STÄRKEN & SCHWÄCHEN Flexibler Kader trifft auf Standardprobleme

Lok Stendal im Zwiespalt

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Der Mann für die Standards: Tim Kolzenburg. Der Neuzugang des 1. FC Lok Stendal tut sich gemeinsam mit seinen Mitspielern nach ruhendem Ball äußerst schwer.

Stendal – Eine Stärken-Schwächen-Analyse hebt gute Dinge heraus. Zeitgleich zeigt sie die Defizite auf. So auch beim 1. FC Lok Stendal. Der Fußball-Oberligist hat unter anderem mit der internen Flexibilität einige Trümpfe in der Hand.

Muss nach der Winterpause aber die Tore auf mehrere Schultern verteilen und laut Trainer Jörn Schulz die Standardschwäche in der Offensive beheben.

Lok Stendals Stärken

Interne Flexibilität

Max Salge, Felix Behling und Patrick Baudis stehen elementar für die interne Flexibilität des 1. FC Lok Stendal. Jörn Schulz hat den Luxus, dass sich seine Mannschaft selbstständig aus einer drohenden Personalnot befreien kann. Salge, eigentlich Mittelfeldspieler, vertrat Johannes Mahrhold zu Saisonbeginn auf der rechten Abwehrseite recht gut.

Ähnliches trifft auf Allrounder Behling zu, der als Linksverteidiger aushalf. Und nach seinem gelungenen Startelf-Debüt sagte, dass er auf beiden Seiten defensiv wie offensiv spielen könnte. So wechselte er in der Folge mehrfach seine Position. Baudis komplettiert das flexible Lok-Trio. Der Sechser lief mehrfach als Innenverteidiger auf und fand sich gut zurecht. Sehr zur Freude von Coach Schulz. „Wir sind sehr variabel. Das haben wir gut hingekriegt.“

Denis Neumann als Torgarant

Denis Neumann kam zum 1. FC Lok, um sich selbst in der Oberliga herauszufordern. Seinen eigenen Anspruch, der Mannschaft mit Toren zu helfen, hat der Angreifer bislang erfüllt. Das Haupttransferziel von Schulz zahlt seinen Stellenwert im Team mit sieben Treffern zurück. Und steht somit beinahe alleine für die Hälfte aller 15 erzielten Lok-Tore.

Umstellung von 4-1-4-1 auf 4-4-2

Lok begann die ersten drei Spiele im 4-1-4-1-System. Insgesamt griff Schulz nur vier Mal auf diese Formation zurück, holte damit fünf Punkte. Danach agierten die Altmärker hauptsächlich im 4-4-2. In dieser Ausrichtung, die zehn Mal angewendet wurde, konnten acht Zähler geholt werden. Lok schoss dadurch mehr Tore, bekam aber auch zahlreiche Gegentreffer. „Ich denke, dass wir von der Zusammenstellung für unsere Verhältnisse eine gute Mannschaft haben“, weiß Jörn Schulz das verfügbare Spielermaterial optimal zu nutzen.

Eingespielte Innenverteidigung

Die Hauptprotagonisten in der Stendaler Innenverteidigung sind Tim Schaarschmidt und Sebastian Hey. Beide liefen siebenfach als Duo im Abwehrzentrum nebeneinander auf. Und bilden somit die Stammformation. Bis auf die beiden Debakel gegen den Ludwigsfelder FC (1:6) und das Auswärtsspiel in Pampow (0:5) – wo kein Stendaler überzeugte – zeigten beide häufig gute Vorstellungen. Der 1. FC Lok Stendal spielte in der Oberliga-Hinserie sogar vier Mal zu Null. Und das jeweils mit dem eingespielten Duo Schaarschmidt/Hey in der Zentrale.

Lok Stendals Schwächen

Ecken/Standards

15 Tore konnte Stendal erzielen. Auffällig: Die schwache Standardausbeute. Nur ein Tor gelang nach einer Ecke, eins nach einem indirekten Freistoß. Trotz mehrerer großgewachsener Spieler und Feinfuß Tim Kolzenburg kann Lok bei offensiven Standards nicht für Gefahr sorgen. Schulz verspricht Besserung und ist sich der Wichtigkeit von ruhenden Bällen bewusst. „Ich denke, dass nachher Spiele auf Augenhöhe auch durch Standards entschieden werden können.“

Drittschwächste Oberliga-Offensive

Die Altmärker stehen als 13. über dem Strich. So weit, so gut. Lediglich 15 Treffer wurden bejubelt. Nur Charlottenburg (14) und Brandenburg (11) sind schlechter. Jörn Schulz macht sich darüber keine Sorgen. Stendal habe im Offensivbereich Spieler, die alle torgefährlich seien, bezieht sich der 42-Jährige auf Neumann, Martin Krüger, Niclas Buschke, Martin Gödecke und Maurice Schmidt.

Stendal hat nur fünf Torschützen

Auch wenn die genannten Spieler in der Vergangenheit gezeigt haben, dass sie gut für ein Tor sind, konnten die Treffer bislang nur auf fünf verschiedene Torschützen verteilt werden. Die Abhängigkeit von Neumann ist zu groß. Schulz glaubt aber an Buschke und Krüger, die sich auf den Außen stetig sichtbar bemühen: „Wenn die in der Rückrunde an ihre Form herankommen und uns gesund bleiben, werden wir da auch flexibler.“

Auswärts sieglos

Sieben Auftritte in der Fremde, kein Sieg. Lediglich zu vier Remis reichte es. Besonders die Lok-Punkteteilungen in Neustrelitz (1:1) und bei Hertha Zehlendorf (0:0) beeindruckten. Klar ist: Die Auswärtsausbeute muss sich steigern. Im heimischen „Hölzchen“ lief es etwas besser (9 Punkte).

Fair Play: Vorletzter

Hey sah bereits zwei Ampelkarten. Dazu kam 31-mal der Gelbe Karton für die Lok-Elf. Das ergibt den vorletzten Platz in der Fair-Play-Tabelle.

VON PATRICK NOWAK

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