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Scheinert-Elf überzeugt mit „absolutem Willen“

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Von: Renee Sensenschmidt

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Fußballer mit einem Ball
Frank Fehse (am Ball) überzeugte beim SSV Gardelegen im defensiven Mittelfeld durch Einsatzwillen und Zweikampfstärke. © Sensenschmidt

Gardelegen – „Wir wollen das Team weiterentwickeln und die Klasse halten“, hatte Trainer Norbert Scheinert vor der Saison 2021/22 als Ziele für den SSV Gardelegen herausgegeben. Nach dem coronabedingten Abbruch mit nur neun Begegnungen in der Serie 2022/21 bestritten die Grün-Roten ihre erste vollständige Saison in der Fußball-Verbandsliga und schlossen diese mit Bravour als Gesamtelfter ab.

Aufgrund der Corona-Situation wurde die Saison in der Verbandsliga zunächst zweigeteilt, mit einer Nord- und Süd-Staffel ausgespielt. Dabei konnten sich die jeweils besten vier Vertretungen für die Meisterrunde qualifizieren, die anderen Mannschaften mussten die Saison in der Abstiegsrunde fortsetzen.

Die Grün-Roten starteten mit einer unglücklichen 0:1-Niederlage bei Rot-Weiß Thalheim in die Saison, das Gegentor fiel in der dritten Minute der Nachspielzeit. Es folgte ein 1:1 gegen Preußen Magdeburg, ehe bei Grün-Weiß Piesteritz durch ein spätes Tor von Florian Scheinert noch mit 3:2 gewonnen wurde. Ein wichtiger Sieg, waren doch die Piesteritzer in der Folge nicht mehr konkurrenzfähig, Punktverluste gegen dieses Team somit schwerwiegend. Gegen den SV Dessau (0:4) daheim chancenlos, folgte durch die Treffer von Florian und David Scheinert ein 2:0-Erfolg beim FSV Barleben. Die Niederlagen gegen den 1. FC Bitterfeld-Wolfen (0:3), beim Haldensleber SC (1:2) und bei Eintracht Elster (0:3) waren zu verschmerzen, war doch zu diesem Zeitpunkt bereits abzusehen, dass der Weg dieser Vertretungen in die Meisterrunde führen wird. Der 3:1-Sieg gegen Fortuna Magdeburg gab Selbstvertrauen, dass 1:3 daheim gegen Thalheim war ein Rückschlag, wie auch wenig später die 1:2-Heimniederlage gegen Barleben. „In den beiden Begegnungen gegen Thalheim und im Rückspiel gegen Barleben haben wir Punkte liegen gelassen“, meinte Norbert Scheinert rückblickend. Ärgerlich, denn die Null-Ausbeute aus diesen Begegnungen wurde mit in die Abstiegsrunde genommen. Doch bevor es dazu kam, tankten die Gardelegener nach der Winterpause in den weiteren Spielen der Nord-Staffel ordentlich Selbstvertrauen. Sogar Haldensleben (2:0) und Spitzenreiter Eintracht Elster (1:0) wurden besiegt, auch wenn diese beiden Vertretungen aufgrund der Konstellation nicht in Bestbesetzungen antraten. Den Sieg gegen Haldensleben bewertete Scheinert dennoch als „überragend“. Letztlich beendeten die Gardelegener die Runde in der Nordstaffel mit 23 Punkten auf Platz sieben. 14 Zähler nahm der SSV mit in die Abstiegsrunde.

Im Kampf um den Klassenerhalt mussten die Westaltmärker gegen die sechs Süd-Vertreter Hin- und Rückspiele bestreiten. Der SSV lag zwei Punkte vor den Abstiegsplätzen, der Kampf um den Ligaverbleib ging in die entscheiden Phase. In der präsentierten sich die Scheinert-Schützlinge ab April gefestigt und entschlossen. Zum Auftakt gegen Edelweiß Arnstedt musste der SSV nach einer 3:0-Führung noch zittern, ehe der A-Jugendliche Malte Schönfeld mit dem 4:2 die ersten drei Zähler perfekt machte. Beim SV Kelbra (2:2) musste der SSV in der Nachspielzeit noch den Ausgleich hinnehmen, daheim gegen Romonta Amsdorf (3:3) reichte es ebenfalls nur zu einem Remis. In der Folge wurde die Defensive der Altmärker der Garant für eine Erfolgsserie. Xaver-Dan Haak organisierte die Dreierkette, doch die Abwehrarbeit begann bereits bei den Stürmern, die viel nach hinten arbeiten und den gegnerischen Spielaufbau störten. Das Mittelfeld sorgte für viele Balleroberungen, die dann immer wieder zu schnellen Kontern genutzt wurden. Diese Taktik ging bis zum Saisonende auf, fünf weitere Siege und zwei Unentschieden in Dölau und Arnstedt folgten. Die heimische „Rieselwiese“ wurde zur Festung, der Klassenerhalt war bereits nach dem 2:0-Sieg in Amsdorf perfekt. Trotzdem gab der SSV weiter alles und legte weitere Siege gegen Bernburg (6:0), in Farnstädt (4:2) und abschließend gegen Dölau (3:0) nach.

Die Bilanz der Gardelegener ist um so erstaunlicher, hatte doch der SSV mit zahlreichen Verletzungssorgen und Erkrankungen zu kämpfen. Da zahlte es sich aus, dass der Trainerstab um Norbert Scheinert einen großen Kader zur Verfügung hatte, die A-Jugendlichen sich gut einbrachten und dass sich Michel Bergner als zuverlässige Alternative zwischen den Pfosten entwickelte.

Norbert Scheinert zeigte sich äußerst zufrieden. „Ich kann vor den Jungs nur den Hut ziehen. Sie haben im Spiel und im Training immer absoluten Willen gezeigt. Als Mannschaft haben wir uns im Saisonverlauf gesteigert und uns stetig verbessert. Im spielerischen und taktischen Bereich haben wir zugelegt, unsere Defensivarbeit passte. Die Spieler haben mutiger agiert und bessere Entscheidungen getroffen. Die Entwicklung unserer recht jungen Mannschaft lässt für die weitere Zukunft hoffen.“

Einsatzstatistik

Staffel Nord: Marc Mette (14), Jonas Warnstedt (2), Emilio Schöne (1) - Fabian Beck (13), Steven Beck (16), Maurice Bogdahn (16), Fabian Ehricke (10), Martin Gille (14), Xaver-Dan Haak (15), Erik Lehmann (15), Vincent Lüppken (9), David Scheinert (16), Malte Schönfeld (3), Hardy Wolff (15) - Clemens-Paul Berlin (11), Frank Fehse (18), Mika Helmuth (3), Felix Kutschki (8), Florian Scheinert (13), Hannes Schreiber (13), Henning Schröder (4), Ramon Schröder (3), Daniel Stehr (11) - Simon Bache (5), Michel Bergener (8), Sascha Gütte (15), Stefan Heuer (5).

Abstiegsrunde: Mette (7), Schöne (1), Bergener (5) - F. Beck (9), S. Beck (10), Marvin Bogdahn (1), Maurice Bogdahn (11), Ehricke (7), Stephan Frädrich (2), Gille (9), Haak (10), Lehmann (9), D. Scheinert (11), Schönfeld (4), Wolff (10) - Berlin (7), Fehse (7), Helmuth (3), Kutschki (4), F. Scheinert (10), Schreiber (2), Schröder (4), Stehr (11), Gütte (8), Heuer (1).

Trainer- und Betreuerstab: Norbert Scheinert, Andreas Kulinna, Mario Förster, André Stolle, Fritz-Martin Eggert, Fred Mank, Daniel Burkardt, Fred Hauschild.

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