Mit Sport gegen den Krebs

Triathlon: Karsten Thiede will im September bei der Challenge in Roth starten

Mann mit Rennrad
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Karsten Thiede will im September 2021 beim der Challenge in Roth an den Start gehen.
  • Renee Sensenschmidt
    VonRenee Sensenschmidt
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Arendsee – Sport ist die beste Medizin. Für Karsten Thiede ist diese Aussage mehr als nur ein Spruch. Der Sport hat dem 58-Jährigen in den vergangenen Monaten geholfen, eine Krebs-Erkrankung in den Griff zu bekommen.

Seit einigen Jahren hat sich Karsten Thiede dem Triathlon verschrieben. Dreimal finishte er bereits bei einem IRONMAN (Hamburg, Tallinn, Barcelona). 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer mit dem Rad und zum Abschluss dann noch einen Marathonlauf über 42,1 Kilometer – der Altmärker hat diese Distanz mehrfach gemeistert. Dafür legte er unzählige Trainingskilometer zurück und nahm an zahlreichen anderen Wettkämpfen im Triathlon mit kürzeren Distanzen teil. Durch das Training und die Wettkämpfe konnte der Seestädter seine körperliche Konstitution verbessern. Das war notwendig, um einen IRONMAN zu bewältigen, und förderlich, um eine Operation gut zu überstehen.

Denn im November 2019 erhielt Karsten Thiede nach einer Vorsorgeuntersuchung die Diagnose Krebs. „Dadurch, dass der Tumor früh erkannt wurde, waren meine Heilungschancen gut. Eine Chemotherapie und Bestrahlungen waren nicht notwendig.“ Der Altmärker ist seiner Ärztin Frau Dr. Müller aus Salzwedel dankbar und rät allen, die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen zu nutzen. Mit seinen behandelnden Ärzten an der Uni-Klinik in Magdeburg um Prof. Dr. Martin Schostak hat sich Karsten Thiede anschließend beraten und folgte der Empfehlung, weiter Sport zu treiben, zu trainieren und Wettkämpfe zu bestreiten. Und so nahm das Mitglied der Triathlonfüchse Osterburg 2020 an einem Trainingswettkampf in Arendsee und offiziellen Veranstaltungen in Oschersleben, Rühn und abschließend an der „Hölle von Q“ in Quedlinburg teil. Die Bezeichnung „Hölle“ kommt nicht von ungefähr, müssen doch in Quedlinburg in einem anspruchsvollen Gelände (insgesamt 1 600 Meter Höhenunterschied) zwei Kilometer Schwimmen, 86 Kilometer Rad und 21 Kilometer Lauf gemeistert werden.

Im Oktober 2020 wurde dann der Tumor operativ entfernt, anschließend begannen die Reha und die Genesungsphase. Im Dezember konnte Karsten bereits wieder erste Spaziergänge am und um den Arendsee machen. Oft mit dabei, seine Kamera, denn Karsten Thiede fotografiert auch leidenschaftlich gerne. Seine Erkrankung ist das Thema seiner aktuellen Ausstellung „Schwarz-Weiße Zeiten“, die bereits im Landratsamt in Salzwedel zu sehen war und demnächst im Kloster in Arendsee zu sehen sein wird. „Das Fotografieren hat mir neben dem Sport sehr geholfen, den Kopf freizubekommen und an andere Dinge zu denken“, erklärt der Triathlet, der seit April auch wieder auf dem Rad sitzt und Trainingsläufe absolviert.

Denn Karsten Thiede hat ein neues sportliches Ziel. Am 5. September findet das Challenge in Roth statt. Dort geht es über die Distanz 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,1 Kilometer Laufen um die Titel bei der Deutschen und der Europameisterschaft. Durch Podiumsplätze bei der Landesmeisterschaft und der Mitteldeutschen Meisterschaft hat sich der Arendseer 2020 für den Wettkampf bei den Senioren 4 qualifiziert und wurde damit Mitglied der Altersklassen-Nationalmannschaft. Roth ist das Mekka der Triathleten in Deutschland, dort zu starten das Ziel zahlreicher Dreikämpfer/innen. 2019 hat Karsten Thiede dieses Fluidum mit 250 000 anderen Zuschauern an der Strecke bereits genossen und hat damals auf einigen Teilabschnitten bereits trainieren können. Die Vereinskameraden Melanie Wiechert, Matthias Ulrich, Marco Grund, Ronald Schaffer, Frank Weiße sowie der Füchse-Freund Michael Wichert werden gemeinsam mit Thiede das Challenge Roth in Angriff nehmen, sofern diese denn stattfinden kann. Coronabedingt können die Triathlonfüchse derzeit nicht gemeinsam trainieren. „Es ist schade, dass ich meine Trainingskameraden derzeit nicht sehen kann und wir keine gemeinsamen Trainingslager machen können“, so der Erlebnispädagoge, der seine Begeisterung für den Sport und insbesondere den Triathlon bereits an viele Kinder und Jugendliche weitergegeben hat.

Der Sport und das Fotografieren haben Karsten Thiede geholfen, seine Krebs-Erkrankung in den Griff zu bekommen. Dass das Training für Körper und Geist die Gesundheit positiv beeinflussen, ist wissenschaftlich bewiesen. Daher findet er es schade, dass zahlreiche Sporttreibende ihrem Hobby derzeit nicht nachgehen dürfen. „Ich bin als Individualsportler im Vergleich zu Mannschaftssportlern privilegiert. Ich kann nicht verstehen, dass der Sport im Kampf gegen Corona kaum eine Rolle spielt.“

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