TEAM ENTSCHEIDET BEI AUFSTIEGSRECHT

Havelberg/Kamern: Alles kann, nichts muss

Johannes Pfüller von der SpVgg Havelberg/Kamern.
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Falls in der Kreisoberliga verfahren wird wie auf Landesebene, könnte theoretisch für Johannes Pfüller (rechts) und Tabellenführer Havelberg/Kamern bei Saisonabbruch ein Aufstiegsrecht in die Landesklasse möglich sein.
  • Patrick Nowak
    VonPatrick Nowak
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Falls in der Kreisoberliga verfahren wird wie auf Landesebene, könnte theoretisch für Tabellenführer Havelberg/Kamern bei Saisonabbruch ein Aufstiegsrecht in die Landesklasse möglich sein. Trainer und Vorstand überlassen die Entscheidung den Spielern.

Ostaltmärkische Fußballvereine, die am Kreisspielbetrieb im Herrenbereich teilnehmen, haben einen Fragebogen vom Kreisfachverband Fußball Altmark-Ost erhalten. Aus dieser Meinungserhebung soll eine Entscheidung über die Ausgestaltung des weiteren Verlaufs der Saison 2020/2021 getroffen werden. Kreisoberliga-Spitzenreiter SpVgg Havelberg/Kamern ist im Zwiespalt. Es könnte sich ein Aufstiegsrecht in die Landesklasse ergeben. Dafür gibt es aber gewisse Voraussetzungen.

Der KFV-Fragebogen ist bis zum 28. März zu beantworten. Auch die Havelberger um Trainer Dennie Lindholz beraten sich derweil intern. Denn: Auf Landesebene soll es keine Absteiger geben. Ein freiwilliger Landesliga-Aufstieg des Landesklassisten TuS Wahrburg ist in diesem Fall möglich. Aber noch nicht beschlossen.

Somit würde in der Landesklasse „rein theoretisch ein Platz frei. Ich denke auch, dass sie (der KFV Altmark-Ost, Anm. d. Red.) das davon abhängig machen“, erklärt der Coach, der anfügt: „Es wäre schön für uns, wenn es diese Regelung auch geben sollte.“ Lindholz’ Betonung liegt aber ganz klar auf „sollte“. Somit kann sich für die SpVgg ein ungewisser und zu klärender Spagat aus Kreisoberliga-Verbleib und Landesklasse-Aufstieg ergeben.

Zurzeit haben wir auch eine Umfrage im Verein, direkt in der Mannschaft. Ich möchte das als Trainer jetzt nicht entscheiden.

Dennie Lindholz (Trainer SpVgg Havelberg/Kamern)

Oder kurzum: Alles kann, nichts muss. Man sei auf alles vorbereitet, stellt Lindholz heraus, der aber bezüglich einer Saisonfortführung stark davon ausgeht, „dass sie abbrechen“. Dennoch will Havelberg/Kamern zunächst für sich im internen Kreis Klarheit schaffen. „Zurzeit haben wir auch eine Umfrage im Verein, direkt in der Mannschaft. Ich möchte das als Trainer jetzt nicht entscheiden. Und der Vorstand auch nicht. Die Mannschaft soll entscheiden: Macht es Sinn oder macht es keinen Sinn aufzusteigen.“

Zwei Spiele weniger, besserer Punktschnitt

Havelberg/Kamern hatte sich nach dem Landesklasse-Abstieg 2018 in der Kreisoberliga neu sortiert, sportlich stabilisiert. Und ist mit dem Ziel, um den Aufstieg mitzuspielen, in die seit November unterbrochene Spielzeit 2020/2021 gegangen. Der Zwischenstand samt Tabellenführung und 16 Zählern nach sechs Partien untermauert diese Ambitionen. Die Kreisoberliga-Tabelle zeigt jedoch, dass es im oberen Bereich sehr eng zugeht.

Hinter Havelberg/Kamern folgen die SpG Bismark II/Kläden (sieben Spiele/15 Punkte/Schnitt 2,14), der VfB Elbe Uetz (acht Spiele/15 Punkte/Schnitt 1,88), der Post SV Stendal (acht Spiele/14 Punkte/ Schnitt 1,75), Eintracht Lüderitz (acht Spiele/14 Punkte/ Schnitt 1,75) und der SV Preußen Dobberkau (acht Spiele/ 13 Punkte/Schnitt 1,63).

„Wir haben zwei Spiele weniger als die anderen und vom Durchschnitt sind wir, dadurch, dass wir nur ein Spiel unentschieden gespielt haben, bei 2,67“, so Lindholz. Er kann nicht voraussagen, was seine Elf in den zwei ausstehenden Partien geleistet hätte. Somit gibt es viele Fragezeichen. Dass Lindholz seiner Mannschaft zutraut, dass sie in der Landesklasse konkurrenzfähig sein könnte, ist auch nicht verwerflich. „Von der Einstellung und Motivation her sind wir so aufgestellt, dass wir das Potenzial hätten, aufzusteigen.“

Es ist wichtig, die jungen Spieler zu halten. Jeder Verein ist bestrebt, den Nachwuchs einzubinden.

Dennie Lindholz

Dem Coach ist aber auch bewusst, dass sich andere Vereine mit einem zu schnellen Aufstieg in der Vergangenheit keinen Gefallen getan haben. Daher planen Lindholz und Co. zweigleisig. Und lassen die Mannschaft entscheiden, wie es im möglichen Szenario eines Aufstiegsrechts weitergehen soll. Kernziel des Vereins bleibt, den Zusammenhalt zu bestätigen.

Die sportlichen Vorhaben würden laut Lindholz im Falle eines intern beschlossenen Landesklasse-Aufstiegsverzichts/Kreisoberliga-Verbleibs zur Saison 2021/2022 wie folgt aussehen: „Wenn es nicht so kommen sollte, ist der Aufstieg unser Ziel. Es ist wichtig, die jungen Spieler zu halten. Jeder Verein ist bestrebt, den Nachwuchs einzubinden.“ Die SpVgg will sich so für alle Optionen rüsten.

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