ich möchte in dieser Saison vor allem unsere Kinder hervorheben. Genau die Hälfte unserer Punkte steuerten unsere Kinder bei. Kein anderer Verein kann diesen sensationellen Schnitt aufbieten. Wiederum die Hälfte der Kinderpunkte kommt alleine aus der jüngsten Altersklasse U8. Dies haben wir unserer Nachwuchs-Trainerin Heike Diesing zu verdanken, die während zwei Jahren Corona nie aufgab, ihre Trainingskinder weiterhin sportbegeistert zu halten. Über die letzten Jahre gesehen, hat die herausragendste Einzelleistung eindeutig Heike vollbracht.“

Wäre nach drei Titeln beim EOC vielleicht auch mal eine andere Serie wie der Landescup ein lohnenswertes Ziel? Was ist der Plan für die neue Saison?

Gänger: „Wir lassen die kommende Saison erstmal auf uns zukommen. Nach dem Titelgewinn kristallisiert sich jetzt schon raus, dass unsere Teammitglieder gerne auch andere Veranstaltungen wahrnehmen möchten, zum Beispiel den Dresden-Marathon oder den in Leipzig. Für mich persönlich steht auch wieder die Hindernis-Laufserie vom IRONRACE im Laufkalender.“

Kupferschmidt: „Der Landescup wäre ein interessantes Ziel, allerdings sind die Fahrten bis in den Süden des Bundeslandes für unseren Verein relativ weit. Zentraler gelegene Vereine haben dort einen Vorteil. Darüber wird noch beraten werden. Generell wollen wir unsere Aktivität im EOC in der nächsten Saison jedoch etwas zurückfahren und einmal Luft in neuen Veranstaltungen und Laufserien schnuppern.“

Neben Parklauf und Tangerlauf richtet Germania auch kleinere Events wie den Lauf-Engel-Gedenklauf und einen Biathlon aus. Wie fällt das Fazit für die eigenen Events in dieser Laufsaison aus? Was sind die nächsten Projekte, die Ihr im Auge habt?

Gänger: „Der Lauf-Engel Gedenklauf ist ja schon fester Bestandteil in unserem Programm und wird gerne angenommen. Im Gegensatz dazu muss sich der Sommer-Biathlon erst etablieren und wir hoffen, die Teilnehmerzahl hier noch ein bisschen zu erhöhen. Wir freuen uns aber weiter auf die gute Zusammenarbeit mit dem Tangerhütter Schützenverein. Neue Projekte wurden schon besprochen. Hier kann ich schon sagen, dass geplant ist, eine Nordic Walking-Gruppe mit in die Laufgruppe aufzunehmen, um auch den älteren Bürgerinnen und Bürgern, die Spaß an Bewegung haben, die Möglichkeit zu geben, dies in Gesellschaft zu tun.“

Kupferschmidt: „Rückblickend auf die Saison können wir zufrieden sein, jedoch war der Biathlon ein Versuch, aber kein Erfolg. Die Premiere lief noch verhältnismäßig gut. Warum er dann aber im gleichen Jahr unbedingt noch ein zweites und sogar drittes Mal erfolglos durchgeführt werden musste, habe ich nie verstanden und intern im Vorfeld und Nachgang auch stets kritisiert.“

Abschließende Frage: Nachdem Corona in den vergangenen Jahren die offiziellen Ehrungsveranstaltungen hat platzen lassen, haben Sie vor Kurzem zum ersten Mal die Pokale in einem angemessenen Rahmen entgegennehmen können. Wie war der Abend, war es ein würdiger Saisonabschluss?

Gänger: „Für mich war es die erste Ehrenveranstaltung, deswegen habe ich keinen Vergleich. Im Großen und Ganzen war es sicher ein würdiger Saisonabschluss für das Team und jeden einzelnen, der sich seinen Pokal oder seine Medaille auf der Bühne abholen durfte.“

Kupferschmidt: „Die Ehrungsveranstaltung hat mir und vielen anderen in den früheren Jahren in Genthin besser gefallen. Ich denke, der Saal in Zielitz ist dafür nicht wirklich geeignet. Trotzdem war es toll, endlich wieder einmal auf der Bühne eine Ehrung zu erhalten. Dass ich zum Abschluss meiner Arbeit als Laufgruppenleiter unseren Meisterpokal entgegennehmen durfte, war für mich persönlich ein sehr schöner Moment.“

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