FUSSBALL – 2. LIGA Der 1. FCM weiß, worum es in Dresden geht

„Sind in der Bringschuld“

+
Hochmotiviert ins Derby: Schon im Hinspiel gab der einstige Dresdner Dennis Erdmann (am Ball) alles. Heute möchte er mit dem 1. FC Magdeburg bei der SG Dynamo die jüngsten Pleiten vergessen machen.

Magdeburg – Sind die beiden 0:1-Niederlagen gegen die jeweiligen Schlusslichter der Zweitliga-Tabelle schon verdaut? Die Antwort darauf werden die Fußballer des 1. FC Magdeburg heute ab 13 Uhr bei der SG Dynamo Dresden geben.

Trainer Michael Oenning sagt vor dem Elb-Classico ganz klar: „Wir sind in der Bringschuld.“

Es wird das 70. Meisterschaftsspiel zwischen den beiden Vereinen. Das Stadion ist ausverkauft. Rund 3000 FCM-Fans werden versuchen, gegen 27500 Dresden-Anhänger anzuschreien und Blau-Weiß zum Sieg zu peitschen. Oenning freut sich auf den „Hexenkessel“. Und auf das Wiedersehen mit Dynamo-Coach Cristian Fiél. „Wir haben sogar noch gegeneinander gespielt. Da war ich schon sehr alt und er noch sehr jung.“ Doch das spielt heute keine Rolle. Was zählt, ist nur ein Sieg. Es geht darum, die indiskutable Leistung gegen Sandhausen vergessen zu machen. „Es gilt, die einzigartige Atmosphäre aufzusaugen und in positive Energie umzumünzen“, sagt Oenning. Sein Lazarett hat sich unter der Woche gelichtet. Kapitän Christian Beck fehlt weiter. Aber immerhin kehren Jan Kirchhoff und Felix Lohkemper zurück und dürften mit Sicherheit in der Startelf stehen. Das einzige Fragezeichen steht noch hinter Rico Preißinger, der nicht voll mittrainieren konnte.

Der FCM-Trainer fordert von seinen Schützlingen, die Grundtugenden und die Einstellung auf den Rasen zu bringen, die sie zu Beginn der Rückrunde gezeigt haben. Die Niederlagen waren in der Trainingswoche noch präsent. Doch der Blick geht nach vorn auf das heutige Ost-Derby. „Ich denke, dass wir alles dafür tun werden erfolgreich zu sein. Das fängt mit einer leidenschaftlichen Einstellung an. Und dann hoffe ich aufs Spielglück und eine gute Tagesform.“

Sein Innenverteidiger Dennis Erdmann pflichtet ihm bei. Bevor er zum FCM gewechselt ist, hat er in der Saison 2014/15 selbst in Dresden gespielt. Sachsens Landeshauptstadt ist für ihn Heimatstadt geworden. Doch seit 2017 ist der 1. FCM seine fußballerische Heimat. Die Vorfreude sei bei ihm richtig groß. „So viele Derbys gibt es bei uns in der Liga nicht. Vor allem nicht so ein brisantes. Es ist klar, dass wir da hinfahren und uns 27000 Leute verlieren sehen wollen. Da müssen wir alles reinlegen, ein Gladiatorendenken an den Tag legen“, gibt sich Erdmann kämpferisch. „Wir müssen die Dinge besser machen, die wir unter der Woche angesprochen haben. Dann wird das ein richtig geiles Spiel, für uns und unsere Fans.“

Nur darf es dann nicht so laufen wie gegen Sandhausen. „Wir haben keinen Zugang zu diesem Spiel gefunden“, blickt Oenning zurück. Seine Erkenntnis: „Es liegt einzig und allein an uns. Es lag nicht daran, dass der Gegner elementar besser war.“ Genau das habe er ehrlich angesprochen und mit seinen Schützlingen ausgewertet. „Ich gehe davon aus, dass wir in Dresden unser anderes Gesicht zeigen und als Mannschaft vieles vergessen machen.“ Der Trainer weiß natürlich, dass sich das Spiel in mehrere Richtungen entwickeln kann. „Wir haben eine klare Idee.“ Dadurch, dass Lohkemper zurückkehrt, sei die Mannschaft im Angriff variabler. „Es wird ein Spiel werden, in dem wir mit unserer Spielidee als ganze Mannschaft funktionieren müssen“, ist Oenning überzeugt.

Für ihn und das Team habe es nie eine Bedeutung gehabt, „ob wir gegen den Tabellenletzten spielen“, betonte er noch einmal. Die andere Grundkonstellation in Dresden könnte aber zumindest in den Anfangsminuten etwas einfacher sein, um ins Spiel zu finden. Insgesamt sei es aber eine sehr schwere Aufgabe. „Da müssen wir sehr klar sein.“

VON SABINE LINDENAU

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare