Leichtathletik

Stendaler Hanse-Cup: Blick geht nach vorn

Warten auf den Wettkampf: Karsten Vinzelberg (l.) und Ralf Berlin sitzen auf einer Bank im Stendaler stadion am Galgenberg
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Karsten Vinzelberg (l.) und Ralf Berlin gehören in der M55 zu den besten Fünfkämpfern des Landes. Sie hatten für den 9. SHC gemeldet und hoffen, dass sie im nächsten Jahr starten können.
  • Sabine Lindenau
    vonSabine Lindenau
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Stendal – Ganze 195 Tage Vorbereitung, jede Menge Energie und Schweißperlen haben sie in die Ausrichtung des 9. Stendaler Hanse-Cups (SHC) gesteckt. Doch auf der Zielgeraden wurden sie ausgebremst. Die Organisatoren des Stendaler Leichtathletikvereins mussten vor wenigen Tagen die Absage verkünden. 

Die Corona-Inzidenzzahlen waren einfach zu hoch, um das bedeutende Mehrkampf-event austragen zu können. Bei aller Traurigkeit blicken Siegfried „Siggi“ Wille und seine Mitstreiter aber nach vorn. Der Termin für den 10. SHC steht fest. Er soll vom 27. bis 29. Mai 2022 stattfinden. Bis dahin bleiben noch fast 390 Tage.

Sein Telefon stand in den zurückliegenden Wochen kaum still. Kein Problem für Siggi Wille, der seit Jahren viel Herzblut in den Hanse-Cup steckt. Die Organisation der 9. Auflage war umso schwieriger, weil die Voraussetzungen in Zeiten von Corona andere waren als sonst. 2020 wurde der SHC noch verschoben und konnte in etwas abgespeckter Variante und unter Einhaltung eines Hygienekonzeptes im Herbst über die Bühne gehen. Das war in diesem Jahr nicht möglich. Wille war aber froh, dass die Entscheidung noch relativ zeitnah kam, sodass den Athleten keine Anreisekosten entstanden sind. Seit bekannt ist, dass die 9. Auflage ausfällt, haben den Organisator viele Nachrichten erreicht von Teilnehmern, die so gern nach Stendal gekommen wären. So schreibt etwa der Norweger Knut Henrik Skramstad, der in der M80 gestartet wäre: „Wir sind alle enttäuscht, verstehen aber die Entscheidung. Nächstes Jahr, wenn meine Gesundheit anhält, werde ich als Jüngster in der Klasse teilnehmen.“ Aus Frankreich meldeten sich Éliane und Pierre Piret: „Wir sind in der Tat traurig. Wir wollten glauben, dass der 9. SHC kein Opfer des Covid-Virus werden würde.“ Auch sie haben angekündigt, 2022 erneut an den Start gehen zu wollen.

Der Stendaler Hanse-Cup hat sich international längst etabliert, ist bei den Senioren beliebt. Das verdeutlichte auch die Zahl der Starter. 134 Meldungen waren eingegangen. Und sie bleiben bestehen, sofern es die Athleten wollen. In den Briefen, die am Dienstag an alle Teilnehmer rausgegangen sind, wurde schon ein Blick auf die 10. Auflage geworfen und den Athleten wichtige Hinweise zum weiteren Verfahrensweg gegeben.

„Besonders wichtig ist für uns als Ausrichter, dass Seniorinnen und Senioren, die auf ihr Startrecht für den vom 27. bis 29. Mai 2022 geplanten 10. SHC verzichten, bis zum 31. Januar 2022 ihre Absage senden“, so Siggi Wille. Das könnte anderen Interessenten neue Startoptionen eröffnen. Denn eigentlich ist der SHC bei 134 Teilnehmern an die Grenze seiner Kapazitäten gerückt. „Die am 5. April 2021 in den Meldelisten bestätigten Zehn-, Fünf- und Dreikämpfer sowie Zehn-, Sieben- und Dreikämpferinnen behalten für den 10. SHC ihr Startrecht“, betont der Mitorganisator noch einmal ausdrücklich. Das Org.-Team werde aber eventuelle neue Altersklassen der Aktiven berechnen.

Die Meldelisten auf der Homepage www.stendaler-hanse-cup.de bleiben vorerst geschlossen. „Nachbesetzungen in den einzelnen Mehrkämpfen sind begrenzt auf Anfrage möglich“, blickt Wille voraus. Er und die anderen Mitglieder im Organisationsteam sind optimistisch, dass der 10. SHC im kommenden Jahr ausgetragen werden kann. Dafür nehmen sie viele weitere Tage der Vorbereitung, jede Menge Energie und weitere Schweißperlen gern in Kauf.

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