Internationale Deutsche Meisterschaft vorbei / Siegerehrung mit Beigeschmack

Stock-Trio bestimmt Niveau

Die Überraschung der Internationen Deutschen Meisterschaft der H-Jollen: Carlo Schütte (links) segelte mit seinem Vorschotmann Ronny Krüger (Arendseer RV) auf den vierten Platz. Fotos (2): Sensenschmidt

Arendsee. Mit dem erneuten Sieg von Florian Stock und Tobias Barthel gingen die diesjährigen Internationalen Deutschen Meisterschaften im Segeln der H-Jollen zu Ende (AZ berichtete).

Bruder Christian machte mit seinem Vorschoter Rainer Berg den Doppelerfolg des gastgebenden Arendseer RV perfekt, der somit allen Grund zum Feiern hatte.

„Dahinter steckt harte Arbeit“, bemerkte Florian Stock, der mit seinem Sieg – den siebten in Folge – einen Makel tilgte, denn die Arendseer hatten bei den bisherigen Meisterschaften auf dem Arendsee noch nie den Sieg geholt. „Es war unser Ziel, dass eins unserer Boote gewinnt. Deshalb haben wir fleißig trainiert, getestet und an den Booten geschraubt“, so Stock, dessen Dank insbesondere an seinem Vorschoter Tobias Barthel ging, mit dem er seit sieben Jahren bei Meisterschaften ungeschlagen ist. „Wir verstehen uns prima, nicht nur auf dem Boot. Unsere Manöver stimmen auf den Punkt, jeder erfüllt seine Aufgabe“, nennt Steuermann Florian Stock den Grund für die derzeitige Vormachtstellung seiner „mfg“ (Name des Bootes) in dieser Klasse. „Seit meiner Jugend segel ich mit Florian zusammen. Wir sind ein eingespieltes Team, wobei es bei dieser Meisterschaft für uns perfekt lief“, freute sich auch Vorschotmann Barthel über den erneuten Triumph.

„Hätte nicht ich gewonnen, dann eben mein Bruder“, lobte Florian Stock seinen Hauptkonkurrenten im Titelkampf, der ihn in der dritten Wettfahrt auch die einzige „Niederlage“ bei dieser Meisterschaft beigefügt hatte. „Im Vorjahr habe ich den ersten Platz verloren, diesmal habe ich Platz zwei gewonnen. Deshalb bin ich heute viel entspannter“, war Christian Stock mit der erneuten Vizemeisterschaft – bereits seine siebte – zufrieden.

Der Start machte den Unterschied zwischen den Stock-Brüder aus. Während Florian sich zumeist sofort an die Spitze setzte, ließ es Christian deutlich verhaltener angehen. „Ich starte zu vorsichtig, will nicht das Risiko eines Fehlstartes eingehen. Da muss ich mich verbessern“, so der Vizemeister, der sich in den Wettfahrten somit immer erst durch das Feld arbeiten musste.

Segeln gelernt haben die Stock-Brüder unter anderem bei ihrem Vater Gerd, der seine Söhne einst mit auf den See nahm. „Ein bisschen haben sie bei mir gelernt“, spielt der Vater seinen Beitrag an der sportlichen Entwicklung aber herunter. Gerd Stock gehört bei H-Jollen-Wettkämpfen selbst zu den Stammgästen. Mit Partner Dietmar Schramm landete er auf den zweiten Platz in der gesonderten BDS-Wertung für die H-Jollen älterer Baujahre. Das Gerd Stock mit seinen Söhnen auf einem Drei-Mann-Boot an einer Regatta teilnimmt, kann sich der Seestädter aber nicht vorstellen. „Wir sind alle drei Steuerleute und nur einer darf ans Ruder.“

Für die Überraschung der Meisterschaft hatten indes Carlo Schütte und Ronny Krüger gesorgt, die als drittes ARV-Boot hinter den Berlinern Jörg Wohl/Lars Kublun (Dahme Jacht Club) auf den vierten Platz gelandet waren. Dies lag wohl am Material, denn Schütte hat das bisherige Boot des Bad Zwischenahners Wilfried Schomäker gekauft und diesen damit auf Platz fünf verwiesen.

Schomäker musste sich als Vorsitzender der Klassenvereinigung bei der feierlichen Siegerehrung für einige Segelkameraden entschuldigen, die bereits vor der Ehrung abgereist waren. „So etwas gehört sich nicht, allein schon aus Respekt gegenüber den Siegern und dem Veranstalter.“ Daher hatte die Siegerehrung auch einen kleinen Beigeschmack, der auch die Freude über das große Starterfeld (36 Boote) ein wenig trübte. „Ich hoffe, dass in den nächsten Jahren ähnlich viele Boote bei unserer Meisterschaft teilnehmen werden“, so Wilfried Schomäker, der nach den guten Erfahrungen mit den BDS-Jollen auch die H-Jollen älterer Baujahre zum Mitmachen animieren will.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel heißt es immer so schön, für den Arendseer Regattaverein ist nach der Meisterschaft bereits vor der Meisterschaft. Denn im Oktober des nächsten Jahres wird der ARV die Deutsche Meisterschaft für die Klassen Laser und Laser Radial ausrichten, 2015 soll dann die Meisterschaft der 20er Jollenkreuzer folgen. Ein neues Ziel für Florian Stock und seine Crew, denn auch in dieser Bootsklasse gehört der Seestädter zu Top Ten in Deutschland. „Mein Hauptaugenmerk wird künftig auf der Jugendarbeit liegen“, schaut Florian Stock voraus. Auch der Name Stock wird dabei weiter in die Segelwelt getragen, denn Florians Söhne Jan-Malte und Leonard haben bereits den Optimist für sich entdeckt und werden die Familien-Tradition fortsetzen.

Von Renee Sensenschmidt

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