ANALYSE – SV Lichtenberg zu stark / Kycek verhindert Debakel

Stendal hat das Nachsehen

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Musste mehrmals retten: Lok Stendals Torwart Lukas Kycek bekam gegen den Tabellenführer SV Lichtenberg viel zu tun. Bei den zwei Gegentoren war er machtlos. 

Stendal – Der 1. FC Lok Stendal hatte am Sonntag mit dem Tabellenführer SV Lichtenberg eine schwere Oberliga-Aufgabe vor sich.

Es lag überwiegend an Torhüter Lukas Kycek und der mangelnden Chancenverwertung der Lichtenberger, dass die Eisenbahner nach Abpfiff nur mit einem 0:2 vom Rasen gingen. Ein Debakel käme vor dem richtungsweisenden Spiel am kommenden Sonnabend bei Abstiegskonkurrent Anker Wismar äußerst ungelegen. Eine Analyse in fünf Punkten.

Lukas Kycek gegen Lichtenberg

„Das ist einfach mein Job“, sagte Lok Stendals Torhüter Lukas Kycek nach Spielschluss. Und diesen Job erfüllte er trotz zweier Gegentore, bei denen er machtlos war, überdurchschnittlich gut. Kurzum: Der Tscheche entschärfte mehrfach gute Möglichkeiten des SV Lichtenberg und verhinderte im Endeffekt einen höheren Ausgang der Partie. Dem trauerte Gäste-Trainer Uwe Lehmann zwar nach, erkannte aber die Leistung Kyceks an: „Dann haben wir ein bisschen Pech, dass der Torhüter zwei Mal gut hält.“ Dabei waren es deutlich mehr Paraden.

Individuelle Klasse des Gegners

Dass Kycek so viel zu tun hatte, lag am Sonntag eindeutig am Qualitätsunterschied. Lichtenberg gab von Beginn an die Richtung vor und engte Stendal ein, erspielte sich Torchancen und sah sich selten einer Gefahr ausgesetzt. „Die Qualität war heute bei Lichtenberg besser“, versuchte Kycek den Unterschied zwischen Stendal und Lichtenberg gar nicht erst zu leugnen. Das erste Gegentor zeigte, warum Lichtenberg oben in der Tabelle steht. Ali Sinan wurde aus der Abwehr heraus mit einem langen Ball auf rechts freigespielt, brachte den Ball aus dem Lauf in die Mitte. Dort stand Thomas Brechler ungedeckt und vollendete mit einer perfekten Direktabnahme.

„Das erste Tor ist schon qualitativ sehr gut herausgespielt“, zeigte sich Lehmann zufrieden. Lok-Trainer Jörn Schulz waren dagegen die Hände gebunden. „Allein das 1:0 zeigt, was da für eine Qualität in der Mannschaft steckt“, sagte Schulz. Stendals Mittelfeldspieler Franz Erdmann war mit Blick auf die Gegentreffer ebenfalls wenig begeistert: „Die machen aus zwei Chancen zwei Tore.“ Zwei verdiente Tore.

Der Knackpunkt vor der Pause

Und genau dieses zweite Tor traf mitten ins Stendaler Herz. Zumal die Entstehung und der Zeitpunkt unglücklich waren. „Die kommen durch einen individuellen Fehler im Spielaufbau von mir selbst zu einer Ecke“, übte Lok-Akteur Steven Schubert Selbstkritik. Die folgende Standardsituation köpfte David Hollwitz wuchtig zum 2:0 ein. „Da hat man gesehen, da war ganz viel Willen von Lichtenberg bei der Aktion“, merkte Schubert an.

Großes Lob fürs „Hölzchen“

Sportlich musste der 1. FC Lok Stendal einen Rückschlag im Oberliga-Abstiegskampf hinnehmen. Von Lichtenbergs Trainer Lehmann gab es dennoch positive und aufmunternde Worte. Insbesondere das „Hölzchen“ hat es ihm angetan. „Grandiose Sportanlage. Für einen Oberligasportler ist das herausragend toll. Da gibt es auch deutlich andere Gegebenheiten in der Oberliga.“

Kleiner Vorteil gegenüber Wismar

Es hätte Stendal härter treffen können. Mit dem 0:2 hat sich die Schulz-Elf gut aus der Affäre gezogen. Die Köpfe bleiben nach oben gerichtet. Wichtig war, dass Lok im Gegensatz zum kommenden Gegner Wismar (0:5 in Staaken) glimpflich davon kam. Somit liegt ein kleiner psychologischer Vorteil bei Lok.

VON PATRICK NOWAK

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