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SSV 80 Gardelegen als letzte altmärkische Mannschaft noch im Rennen

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Von: Michael Jacobs, Tobias Haack

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Emilio Schöne rettet vor Xaver-Dan Haak.
SSV-Keeper Emilio Schöne riskiert Kopf und Kragen. © Jacobs, Michael

Wie sich Niederlagen anfühlen könnte der SSV 80 Gardelegen inzwischen nicht mehr wissen. Nachdem die Westaltmärker in der Verbandsliga noch ungeschlagen sind, zogen sie am Wochenende auch im Landespokal eine weitere Runde weiter.

Mit einem souveränen Auftritt haben die Fußballer des SSV Gardelegen sich am Sonnabend das Achtelfinalticket im Fußball-Landespokal gesichert. Im verbandsliga-internen Duell mit dem BSV Halle-Ammendorf behielten die Altmärker mit 3:1 (2:0) die Oberhand.

Dass die Gardelegener Mannschaft derzeit „lebt“ und somit auch in der Lage ist, sich von innen heraus zu immer neuen Bestleistungen anzutreiben, war auch gegen die Hallenser zu spüren. Zum Einen, weil das Team über 90 Minuten überzeugte, zum Anderen, weil das an sich bedeutungslose Gegentor zum 3:1-Endstand in der Nachspielzeit unter den Spielern für Verärgerung sorgte. SSV-Trainer Norbert Scheinert war dennoch zufrieden. Viel zu kritisieren gab es aus seiner Sicht nicht. „Der Sieg geht in Ordnung. Wir hätten lediglich den Deckel früher drauf machen müssen. Ansonsten gibt es nichts zu meckern.“

Doch trotz guter Leistungen und dem verdienten Weiterkommen, hatte Trainer Scheinert nach dem Spiel doch sichtbare Sorgenfalten auf der Stirn. Grund dafür waren zwei verletzungsbedingte Auswechslungen beim SSV. „Das mit den Verletzten ist natürlich bitter. Ich hoffe, dass es nicht zu schlimm ist.“ Getroffen hatte es zunächst in der Anfangsphase Trainersohn David Scheinert und später auch noch Verteidiger Fabian Beck. Für Scheinert kam Hannes Schreiber in die Partie und der stand ruckzuck auch im Mittelpunkt des Geschehens. In einem Laufduell mit Halles Justin Scholz kam Schreiber im Strafraum zu Fall und Schiedsrichter Maximilian Scheibel aus Calbe entschied auf Strafstoß. Diesen verwandelte Florian Scheinert zur 1:0-Führung (20.).

Verdient war diese Führung allemal, denn Scheinert selbst (7.) und Daniel Stehr (1.) hatten zuvor bereits gute Möglichkeiten ungenutzt verstreichen lassen. Besser machte es Youngster Mika Helmuth, der nach einer halben Stunde - und einem solide vorgetragenen Angriff über die rechte Seite - goldrichtig stand und den Ball zum 2:0 in die Maschen setzte. Anschließend versuchten die Gäste mehr Druck zu entwickeln, erarbeiteten sich auch den einen oder anderen Eckball, wirklich zwingend war aber nur ein Pfostenschuss, den Hannes Frohne aus der Drehung absetzte (36.). So blieb es bei der Zwei-Tore-Pausenführung der Gardelegener.

Halbzeit zwei begann dann mit einem Spielerwechsel bei Gardelegen. Mit Sascha Gütte für Daniel Stehr kam ein schneller Angreifer für den anderen. Offensive Akzente setzte zunächst aber der BSV. Nach einem Eckball brannte es vor dem SSV-Gehäuse lichterloh, doch Maurice Bogdahn klärte die Situation für den bereits geschlagenen Keeper Emilio Schöne auf der Torlinie per Kopf (48.). In dieser Situation verletzte sich auch Fabian Beck, der anschließend hinter der Torauslinie minutenlang behandelt wurde, aber dann doch nicht zurück ins Spiel kam. Doch trotz der kurzzeitigen Unterzahl und auch der nachfolgenden Systemumstellung auf eine Viererabwehrkette überstand der SSV die vielleicht beste Phase der Gäste und setzte seinerseits auch immer wieder offensive Nadelstiche. Doch sowohl Sascha Gütte, als auch Clemens-Paul Berlin fehlten die nötige Portion Entschlossenheit beziehungsweise der Blick für den Nebenmann.

Diesen hatte Ende Frank Fehse in Spielminute 65. Doch seinen Querpass jagte der gerade eingewechselte Felix Kutschki am Torwinkel vorbei. Vier Minuten später war es erneut Kutschki, der clever zwei Verteidiger aussteigen ließ, dann aber mit seinem schwächeren rechten Fuß am Keeper scheiterte. Den Nachschuss brachte der eingewechselte Joel Härting ebenfalls nicht im Kasten unter. Kurz darauf wurde aber in den SSV-Reihen zum dritten Mal an diesem Tag gejubelt. Gütte erlief einen Steilpass und vollendete zum 3:0 - die Entscheidung. Anschließend sorgte nur noch die Einwechslung des 39-jährigen Routiniers Christian Krziwanie für ein wenig Stimmung im weiten Rund. Er half, den Sieg über die Zeit zu schaukeln, was trotz des bereits erwähnte späten Gegentreffers auch relativ mühelos gelang.

Tore: 1:0 Florian Scheinert (20., Foulelfmeter), 2:0 Mika Hellmuth (30.), 3:0 Sascha Gütte (70.), 3:1 Tom Renner (90.).

SSV Gardelegen: Schöne - Bogdahn, Haak, F. Beck (55. Härting) - D. Scheinert (19. Schreiber), F. Scheinert, Fehse (74. Krziwanie), Lehmann - Helmuth (64. Kutschki), Berlin - Stehr (46. Gütte).

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