Fußball – Landespokal, Halbfinale: Der 1. FC Lok Stendal kämpft in Zorbau um das Finale und mehr

Das Spiel des Lebens

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Den DFB-Pokal vor Augen: Der 1. FC Lok Stendal (l., Martin Krüger) kämpft morgen um den Einzug ins Finale und um einen Startplatz im DFB-Pokal.

Zorbau. Endlich ist es soweit: Am morgigen Sonntag (14 Uhr) geht es um die Wurst oder genauer gesagt, es geht um den Einzug ins Finale des Landespokals und obendrein auch um die (eventuelle) Qualifikation für den DFB-Pokal.

Für die Fußballer des 1. FC Lok Stendal ist die Halbfinalpartie beim Verbandsligisten SV Blau-Weiß Zorbau wohl das Spiel des Lebens. Lok-Coach Sven Körner korrigiert diese Annahme: „Es ist ein Spiel für die Zukunft!“.

Körner meint, dass sich seine Spieler einen „Riesenstatus“ erarbeiten könnten, wenn sie in Zorbau siegreich vom Platz gehen und ins Endspiel einziehen. Doch vor dem Triumph kommen 90 Minuten, die der Mannschaft alles abverlangen werden. „Es wird ein richtig intensives Spiel. Es wird viele Zweikämpfe geben, in die wir uns richtig reinhauen müssen“, fordert Körner volle Einsatzbereitschaft seiner Spieler. Die Trainingseinheit am Donnerstagabend hat ihn überzeugt: Sein Team ist heiß und brennt auf dieses Duell. „Es möchte natürlich jeder dabei sein“, aber es werden sich nur 18 Kicker umziehen dürfen. Da kommen schwere Entscheidungen auf Körner zu, der das Aufgebot erst am Sonntagmorgen bekannt geben wird. „Das bringt der Job mit sich.“

Der Gegner, Zorbau, verfügt über „eine brutale Offensive“. Ob Alexander Palme (13 Saisontore), Arno Dwars (9) oder Khemgin Solivani (7) – die BW-Stürmer wissen, wo das Tor steht. Gefüttert werden sie von dem wohl entscheidenden Mann im Zorbauer Spiel: Christopher Lutter. Neun Tore hat er seinen Kollegen bereits aufgelegt.

In 19 Spielen haben die Zorbauer 47 Tore erzielt und nur 14 kassiert, sind mit zwölf Siegen und sieben Unentschieden ungeschlagener Spitzenreiter der Verbandsliga. Im Gegensatz zu Stendal ist der Gastgeber im Rhythmus, konnte dieses Jahr schon vier Punktspiele bestreiten. Ob und inwieweit das ein Vorteil sein könnte, vermag Körner nicht zu beurteilen. Er merkt an: „Sie mussten ja letzte Woche auch pausieren.“

Das Team von Zorbau-Trainer Maik Kunze beherrscht das Umschaltspiel. Körner: „Sie stechen brutal zu, wenn man den Ball verliert.“ Daher gilt es für die Stendaler, im Spielaufbau keine Risiken einzugehen und „breit zu eröffnen“. Ballverluste im Zentrum bedeuten in Zorbau in der Regel Alarmstufe Rot. Doch nicht nur aus dem Spiel heraus lauert Gefahr.

Mit Fabian Hietzscholdt und Marvin Zott hat Kunze zwei enorm kopfballstarke und daher torgefährliche Innenverteidiger in seinen Reihen. „Bei den Standards müssen wir uns richtig reinknallen“, verlangt Stendals Coach, der 2002 mit dem Halleschen FC den Landespokal gewinnen konnte. Er weiß also, worauf es ankommt.

„Ruhig, souverän und mit viel Mut“ sollen seine Jungs diese Aufgabe angehen. Den Medienrummel mit TV-Kameras und etlichen Journalisten sollen sie genießen, aber sich dadurch nicht ablenken lassen. „Sie müssen sich auf ihre Arbeit konzentrieren.“

Körners Trainerkollege Kunze, ehemaliger Zweit- und Drittligaprofi, freut sich wie sein Stendaler Pendant auf dieses Match. „Wir spielen gerne gegen Mannschaften, die fußballerisch gut sind und eine Idee haben.“

Etliche Stendaler Fans werden sich mit auf die Reise in das 800-Seelenörtchen in der Nähe von Leipzig machen. „Es ist eine richtige Euphorie entstanden“, ist Körner begeistert über die zahlreiche Unterstützung. Das 2 000 Zuschauer fassende Stadion in Zorbau wird auch in großen Teilen Rot-Schwarz erleuchten. Darunter auch Ex-Keeper Dennis Röhl, der durch seine Paraden im Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen Haldensleben dieses Halbfinale überhaupt erst möglich gemacht hat.

Die Kulisse wird der Bedeutung des Spiels also gerecht werden. Die Anspannung bei allen Beteiligten ist schon die gesamte Woche deutlich angestiegen. Körner ist sich sicher: „Dieses Spiel wird für jeden Spieler ein Meilenstein in seiner bisherigen Laufbahn. Es ist für jeden einzelnen eine Riesenchance, sich einen Namen zu machen.“ Doch bei aller Anspannung rät Körner seiner Elf, locker zu bleiben und nicht zu verkrampfen.

Schon heute reisen die Stendaler Richtung Leipzig. Abfahrt, Ankunft, Abendessen – der Tag wird durchgetaktet sein. Vor der Abreise wird Körner bei einer Video-Analyse auf Zorbau eingehen, dann geht es in den Bus und in den Tunnel. Volle Konzentration und voller Fokus auf das große Ziel: Das Finale! Aller Voraussicht nach wartet dort dann der 1. FC Magdeburg und – wenn der FCM in der 3. Liga unter den Top vier landet – der Einzug in den DFB-Pokal!

Von Michael Theuerkauf

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