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Stendaler Boxgala feiert famose Rückkehr

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Von: Tobias Haack

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Wegele schlägt eine linke Gerade.
Andre Wegele (links) unterlag in seinem Kampf nach Punkten. © Haack, Tobias

Erstmals seit drei Jahren hat der 1. BC Altmark Stendal in der vergangenen Woche wieder seine Boxgala durchführen können. Die 500 Besucher erlebten einen packenden Abend.

Der 1. Boxclub Altmark Stendal ist zurück! Genau genommen war er natürlich nie weg. „Trotz der Corona-Misere haben wir unseren Klub weiterentwickelt“, erklärte Vereinspräsident Rico Festerling bei seiner Eröffnungsrede der Boxgala am vergangenen Sonnabend. Doch das größte Steckenpferd der Faustkämpfer aus der Hansestadt ist ebendiese Gala im „Schwarzen Adler“. Nach dreijähriger Pandemie-Pause konnte sie am Wochenende nun endlich wieder stattfinden – eine Erleichterung für alle Beteiligten.

„Für uns als Verein war das wie ein Befreiungsschlag, endlich wieder dieses Highlight für das Amateurboxen schaffen zu können“, freute sich der 1. BC-Vorsitzende Magnus Urban im Gespräch mit der Altmark-Zeitung. Sein Team und er hatten alles bis ins letzte Detail vorbereitet, viel schiefgehen konnte eigentlich kaum, und doch war die Anspannung groß. „Nach einer so langen Pause ist man einfach ein bisschen unsicher“, so Urban. Zusammen mit Festerling, dem 2. Vorsitzenden Christoph Schlender und Bürgermeister Bastian Sieler hatte er die Ehre, die Gala zu eröffnen.

Für uns als Verein war das wie ein Befreiungsschlag, endlich wieder dieses Highlight für das Amateurboxen schaffen zu können.

Magnus Urban (1. Vorsitzender des 1. BC Altmark Stendal)

Mit 500 Besuchern war der Festsaal des Hotels bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Lust auf das Boxen war greifbar, sie lag förmlich in der Luft. Auch bei den prominenten Gästen, die wie schon vor der Pandemie ihren Weg nach Stendal gefunden hatten. BC-Ehrenpräsident Ulli Wegner sagte extra andere Termine ab, um bei dem großen Abend „seines“ Vereins dabei zu sein. Aus Magdeburg waren SES-Promoter Ulf Steinforth und Profi-Trainer Dirk Dzemski gekommen. Mit Kevin Johnson saß zudem ein ehemaliges Schwergewicht im Publikum, das einst gegen Vitali Klitschko und Tyson Fury die vollen zwölf Runden im Ring stand.

Sonderlob von Ulli Wegner

Mehr ging aus Sicht des gerade einmal sieben Jahre jungen Stendaler Boxvereins kaum. Und die Prominenz, sie sparte nicht mit Lob. „Ulli Wegner hat 89 erfolgreiche WM-Kämpfe betreut. Wenn so ein Mann dir am Ende des Tages auf die Schultern klopft und sagt, dass das unglaublich ist, was wir in Stendal auf die Beine stellen, dann rührt einen das einfach“, berichtete Magnus Urban stolz.

Nach den Eröffnungsworten und zwei unterhaltsamen Showacts durften die Boxfans im Saal insgesamt 15 Amateurkämpfe genießen. Zahlreiche Landesmeister, große Talente und erfahrene Ringhasen aus Deutschland und auch Polen hatten den Weg in die Altmark gefunden. Urban: „Wir hatten mehr Anfrage, als wir bewältigen konnten. Das ist nicht selbstverständlich für solche Amateurveranstaltungen und zeigt, was wir uns inzwischen für einen Ruf erarbeitet haben. Die Vereine wollen sich hier messen.“

Stendaler Kämpfer unterliegen knapp

Besonders stolz war der 1. BC Altmark Stendal, mit André Wegele und Aziz Hussein auch zwei eigene Athleten in den Ring schicken zu können. Als der Gong für die Stendaler ertönte, kochte der Saal. Das Publikum gab alles, die Kämpfer noch mehr. Wegele traf auf Arjan Shala (Gifhorn), den amtierenden Niedersachsen-Meister. Der Kampf war ein wildes Hin und Her. In der dritten Runde wurde der Stendaler mehrfach hart erwischt und schließlich angezählt. Er verlor nach Punkten. Auch Hussein zog knapp den Kürzeren. Gegen Jean Ayivi (BC Eilbeck) erlitt er bereits in Runde eins eine Cut-Verletzung über dem linken Auge, die ihn spürbar beeinträchtigte. Die Punktrichter sahen letztlich Ayivi vorn.

Verein verschreibt sich der Integration

Dass es für die eigenen Athleten nicht ganz so glücklich lief, war für den Verein nur ein kleiner Schönheitsfleck an diesem Abend. Viel wichtiger war die Bühne, die der BC für sich und seine Arbeit schaffen konnte. „Wir haben noch viel vor“, untermauerte Urban im Nachgang. Integration bleibe das große Thema, dem sich der Verein verschrieben habe. Das preisgekrönte Projekt „Boxen gegen Gewalt“ soll weiter verfolgt werden. Der Klub möchte weiter wachsen und natürlich soll es bis zur nächsten Boxgala nicht wieder drei Jahre dauern. Urban: „Heute waren alle wieder da und das war toll zu sehen. Unser Dank gilt den Sponsoren, die uns die Treue gehalten haben, was nicht selbstverständlich ist. Aber auch jedem einzelnen im Verein möchte ich danken, denn so eine Veranstaltung bekommst du nur hin, wenn alle mithelfen.“

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