Handball – Sachsen-Anhalt-Liga: HSG Osterburg mit überzeugender Teamleistung – 27:24

Auf sich allein gestellt

Als es vollbracht war, kannte der Jubel der HSG Osterburg keine Grenzen. Der Aufsteiger gewann am Sonnabend sein erstes Heimspiel in der Sachsen-Anhalt-Liga – auch dank Till Dobberkau (Mitte), der sechs Treffer beisteuerte.

Osterburg. Auszeit: Hektische Betriebsamkeit auf der Bank, der Trainer versucht seinem Team binnen kürzester Zeit Spielzüge auf einer Taktiktafel zu erklären, die Spieler bilden einen Kreis und motivieren sich. So sollte es laufen.

Die HSG Osterburg gestaltete die Dinge am vergangenen Sonnabend in ihrem ersten Heimspiel der Sachsen-Anhalt-Liga anders. Besser gesagt: Sie improvisierte. Da Spielertrainer Stefan Prax und sein Co Florian Skorz fehlten, war das junge Team mehr oder weniger auf sich allein gestellt – und löste die Aufgabe mit Bravour. Jeder brachte sich ein, jeder war für den anderen da. Am Ende stand ein hart erkämpfter und viel umjubelter 27:24 (13:14)-Heimsieg gegen den USV Halle II.

Da beide Mannschaften am ersten Spieltag als Verlierer von der Platte schlichen, ging es sowohl für die HSG als auch für den USV darum, den kompletten Fehlstart abzuwenden. Entsprechend umkämpft ging es von Beginn an zur Sache. Zeitstrafen, Siebenmeter, Gelbe Karten. Das Schiedsrichtergespann hatte alle Hände voll zu tun, das harte aber keinesfalls unfaire Duell unter Kontrolle zu behalten. In Durchgang eins waren es fast durchweg die Gäste, die den etwas abgeklärteren Eindruck hinterließen und fast durchgängig in Führung lagen. Bei der HSG klappte längst noch nicht alles, die Moral jedoch stimmte. Als Halle kurz vor der Pause mit 14:11 in Front lag, war es der bis dato glücklose Philipp Kiebach, der mit zwei wuchtigen Einzelaktionen den Anschluss erzwang. Mit einem knappen 13:14 ging es in die Kabinen.

Aus der Pause kehrten die Osterburger hellwach zurück. Wer auch immer in den gut zehn Minuten das Wort ergriffen hatte, er schlug die richtigen Töne an. Binnen kurzer Zeit drehte die heimische HSG vor 110 Zuschauern die Partie. Die USV-Reserve taumelte, blieb aber dennoch in der Begegnung, da es die Gastgeber in dieser Phase versäumten, davonzuziehen. Eine mögliche Vorentscheidung ließ die HSG aufgrund einer mangelhaften Chancenverwertung liegen. Da der junge Anton Feindt im Osterburger Tor aber zur Hochform auflief, blieben die Biesestädter in Front (37./17:15).

Wenig später glichen die Hallenser, die ebenfalls mit ihrer Moral überzeugten, nochmals aus und leiteten somit einen offenen Schlagabtausch ein. Beim Stand von 24:24 ging es in die finalen drei Minuten. Dort bewies die HSG den längeren Atem. Thomas Kuhlmann traf zur Führung, Paul Zierke sicherte per Siebenmeter zumindest schon mal das Remis, ehe erneut Kuhlmann in der Schlussminute alles klar machte – 27:24. Der USV hatte nichts mehr zuzusetzen und ging im Jubel der nun brodelnden Osterburger Sekundarschulhalle unter.

Mit viel Leidenschaft und ohne seine Trainer hatte es der Aufsteiger geschafft, sich den wichtigen ersten Saisonsieg zu erkämpfen.

• HSG Osterburg (Tore): Feindt, Götzky - Zerrahn (2), Reichert (3), Kiebach (5), T. Kuhlmann (6), Resener, A. Kuhlmann (1), Hallasch, Dobberkau (6), Zierke (3), Fieseler (1), Hahne.

Von Tobias Haack

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