Siebenmeter in der Schlussminute

SG Seehausen feiert Last-Minute-Derbysieg gegen HSG Osterburg

Gerangel zwischen Paul Zierke und Christian Söhnel.
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Im Nordderby in Seehausen war viel los.
  • Tobias Haack
    VonTobias Haack
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Die SG Seehausen hat das Nordderby der Handball-Verbandsliga am Sonnabend denkbar knapp mit 30:29 (15:12) gewonnen.

„Das war doch mal ein Derby, wie man es sich wünscht. Eine enge Kiste bis zum Schluss.“ Frank Leo, Trainer der SG Seehausen, war am Samstagabend einer der strahlenden Sieger eines packenden Handballspiels, das in der heimischen SGS einen glücklichen, aber nicht unverdienten Sieger fand. Die Wischestädter setzten sich in ihrer rappelvollen Halle aufgrund einer umstrittene Last-Minute-Siebenmeter-Entscheidung hauchdünn mit 30:29 (15:12) gegen die HSG Osterburg durch.

Die Szene des Spiels ereignete sich sechs Sekunden vor der Schlusssirene. Beim Stand von 29:29, mit dem wohl beide Teams hätten leben können, vergab Osterburg etwas überhastet seinen letzten Angriff. Im Gegenzug klärte HSG-Spielertrainer Philipp Kiebach das Leder in höchster Not vor einem einwurfbereiten Seehäuser ins Seitenaus. Der Wischestädter wurde in dieser unübersichtlichen Szene aber vermutlich auch von Florian Skorz am Bein getroffen, weshalb die Unparteiischen etwas überraschend auf eine Rote Karte für Skorz und Siebenmeter für Seehausen entschieden. Arne Werneke übernahm die Verantwortung, verwandelte und entschied das heiß umkämpfte Nordderby – 30:29.

Auf Osterburger Seite war im Anschluss natürlich Kopfschütteln angesagt. „Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Ich springe hin und spiele den Ball ins Aus. Dann ist der Ball weg und dann kann ich auch keinen Siebenmeter mehr geben. Ich weiß nicht, was er da gesehen hat“, ärgerte sich Kiebach, der mit zehn Treffern einer der herausragenden Akteure des Abends war. Seehausen-Coach Frank Leo nahm die Szene anders wahr: „Das war ganz klar berechtigt. Er reißt ihn am Bein um und verhindert den Wurf. Das ist eindeutig Siebenmeter.“ Hundertprozentig aufklären ließ sich die Aktion in der Folge natürlich nicht mehr.

Dass es zu so einem dramatischen Finale kommen musste, war nach einem packenden Spielverlauf fast schon folgerichtig. Mehrfach sah Seehausen an diesem Abend wie der sichere Sieger aus. Speziell im ersten Abschnitt hatte die SG alles im Griff. Dann sah Christian Walenciak nach einem harten Einsteigen die Rote Karte (29.) und Leo musste seine Deckung umstellen. Nach einem recht klaren 15:12 zur Pause drehte die HSG , bei der neben Kiebach auch Keeper Christopher Bretschneider herausragte, das Spiel – 18:17 (39.).

Doch die Aufholjagd kostete Kraft. Seehausen zog abermals davon (50./26:21), gab die Partie aber erneut aus der Hand. Paul Zierke traf zum 29:29 (59.), die Halle kochte und schließlich kam es zum beschriebenen „Finale furioso“. „Das ist sehr ärgerlich. Ein Unentschieden wäre sicherlich gerecht gewesen“, haderte Kiebach.

SG Seehausen (Tore): Nöring, Helge - Mittag (6), Philipp (1), Werneke (8), Wille (3), Walenciak (2), C. Söhnel (2), F. Wille, Wagener (2), A. Söhnel (5), keine Angabe (1).

HSG Osterburg: Bretschneider - Ehlert (1), Kiebach (10), T. Kuhlmann (3), A. Kuhlmann (4), Epler, Skorz (1), Krüger, Gose, Zierke (8), Hahne (2).

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