Fußball-Kreisoberliga: Lok-Reserve könnte aus dem Spielbetrieb zurückgezogen werden

Statusmeldung: Es ist kompliziert

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Wird Toni Thiemann (r.) mit dem 1. FC Lok Stendal II weiter in der Fußball-Kreisoberliga spielen? Ein Rückzug der Lok-Reserve steht aktuell im Raum.

Stendal. Der 1. FC Lok Stendal und seine zweite Männermannschaft – das ist eine Geschichte voller Missverständnisse, die vielleicht schon bald ein jähes Ende nimmt. Denn aktuell steht im Raum, dass die Lok-Reserve aus der Kreisoberliga zurückgezogen werden muss.

Da etliche A-Junioren den Verein verlassen haben, reicht das Personal derzeit nicht aus, um am Punktspielbetrieb teilnehmen zu können. Dr. Ralf Troeger, Vize-Präsident Sport des 1. FC Lok Stendal, verwies darauf, dass der Vorstand derzeit intensiv daran arbeite, dieses Problem zu lösen. „Wir geben im Moment keine Informationen zur Kaderzusammenstellung ab“, erklärte Troeger auf Nachfrage der Altmark-Zeitung.

Während alle anderen Kreisoberligisten ihre Kaderplanungen bereits abgeschlossen und teilweise auch schon mit dem Training begonnen haben, steht beim 1. FC Lok die Frage im Raum, ob es in der Saison 2018/19 eine Kreisoberliga-Mannschaft geben wird oder nicht. Immerhin: Am 27. Juli und damit einen Monat vor Saisonstart, soll der Trainingsstart sein. Bereits im Sommer 2011 hatte der 1. FC Lok Stendal seine zweite Mannschaft aus der Fußball-Kreisoberliga zurückgezogen, kehrte im vergangenen Jahr aber nach dem Zusammenschluss mit dem BSC Stendal auf die Kreisoberliga-Bühne zurück.

Genauso wie vor sieben Jahren ist auch diesmal ein Rückzug aus der höchsten Spielklasse des Altmarkkreises Ost wahrscheinlich. Zumindest konfrontierte Uwe Müller als sportlicher Leiter der Lok-Zweiten in der vergangenen Woche die Führung des Vereins mit diesem Szenario. „Ich habe ein Konzept vorgestellt, in dem ich zwei Lösungen vorschlage. Entweder wir ziehen die zweite Mannschaft aus dem Spielgeschehen zurück oder die A-Jugendlichen müssen die personellen Lücken schließen“, erklärt Müller. Wohlwissend, dass dann ein Loch im Nachwuchsbereich aufreißt. Müller fügt an: „Ich bin der Meinung, dass wir die zweite Mannschaft am Leben halten und schnellstmöglich den Aufstieg in die Landesklasse schaffen sollten, um dem Lok-Nachwuchs in Zukunft eine Perspektive bieten zu können.“

Uwe Müller steht mit seiner Meinung im Lok-Umfeld nicht allein da. Doch der Ball liegt jetzt beim Vorstand. Auf AZ-Nachfrage erklärte Loks Vize-Präsident Sport, Dr. Ralf Troeger, dass sich der Verein derzeit intensiv mit dem Thema 1. FC Lok Stendal II beschäftigt. Am Donnerstagabend gab es dazu eine Vorstandssitzung. Die Entscheidung des Vereins werde laut Troeger „in Kürze“ bekannt gegeben. Er gab zu: „Die Situation ist schwierig.“ Troeger und der 1. FC Lok hatten im vergangenen Jahr einen großen Aufwand betrieben, um die Fusion mit dem BSC Stendal auf den Weg und damit die zweite Mannschaft an den Start zu bringen. „Deshalb täte mir ein Rückzug leid. Aus sportlicher Sicht habe ich aber immer gesagt, dass der 1. FC Lok nicht zwingend eine zweite Männermannschaft braucht“, so Troeger und verweist in diesem Zusammenhang auf das Beispiel 1. FC Magdeburg.

Doch was bedeutet ein Rückzug des 1. FC Lok Stendal II eigentlich für die Kreisoberliga, für die in der Saison 2018/19 eigentlich 13 Teams vorgesehen waren? Auch Staffelleiter Klaus-Erich Müller hat bereits von den Rückzugsgerüchten des 1. FC Lok Stendal II gehört, wie er am Donnerstagabend erklärte. „Wir werden aber erst handeln, wenn wir eine offizielle Mitteilung vom Verein bekommen“, so Müller. Doch der Staffelleiter weiß natürlich, dass die Zeit bis zum Saisonstart immer kürzer wird. Deshalb hat Müller vorsorglich schon mal mit Christoph Blasig, dem Spielausschuss-Vorsitzenden des Kreisfachverbandes (KFV) Fußball Altmark Ost, Rücksprache gehalten. Blasig will ebenfalls erst mal abwarten. Doch was passiert, wenn es tatsächlich zum Worts-Case-Szenario kommt?

Von Christian Buchholz

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