HANDBALL – VERBANDSLIGA: Trainer Frank Ziekau: „Da wollen wir nicht hin“

HV Lok Stendal bleibt ruhig

Einer der Verletzten beim HV Lok Stendal: Tom Schumann. Mit seinen Verbandsliga-Handballern kämpft er in dieser Saison um den Klassenverbleib. Die dünne Personaldecke wird mit Charakter kompensiert.
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Einer der Verletzten beim HV Lok Stendal: Tom Schumann. Mit seinen Verbandsliga-Handballern kämpft er in dieser Saison um den Klassenverbleib. Die dünne Personaldecke wird mit Charakter kompensiert.
  • Patrick Nowak
    vonPatrick Nowak
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Stendal – Nach der Derby-Niederlage am vergangenen Sonnabend gegen die HSG Altmark West (21:22) konnte der HV Lok Stendal die Enttäuschung nicht verbergen.

Dem abstiegsbedrohten Handball-Verbandsligisten gelang es nicht, sich nach einer starken Aufholjagd mit Punkten zu belohnen. Es klappte weder mit einem Unentschieden noch mit einem Sieg, um sich im Tabellenkeller Luft zu verschaffen.

Gegner gesteht sich Glück ein

In einer Phase vor der Halbzeit lag die Mannschaft von Trainer Frank Ziekau aussichtslos mit 3:11 zurück. Das Derby schien bereits vor dem Pausenpfiff gelaufen. „In der ersten Halbzeit waren wir nicht da und haben das Spiel an uns vorbeigehen lassen“, merkt Ziekau an. Er habe in der Kabine während der Halbzeit den Eindruck gehabt, dass sich seine Mannschaft hängen lasse. Umso wichtiger war es, die Köpfe oben zu halten statt sich vorführen zu lassen. „Das wollten die Jungs nicht und haben in der Deckung zugepackt.“

Die Stendaler zeigten nach dem Seitenwechsel ein anderes Gesicht und führten zwischenzeitlich sogar. Das glückliche Ende blieb aus. „Wir konnten den Vorsprung nicht halten“, bedauert Ziekau und ist überzeugt: „Mit voller Kapelle hätten wir sie geschlagen.“ Und dass der Gegner sich nach dem Spiel die nötige Fortune eingestanden hatte, konnte den HV Lok auch nicht richtig trösten. „Solpke hat selbst gesagt, dass sie Glück hatten.“

„Wir können mit der Mannschaft spielen“

Etwas Positives bleibt dennoch. Ziekau fehlen einige Spieler – dennoch ist seine Sieben konkurrenzfähig. Weil sie den Charakter und die Qualität hat. „Die Mannschaft hat sich nicht aufgegeben“, lobt der Trainer. Eine Eigenschaft, die im Abstiegskampf benötigt wird. Chris Rosentreter ging angeschlagen in die Partie, Eric Leinung war sogar umgeknickt. Dazu fehlt Tom Schumann wohl noch zwei bis drei Wochen. In die Verletztenliste reihen sich dann noch Fabian Hepper (Untersuchung steht aus), Tim Krähe, Norman Elsner und Andre Henschke (Knie-OP) ein.

„Wir können mit der Mannschaft spielen“, ist Ziekau überzeugt. Trotz der dünnen Personaldecke ruft der HV Lok Stendal seine Leistung ab. Ein Faktor, der Ziekau Mut macht. Doch dies ist nicht der einzige Punkt, der ihn für die Zukunft optimistisch stimmt. Bald stehen die Semesterferien an. Und damit auch mehr Spieler im Kader. Zurzeit ist die Situation wenig erfreulich. „Die Studenten sind nur freitags da, wenn sie mal da sind.“ Ziekau nimmt die kritische Lage an und ahnt angenehmere Zeiten. „Da ist ein Lichtblick zu sehen. Wir müssen das Beste draus machen.“

HV Lok Stendal ist im Abstiegskampf erprobt

Mit seinem Team hat er in der Vergangenheit bewiesen, dass er Abstiegskampf kann. Sich mit der Situation anfreunden mag er sich dennoch nicht. „Ich habe keine Lust auf Abstiegskampf. „Das zerrt an den Nerven und muss vorher entschieden sein.“ Vor zwei Jahren ging es in die Relegationsspiele – mit positivem Ausgang. In der Vorsaison waren die Strapazen nicht so groß.

Wenn es nach Frank Ziekau geht, könne er auf solche Last-Minute-Entscheidungen gern verzichten. „Wir haben uns gequält, hatten aber keine Entscheidungsspiele. Das muss man nicht haben.“ Für richtungsweisend erklärt der HV Lok-Coach die kommenden Verbandsliga-Duelle. „Man muss sehen, was am Ende rauskommt. Jedes Spiel ist anders. Die nächsten zwei, drei Spiele werden wir gucken, was die anderen so machen“, so Ziekau.

Nordliga ist keine Option

Beim HV Lok soll auch im nächsten Jahr in der Verbandsliga auf Punktejagd gegangen werden. Da sind sich sowohl der Trainer als auch die Spieler einig. „Von der Einstellung her sind die Jungs da. Sie lassen sich nicht gehen, weil in der Nordliga keiner spielen will. Da wollen wir nicht hin“, stellt Ziekau klar. Das Spielniveau sei in der Nordliga gesunken. In der Verbandsliga sehe er sich mit seiner Mannschaft deutlich besser aufgehoben.

Trotz der kritischen sportlichen Situation lässt Ziekau einen weiteren wichtigen Faktor nicht aus den Augen: die Jugend. „Wir wollen die Jugend einbauen“. Man ziele darauf ab, den Nachwuchs im Herrenbereich heranzuführen. Kandidaten gäbe es. „Ein, zwei wären so weit, dass man sie mitnehmen könnte.“

Dieses Vorhaben will Frank Ziekau mit Bedacht umsetzen. Schließlich liegt die Priorität auf dem Klassenverbleib. Die Motivation, dieses Ziel zu erreichen, unterstreicht er wie folgt: „Die erste Mannschaft ist das Aushängeschild des Vereins. Wir werden alles versuchen, um nicht abzusteigen.“

VON PATRICK NOWAK

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